Special Einschulung: Vorbereitungen auf den ersten Schultag
17.02.2011
Still sitzen, konzentriert zuhören, selbstständig arbeiten, Freunde finden: Die Schulzeit bringt viel Neues für ein Kind. Das ist spannend und aufregend, kann aber auch anstrengen und Angst machen. Eltern können ihrem Kind dabei helfen, seine neue Identität als Schulkind zu finden und zu entwickeln. Am besten lassen sie ihr Kind den ersten Schultag mit vorbereiten.
Vorfreude auf die Schule fördern
Der Übergang zum Schulkind beginnt in der Regel während der Kindergartenzeit und endet während des ersten oder zweiten Schuljahres. Gut, wenn Eltern ihrem Kind vermitteln, dass ein aufregender, manchmal anstrengender, aber grundsätzlich spannender Lebensabschnitt beginnt. Wichtig ist, dass das zukünftige Schulkind mit den Eltern über die Schule sprechen kann und sich dabei ernst genommen fühlt: Es sollte sagen können, was es sich unter Schule vorstellt, was es erwartet oder auch fürchtet. Fühlt es sich von seinen Eltern unterstützt, fällt ihm der Start sicher leichter. Besonders hilfreich ist es, wenn ein Kind schon vor dem ersten Schultag die Schule und den Schulhof kennen lernt. Viele Schulen laden die Kindergartengruppen des Einzugsgebiets inzwischen zu Schnupperbesuchen ein. Dabei können sich die Kindergartenkinder die Schule in Ruhe ansehen und dürfen manchmal am Unterricht teilnehmen.
Elternabende
Viele Schulen laden schon vor dem ersten Schultag zu Elternabenden ein. Eltern sollten dort hingehen. Sie betreten zu diesem Zeitpunkt oft zum ersten Mal die Schule und das Klassenzimmer ihres Kindes. Sie können dort andere Eltern und auch den Lehrer ihres Kindes kennenlernen. Das ist wichtig. Denn unabhängig von pädagogischen Konzepten ist es der Lehrer, der maßgeblich entscheidet, wie ein Kind den Schulstart und das erste Schuljahr erlebt. Die Eltern haben zumeist keinen Einfluss darauf, welcher Lehrer ihr Kind unterrichtet. Beim ersten Elternabend können sie zumindest den Kontakt zum Lehrer suchen und mit ihm sprechen.
Der Schulranzen
Ein großes Ereignis ist der Kauf des Schulranzens. Kinder wissen oft genau, was gerade „in“ ist. Eltern sollten den Geschmack ihres Kindes berücksichtigen, dürfen aber nicht die Funktion vergessen: Der Schulranzen muss passen, stabil und tragbar sein. Sonst folgen bald Rückenschmerzen und Haltungsschäden. Am besten geht das Kind mit einkaufen und probiert seinen Schulranzen wie ein Kleidungsstück an. Richtig sitzt er, wenn die Ranzenbreite der Schulterbreite des Kindes entspricht. Er sollte dicht am Körper zu tragen sein, verstellbare Gurte und höchstens 1,5 Kilogramm Eigengewicht haben. Für zarte Schulanfänger gibt es Modelle unter 900 Gramm. Im gepackten Zustand darf der Ranzen nicht mehr als zehn Prozent des Körpergewichts des Schulkindes wiegen. Das Namensschild gehört nach innen. Fremde sollten ein Kind nicht mit dessen Namen ansprechen und Vertrauen gewinnen können. Möglichst viele Reflektoren vorne und an beiden Seiten sind ein Muss! Reichen sie nicht aus, können Eltern noch einige dazu kleben.
Der Arbeitsplatz
Nahezu jedes Kind möchte seinen künftigen Arbeitsplatz zu Hause mitgestalten und -planen. Er sollte ganz fürs Kind reserviert sein und abseits von der Hektik des allgemeinen Familienlebens inklusive Fernsehen liegen. Vorteilhaft ist ein Schülerschreibtisch, der in der Höhe mitwächst und dessen Arbeitsplatte sich leicht schräg stellen lässt. Dazu gehört ein verstellbarer Kinderschreibtischstuhl, auf dem das Kind bequem sitzt: Seine Füße müssen voll auf dem Boden und die Unterschenkel möglichst senkrecht stehen. Die Oberschenkel sollten waagerecht auf der Sitzfläche aufliegen. Also gilt, erst Probe sitzen, dann einkaufen. Wer am Schreibtisch arbeitet, braucht natürlich das richtige Licht und ausreichend Platz für die Schulutensilien - am besten in einem Regal, in dem das Kind etwa Hefte, Bücher oder Stifte ordentlich verwahren kann. Mit Stolz wird es dann schon lange vor dem ersten Schultag seine selbst gewählten „Schularbeiten“ anfertigen, die Eltern entsprechend würdigen sollten.
Schadstoffe in Stiften, Farben und Radierern
Buntstifte, Lineale, Radiergummis: 2008 fand die Stiftung Warentest Schadstoffe in vielen Schulmaterialien. Sie untersuchte über 100 Artikel. Jedes sechste Produkt enthielt Phthalat-Weichmacher, Benzol, Konservierungsstoffe, Schwermetalle oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Deshalb sollten Eltern besser umweltfreundliche Produkte kaufen, auch wenn sie mehr kosten - etwa unlackierte Buntstifte und Holzlineale, PVC-freie Radiergummis und Radierer aus Naturkautschuk. Was ihr Kind für die Schule braucht, erfahren sie in der Regel am ersten Elternabend von den Lehrern.
Der Schulweg
Die ersten Tage, Wochen oder auch Monate werden die meisten Eltern ihr Kind noch auf seinem neuen Weg in die Schule begleiten. Aber irgendwann ist es so weit: Das Kind geht allein oder gemeinsam mit Klassenkameraden zur Schule. Wer Glück hat, wohnt in einer ruhigen Wohngegend. Die Schule liegt gewissermaßen vor der Nase und das Kind kennt den Weg schon lange. Wenn nicht, müssen die Eltern mit ihrem Kind den Schulweg trainieren. Das bedeutet mehr als nur ein paar Mal, den Weg zur Schule zu gehen und darauf zu vertrauen, dass alles klappen wird. Ein Kind muss verkehrstüchtig werden. Es muss wissen, was es tut, welche Gefahren drohen und was es auf jeden Fall vermeiden muss. Ein paar Tipps zur ersten Trainingsstunde:
- Bringen Sie Ihr Kind am besten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus zur Schule. So lernt Ihr Kind die Gefahren im Verkehr besser einschätzen als wenn Sie es mit dem Auto zur Schule fahren. Wechseln Sie sich dabei - wenn möglich - mit Eltern ab, deren Kinder den gleichen Schulweg haben.
- Wählen Sie nicht den kürzesten Weg, sondern den sichersten. Vermeiden Sie etwa schlecht einsehbare Ausfahrten, ampellose Kreuzungen oder Parkplätze, aus denen rückwärts ausgefahren wird.
- Üben Sie den Weg unter realistischen Bedingungen. Das heißt, morgens um 7.30 Uhr, wenn Schüler und Berufstätige unterwegs sind und jeder hetzt und drängelt.
- Gehen Sie einmal in die Hocke. Was sehen Sie? Wahrscheinlich sehr viel weniger als sonst. Es ist sehr viel schwerer, aus dieser Perspektive den Überblick zu wahren. Und umgekehrt ist es für Autofahrer viel schwieriger, jemanden in dieser Größe zu sehen.
- Denken Sie insbesondere in der dunklen Jahreszeit an helle, leuchtende Kleidung, damit die Autofahrer Ihr Kind besser sehen.
- Gibt es in der Nähe Ihrer Schule eine große, viel befahrene Straße oder ungesicherte, gefährliche Straßenkreuzungen? Wenden Sie sich an die Elternvertretung Ihrer Schule. Sie kann helfen, eine Elternaufsicht als Schulweghelfer zu organisieren oder sich für Schülerlotsen oder gar eine Fußgängerampel einsetzen.
Auch das beste Training kann aus einem Schulanfänger keinen umsichtigen erwachsenen Verkehrsteilnehmer machen. Schulanfängern fällt es schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Sie erkennen Gefahren häufig zu spät und reagieren langsamer als ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie lassen sich leichter ablenken und rennen noch einfach los, wenn ihnen danach ist. Letztlich müssen die Eltern entscheiden, ab wann sie ihr Kind allein oder gemeinsam mit Klassenkameraden zur Schule gehen lassen.
Auch Eltern müssen sich vorbereiten
Mit dem Eintritt ihres Kindes in die Schule beginnt auch für die Eltern ein neuer Lebensabschnitt. Das Kind muss nun täglich pünktlich und möglichst ausgeschlafen zum Unterricht erscheinen. Je nach Schule und Kind müssen sie bei den Schulaufgaben helfen. Gerade berufstätige Eltern haben damit oft Probleme. Sie müssen die Schultermine einhalten - unabhängig davon, wann sie selbst zur Arbeit gehen. Hinzu kommt: Mit Beginn der Schule fehlt oft die zuverlässige Betreuung des Kindes. In vielen Situationen ist Flexibilität gefordert - etwa bei Schulfesten, Ausflügen oder Unterrichtsausfall.
Betreuung vor dem Schulstart organisieren
Selbst wenn alles planmäßig läuft. Der Unterricht beginnt und endet nicht an allen Wochentagen zur gleichen Zeit. Auch hat jedes Schulkind mindestens zwölf Wochen Ferien im Jahr. Am besten kümmern sich Eltern schon vor Schulstart darum, wer das Schulkind in Notfällen in ihrer Abwesenheit mitbetreut und benachrichtigen auch die Schule darüber. Denn jedes sechsjährige Kind ist überfordert, wenn es allein aufstehen, frühstücken und die Wohnung verlassen oder in eine leere Wohnung zurückkehren muss. Für berufstätige Eltern sind Hortplätze, Schülerläden, Tagesmütter oder feste Absprachen mit Eltern von Klassenkameraden und Nachbarn ein Muss.
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