21.05.2013

Bewertungsstufen

Die Stiftung Warentest hat mit Unterstützung ausgewiesener Fachleute alle aufgeführten Medikamente und Medizinprodukte bewertet. Dabei wurden bei Arzneimitteln nur jene Inhaltsstoffe berücksichtigt, die der Hersteller als „arzneilich wirksame Bestandteile“ angibt. Hilfsstoffe, die zum Beispiel notwendig sind, um Tabletten herzustellen, gingen in die Bewertung nicht mit ein.

Von dieser Regel gibt es eine Ausnahme: Augen- und Nasentropfen sind häufig mit Konservierungsmitteln versetzt. Diese können an den Schleimhäuten von Augen und Nase unerwünschte Wirkungen auslösen oder die Schleimhaut schädigen. Daher wurden „geeignete“ Augentropfen um eine Stufe auf „auch geeignet“ abgewertet, wenn sie Konservierungsmittel enthalten. Das Gleiche gilt für Nasentropfen und -sprays, die den Konservierungsstoff Benzalkoniumchlorid enthalten – zumal fast immer vergleichbare Produkte ohne Konservierungsmittel zur Verfügung stehen.

Bei der Kennzeichnung von Medizinprodukten fordert der Gesetzgeber keine Auftrennung der enthaltenen Substanzen in Wirk- und Hilfsstoffe. Wenn sich in der Produktinformation eines Medizinprodukts keine Aussage zum wirksamen Bestandteil findet, wird bei der Bewertung von einer Kombination ausgegangen.

Die Bewertung beruht auf vier Stufen:

Geeignet für die Behandlung des jeweiligen Krankheitsbilds sind Mittel, deren therapeutische Wirksamkeit bei der betreffenden Indikation ausreichend nachgewiesen ist, die ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis und einen hohen Erprobungsgrad aufweisen. Der therapeutische Nutzen dieser Mittel wird als hoch angesehen, sie gehören bei dieser Indikation zu den Standardtherapeutika, soweit solche definiert werden können. Geeignet sind auch Mittel mit mehr als einem Wirkstoff, wenn sich die Wirkstoffe sinnvoll ergänzen. Medizinprodukte, bei denen von einer Kombination ausgegangen werden muss, sind geeignet, wenn für die Verträglichkeit der Einzelbestandteile und die therapeutische Wirksamkeit der Kombination ausreichende Belege vorliegen.

Auch geeignet sind Mittel, deren therapeutische Wirksamkeit ebenfalls nachgewiesen ist, die aber noch nicht so lange erprobt sind wie die als „geeignet“ bewerteten. In diese Kategorie fallen vor allem neue und weniger gut untersuchte Wirkstoffe aus bereits bekannten Wirkstoffgruppen. Mit der gleichen Bewertung werden Arzneimittel versehen, die zum Beispiel Konservierungsstoffe enthalten, wenn allgemein die Überzeugung vorherrscht, dass Mittel ohne Konservierungsstoffe die geeignete Alternative darstellen. Dies kann in ähnlicher Weise auch für andere Zusatzstoffe gelten. In diese Bewertungskategorie fallen auch Mittel, die zwar noch immer als Standardpräparate gelten, in der Zwischenzeit aber von neuen, besser verträglichen Mitteln in ihrem Rang als Mittel der ersten Wahl abgelöst wurden.

Mit Einschränkung geeignet sind Mittel, die zwar therapeutisch wirksam sind, aber im Vergleich zu Standardtherapeutika ein höheres oder nicht gut einschätzbares Risiko bergen. Sie zählen daher bei den besprochenen Krankheitsbildern nicht zu den Standardmitteln und werden nur unter bestimmten Bedingungen verwendet (z. B. bei ausgewählten oder besonders schwerwiegenden Krankheitskonstellationen). Diese Bewertung erhalten auch jene Mittel, für die aus einigen wenigen Studien positive Ergebnisse vorliegen, deren therapeutische Wirksamkeit aber noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist, sodass weitere Studien erforderlich sind. Darüber hinaus gilt diese Bewertung für Medikamente, deren therapeutische Wirksamkeit geringer ist als die der besser bewerteten Mittel. Mit Einschränkung geeignet sind auch solche Mittel, die ein breites Anwendungsgebiet beanspruchen, deren therapeutische Wirksamkeit aber nur für ein Teilgebiet oder eine bestimmte Gruppe von Patienten belegt ist.

Wenig geeignet sind Mittel, deren therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist, die nicht ausreichend dosiert sind und/oder deren therapeutische Wirksamkeit im Verhältnis zu den Risiken zu gering ist, sodass die wahrscheinlichen Risiken mehr Gewicht haben als der mögliche Nutzen. Wenig geeignet sind darüber hinaus Mittel mit mehr als einem Wirkstoff, wenn sich die Wirkstoffe nicht sinnvoll ergänzen oder keinen oder keinen zusätzlichen therapeutischen Nutzen aufweisen.

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