01.03.2013
Auswahl der Mittel
Die Präparate, über die "Medikamente im Test" informiert, wurden nach unterschiedlichen Kriterien ausgewählt.
Medikamente selbst gekauft
In diesem Bereich der Datenbank werden Medikamente besprochen, die rezeptfrei gekauft wurden. Den Umsatz für diese Mittel ermittelt ein Marktforschungsunternehmen, das im Arzneimittelbereich tätig ist, im Auftrag der Stiftung Warentest. Diese Markterhebung wird regelmäßig wiederholt.
Für die aktuelle Auswahl hat die Stiftung Warentest Menge und Art der zwischen Juli 2009 und Juni 2010 rezeptfrei verkauften Produkte ermitteln lassen. Ein Expertenkreis, der der Stiftung Warentest beratend zur Seite steht, benannte 81 Produktgruppen, die in der Selbstmedikation erfahrungsgemäß eine große Rolle spielen. Für diese Gruppen wurden die 25 am häufigsten verkauften Produkte festgestellt.
In die Auswertung wurden neben Arzneimitteln auch Medizinprodukte und andere Gesundheitsmittel aufgenommen, wenn sie in der jeweiligen Produktgruppe eine relativ große Bedeutung haben. Aus dieser Auswahl wurden die Produkte besprochen und bewertet, die innerhalb ihrer Gruppe einen mindestens 1-prozentigen Marktanteil an den Packungsverkäufen hatten.
Präparate, die nach dieser neuen Marktanalyse nicht mehr zu den meistverkauften Mitteln gehören, blieben aber weiterhin in der Datenbank, um die Informationen auch künftig zur Verfügung zu stellen, vorausgesetzt, diese Mittel sind noch im Handel. Vom Markt genommene Präparate verbleiben einige Monate lang mit der Kennzeichnung "außer Handel" in den Tabellen und werden dann gelöscht.
Preise und Bewertungen aller Mittel werden nach den unterAktualisierung genannten Grundsätzen kontinuierlich auf dem aktuellen Stand gehalten.
Die Datenbank enthält auch Informationen zu Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Da diese Präparate für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, werden hier keine Markennamen genannt, und es wird auch keine anwendungsbezogene Bewertung abgegeben.
Zu den meistgekauften Präparaten gehören darüber hinaus homöopathische, anthroposophische und "traditionell angewendete" Arzneimittel. Diese werden erwähnt, aber nicht bewertet.
Medikamente vom Arzt
In diesem Bereich der Datenbank werden Medikamente besprochen, die vom Arzt verordnet werden. Es sind vornehmlich Mittel, die im deutschen Arzneiverordnungs-Report (AVR) zusammengestellt sind (Schwabe, U.; Paffrath, D.: Arzneiverordnungs-Report; Springer Medizin Verlag, Berlin). Dieser jährlich erscheinende Report beruht auf Daten der gesetzlichen Krankenkassen und enthält nur solche Mittel, die zulasten dieser Kassen verordnet wurden. Dabei handelt es sich in erster Linie um rezeptpflichtige Mittel. Rezeptfreie Mittel sind nur insoweit enthalten, als sie nach der Ausnahmeliste oder für Kinder noch verschrieben werden dürfen.
Folgende Ausgaben des Arzneiverordnungs-Reports (AVR) wurden bisher ausgewertet:
- Auf der Grundlage des AVR 2005 wurden die 2500 meistverordneten Arzneimittel aufgenommen.
- Aus dem AVR 2006 wurden zusätzlich Mittel neu in die Datenbank aufgenommen, die nur einen einzigen und bisher nicht besprochenen Wirkstoff enthielten.
- Aus dem AVR 2007 wurden Präparate einbezogen, die unter den 2000 meistverordneten gelistet und noch nicht bei Medikamente im Test enthalten waren.
- Aus dem AVR 2008 wurden unter den 2000 meistverordneten Mitteln die Monopräparate mit einem neuen Wirkstoff und die Mittel mit einer neuen Wirkstoffkombination ausgewählt.
- Aus dem AVR 2009 wurden Präparate einbezogen, die neu unter den 2 000 meistverordneten gelistet waren.
- Aus dem AVR 2010 wurden unter den 2000 meistverordneten Mitteln die Monopräparate mit einem neuen Wirkstoff und die Mittel mit einer neuen Wirkstoffkombination ausgewählt.
- Aus dem AVR 2011 wurden Präparate einbezogen, die neu unter den 2 000 meistverordneten gelistet waren.
Zusätzlich stehen einige Medikamente in der Datenbank, die nicht im AVR aufgeführt sind. So wird zum Beispiel nur ein geringer Teil der hormonellen Mittel zur Empfängnisverhütung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet. Mittel zur Raucherentwöhnung oder zur Behandlung von Erektionsstörungen können ebenfalls nicht auf Kassenrezept verordnet werden. In diesen drei Kapiteln basiert die Auswahl der besprochenen Produkte auf Absatzzahlen. Bei den Mitteln, die außerhalb der Arzneiverordnungs-Reports aufgenommen wurden, ist derzeit das Jahr 2010 maßgeblich.
Im Abschnitt "Schwangerschaftsabbruch" wird über das Medikament Mifegyne informiert. Es gehört zwar nicht zu den meistverordneten Arzneimitteln, aber es ist ein wichtiges Medikament, weil es eine Alternative zum operativen Schwangerschaftsabbruch eröffnet. Darüber hinaus wurden – abweichend vom AVR – einige wenige Mittel zusätzlich aufgenommen, wenn der Arzneimittel-Expertenkreis der Stiftung Warentest dies nachdrücklich empfohlen hat (z. B. Dithranol zur äußerlichen Anwendung bei Schuppenflechte oder Lamivudin bei Leberentzündung).
Präparate, die nach neueren Marktanalysen nicht mehr zu den meistverordneten Mitteln gehören, bleiben weiterhin in der Datenbank, damit die Informationen über diese Produkte weiterhin zur Verfügung stehen, vorausgesetzt, sie sind noch im Handel. Nicht mehr auf dem Markt befindliche Mittel verbleiben noch einige Monate lang mit der Kennzeichnung "außer Handel" in den Tabellen und werden dann gelöscht.
Preise und Bewertungen aller Mittel werden nach den unterAktualisierung genannten Grundsätzen kontinuierlich auf dem aktuellen Stand gehalten.
Medikamente bei Krebs
Bei der Auswahl der Medikamente bei Krebs haben wir uns an Verordnungsanalysen aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und an Umsatz- und Absatzstatistiken (DPM) orientiert. Wir haben zudem alle Arzneimittel, die aufgenommen wurden, mit Experten aus dem stationären und ambulanten Behandlungsbereich abgestimmt. Dieser Abschnitt umfasst daher auch Arzneimittel, die eventuell in Bezug auf Umsatzzahlen oder Verordnungshäufigkeit weniger bedeutend sind, aber als wichtige Medikamente für eine Krebstherapie angesehen wurden. In diesen Fällen haben unsere Experten für die Aufnahme der Mittel plädiert. Es kann auch sein, dass Sie bestimmte Mittel nicht in unserem Buch finden. Das kann damit zusammenhängen, dass diese Arzneimittel nur im Rahmen von Studien angewendet werden, also noch nicht zugelassen sind, oder dass sie in anderen als den zugelassenen Anwendungsgebieten eingesetzt werden (Off-label-use) und weniger häufig in der zugelassenen Indikation.
Zudem werden viele Mittel vor allem im Krankenhaus (stationär) eingesetzt und kommen daher gar nicht in den Arzneimittelstatistiken vor, die sich auf die ambulante Versorgung beziehen. Über die im Krankenhaus angewendeten Arzneimittelmengen liegen jedoch keine Statistiken vor. Daher war für uns die Expertenmeinung im Hinblick auf die Aufnahme der Mittel besonders wichtig.
