Autos und Kindersitze: Die besten Autos für Familien

Autos und Kindersitze Test

27.10.2011

Welches Auto bietet viel Platz für Kinder? Die Stiftung Warentest hats ausprobiert. Im Test: 40  Autos aller Klassen: vom Alfa Romeo bis zum VW Touran. test.de zeigt die besten Familienkutschen.

Autos und Kindersitze

Ab drei Sitzen wird es eng

Zwei Kindersitze im Auto sind kein Problem. Sie passen hinten auf die Außenplätze. Selbst im Kleinwagen. Doch schon beim dritten Kindersitz wird es eng. Der Mittelsitz ist oft zu schmal, der Autogurt zu kurz oder das Gurtschloss durch bereits eingebaute Kindersitze blockiert. Wer mit drei oder vier Kindern fahren will, braucht das passende Auto dafür. test.de zeigt die besten Modelle.

40 Autos im Test

Im Test: 40 gängige Autos - vom Alfa Romeo Giulietta bis zum VW Touran mit drei Sitzreihen. Die Stiftung Warentest hat jeweils ausprobiert, wie viele Kindersitze in die Autos passen. Die Tester bauten drei Kindersitze für unterschiedliche Altersklassen ein: eine Babyschale, einen Gruppe-I-Isofixsitz und einen mitwachsenden Sitz für größere Kinder (Gruppe II/III). Der Einbau erfolgte auf allen geeigneten Positionen: Beifahrersitz, zweite Reihe und dritte Reihe – sofern vorhanden. Platzangebot, Sitzgestaltung und letztlich auch die Vorschriften den Fahrzeuganbieter entscheiden darüber, ob die zweite Reihe drei oder nur zwei Kindersitze aufnehmen kann.

Beifahrer nach hinten

Die Überraschung: Selbst in typischen Familienautos und Vans fehlt oft der Platz für einen dritten oder vierten Kindersitz. So etwa beim Citroën C3 Picasso. Ein Van mit viel Platz – im Prinzip. Doch der Mittelsitz ist beim C3 nicht für Kinder geeignet. Der dritte Kindersitz müsste deshalb auf den Beifahrersitz, der Beifahrer nach hinten. Doch auch für einen Erwachsenen bleibt hinten zwischen zwei Kindersitzen kaum Platz. Unkomfortabel. Keine Lösung für Familien.

Familie in Fesseln

Auch der Opel Zafira fällt für kinderreiche Familien flach. Hier passen zwar zur Not drei Kinder in die zweite Reihe, dafür ist der Beifahrersitz mangelhaft. Grund: Der Airbag lässt sich nicht einfach abschalten. Opel bietet stattdessen eine automatische Sitzbelegungserkennung an. Gegen Aufpreis. Die funktioniert aber nur mit Kindersitzen von Opel: Familie in Fesseln. Keine gute Lösung. Schade, denn der Zafira ist eines der wenigen Autos im Test, das serienmäßig sieben Sitze hat. Selbst bei Mercedes ist eine aufpreispflichtige Sitzbelegungserkennung erforderlich.

Kein Baby als Beifahrer

Auf dem Beifahrersitz des Mazda 5 darf eine rückwärts gerichtete Babyschale der Gruppe 0+ nicht montiert werden. Der Airbag dieses Vans lässt sich nämlich gar nicht erst abschalten. Es sei denn man lässt für 116 Euro einen Schlüsselschalter nachträglich einbauen. Beim Fiat Freemont ist laut Bedienungsanleitung dieser Sitzplatz für Kinder gar nicht erst geeignet.

Vans fahren vorn

Die großen Vans von Citroën, Fiat, Peugeot, Seat und VW stellen die Ehre der Familienkutschen schließlich wieder her. Sie bieten mehr Platz. Auch für den dritten und vierten Kindersitz, egal welcher Marke. Der Airbag auf dem Beifahrersitz lässt sich mit dem Autoschlüssel abschalten. Ebenfalls im Rennen bleibt der Renault Kangoo. Der Kombi mit dem hohen Dach bietet hinten Platz für drei Kindersitze. Schiebetüren erleichtern den Zugang.

Testkommentar zeigt alle Details

In anderen Autos geht es deutlich enger zu. Zur Not passen aber meist drei Sitze in die zweite Reihe. Die Tester haben jedes Auto in einem Kommentar beschrieben. Klicken Sie in der Tabelle auf das gewünschte Auto: Die Einzelproduktansicht erscheint. Klicken Sie am Testkommentar auf "Details anzeigen", dann erhalten Sie eine ausführliche Beschreibung für alle Sitzpositionen Ihres Modells. Auch die Farbgrafik (an jedem Auto) gibt diese Ergebnisse wieder.
Tabelle: Alle Autos im Test

Dritte Reihe nur ausreichend

Vans mit sieben oder acht Sitzen sind bei großen Familien angesagt. Für Kindersitze ist die dritte Reihe allerdings nicht optimal. Der Fußraum ist meist klein und der Zugang durch die Seitentür bleibt für die dritte Reihe versperrt, wenn davor bereits Kindersitze montiert sind. Das beste Urteil für die dritte Reihe lautet im Test deshalb: ausreichend. Immerhin bieten die Plätze sieben und acht theoretisch Raum für zwei weitere Kinder. Nur komfortabel geht anders.

Hinten ist besser

Sicher und bequem fahren Kinder in der zweiten Reihe, vorausgesetzt der Autogurt ist lang genug. Beim Alfa Romeo, Citroën Berlingo, Citroën C3 Picasso, Fiat Freemont und Ford Mondeo, sind die Gurte zu kurz. Zumindest für die rückwärtsgerichtete Babyschale. Der Gurt zieht die Babyschale so steil in Richtung Rücksitz, dass das Kind fast aufrecht in ihr steht. Keine gute Lösung. Bis auf Fiat Freemont, bei dem Fiat den Kindertransport auf der Beifahrerseite untersagt, sollten bei den anderen Modellen mit zu kurzen Gurten Babys besser auf dem Beifahrersitz reisen. Airbag unbedingt abschalten!
Tipps: Wohin mit dem Kindersitz?

Isofix ist besser

Isofix-Sitze gelten als besonders sicher. Dort, wo Isofix-Ösen vorhanden sind, sollten Eltern deshalb Isofix-Sitze einbauen. Meist sind die hinteren beiden Außenplätze mit Isofix-Ösen versehen. Gut zugänglich wie beim VW Golf oder tief verborgen in der Polsterfuge zwischen Rücksitz und Lehne wie beim Toyota Verso. Die Tester haben auch das präzise protokolliert. Der Testkommentar zeigt alle Details.
Hintergrund: Was ist Isofix?

Stauraum ist kritisch

Der Peugeot 5008 hat sogar Platz für drei Isofix-Sitze: auf allen Plätzen der zweiten Reihe. Vorsicht allerdings: Isofix-Sitze mit Stützfuß sind beim Peugeot 5008 kritisch. Das Auto hat Staufächer im Fahrzeugboden. Ihre Abdeckung aus Kunststoff ist nicht stabil genug. Das gilt im Prinzip für alle Autos mit Staufächern im Fußraum. Einige Hersteller bieten stabilere Abdeckungen oder eine Füllung, die das Staufach stabilisiert. Beachten Sie die Hinweise in der Betriebsanleitung Ihres Autos.

Top Tether behindert

Isofix-Sitze mit einem oberen Haltegurt (Top Tether) sind dagegen kein Problem. Der Peugeot 5008 hat die erforderlichen Ösen gut zugänglich oben in der Rücksitzlehne. So auch der Seat Exeo. Bei einigen anderen Autos sind die Ösen ungünstig seitlich oder weit hinten im Laderaum platziert. Beim VW Golf etwa liegen die Ösen am Ausschnitt der Heckklappe. Die Folge: Der Top Tether-Gurt läuft schräg durch den Kofferraum. Das behindert beim Laden.
Tipps: So finden Sie den passenden Kindersitz

Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Wohin mit dem Sitz?

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