20.09.2011
Bewertung gemäß Anwendungsgebiet
Grundsätzlich werden alle Produkte nur für Anwendungsgebiete bewertet, für die sie laut Herstellerangaben eingesetzt werden sollen. Wenn ein Präparat mehrere Anwendungsgebiete aufführt, kann es allerdings sein, dass nicht alle diese Indikationen berücksichtigt werden. Im Idealfall sind die Bezeichnung der Krankheit oder Störung, die der Hersteller in der Packungsbeilage angibt, und die, unter der der Wirkstoff hier abgehandelt wird, identisch. Häufig sind die Verhältnisse aber weniger eindeutig. Viele Hersteller fassen die Indikationsansprüche für ihre Produkte sehr viel weiter, als dies die hier beschriebenen Anwendungsgebiete zulassen. Wenn in der Fachinformation einer Tablette mit dem Wirkstoff Metoprolol steht: "Bei arterieller Hypertonie, koronarer Herzkrankheit, hyperkinetischem Herzsyndrom (funktionelle Herzbeschwerden), tachykarden Herzrhythmusstörungen, Reinfarktprophylaxe, Migräneprophylaxe und Akutbehandlung des Herzinfarkts" wird dieses Mittel sowohl im Abschnitt "Herz-Kreislauf" unter "Hoher Blutdruck", "Herzrhythmusstörungen", "Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris" als auch im Abschnitt "Nervensystem" unter "Migräne" besprochen und bewertet. Die Einsatzgebiete "Reinfarktprophylaxe" und "Akutbehandlung des Herzinfarkts" bleiben unberücksichtigt, da diese Krankheitsbilder hier nicht beschrieben werden.
Bei einer Reihe von älteren Präparaten verwenden die Hersteller für die Anwendungsbereiche auch Umschreibungen und viele unterschiedliche Bezeichnungen. Diese wurden unter einer verständlichen Überschrift zusammengefasst. Für neuere Präparate, bei denen der Hersteller bekanntgeben und belegen muss, für welche Anwendungsgebiete er das Mittel in den Handel bringen will, sind diese in der Packungsbeilage explizit genannt.
Nun geben aber bei Weitem nicht alle Hersteller für einen bestimmten Wirkstoff die gleichen Indikationen an. Manche Hersteller entscheiden sich, die Anwendungsgebiete ihres Produkts neu zu formulieren. Dann können Präparate im Handel sein, die zwar den gleichen Wirkstoff enthalten, dafür aber unterschiedliche Indikationen angeben. Möglicherweise werden diese Mittel dann aufgrund dieser Differenz unterschiedlich bewertet.
