Handytarife für Kinder: Schutz vor Abzocke
05.12.2008
Telefonieren, Simsen, Klingeltöne laden. Bei Kindern und Jugendlichen stehen Handys weit oben auf den Wunschzetteln. Eltern bringt das oft in eine Zwickmühle: Einerseits wollen sie, dass ihre Kinder ständig erreichbar sind. Andererseits fürchten sie, dass ihre Sprösslinge ein Vermögen vertelefonieren. test.de zeigt günstige und sichere Handytarife für Kinder.
Ein Kinderspiel
Ein modernes Handy allein reicht kaum noch zum Coolsein. Wer etwas auf sich hält, braucht auch Klingeltöne von aktuellen Hits, Spiele und Logos. Die gibt es zum Beispiel bei Jamba. Einfach eine SMS an die passende Jamba-Rufnummer schicken und schon beginnt das Topstar-Abo. Praktisch: Damit gibt es jede Woche drei neue Klingeltöne zum Herunterladen. Preis: 2,99 Euro. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden. Doch wer das nicht tut, zahlt gut 155 Euro im Jahr. Geld ausgeben mit Klingeltönen ist also geradezu ein Kinderspiel.
Jugendschutz
Vor solchen Klingelton-Abos und anderen teuren Rufnummern schützen spezielle Handytarife für Kinder. Sowohl die Combicard Teens von T-Mobile als auch die CallYa Juniorkarte von Vodafone ermöglichen die feste Sperrung von kostenpflichtigen Service- und Sondernummern. Auch Kostentreiber wie Anrufe ins Ausland, aus dem Ausland (Roaming) und mobiles Internet lassen sich sperren.
- Vorteil: Die Telefonrechnung beschert keine bösen Überraschungen. Eltern müssen einen monatlich festgelegten Betrag einzahlen. Bei T-Mobile mindestens 5 Euro und bei Vodafone 10 Euro. Ist das Guthaben aufgebraucht, können sich Eltern und Kind immer noch erreichen. Abofallen und teuren Rufnummern können dem Guthaben nichts anhaben. Anrufe zu den Eltern sind bei Vodafone kostenlos, bei T-Mobile innerhalb der ersten 30 Sekunden.
- Nachteil: Kinderkarten sind nur Partnerkarten. Die Eltern müssen selbst einen Laufzeitvertrag mit monatlicher Grundgebühr beim jeweiligen Anbieter besitzen. Außerdem sind die Kinderkarten an eine Mindestlaufzeit gebunden. Läuft der Hauptvertrag aus oder wird das Kind 18 Jahre alt, geht die Kinderkarte bei T-Mobile automatisch in einen 2-Jahresvertrag mit monatlicher Grundgebühr über. Hinzu kommt, dass die Minutenpreise mit 29 Cent bei T-Mobile und 30 bis 50 Cent bei Vodafone ausgesprochen teuer sind. Kurzmitteilungen schlagen mit 5 bis 19 Cent zu Buche.
Kostenkontrolle
Deutlich preiswerter sind Prepaid-Karten. Auch hier haben Eltern die volle Kostenkontrolle: Sie laden einen frei wählbaren Betrag auf. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann das Kind nicht mehr telefonieren, ist aber auch immer noch erreichbar. Notrufe sind ebenfalls möglich.
- Vorteil: Die Gesprächskosten liegen deutlich niedriger. Viele Betreiber bieten so genannte Community-Tarife für preiswerte Anrufe untereinander. Bei Aldi Talk, Callmobile, Ja! Mobil, Penny Mobil und Simply Partner telefonieren die Nutzer des gleichen Netzes für 3 Cent pro Minute miteinander. Besteht die Kommunikation hauptsächlich aus Kurzmitteilungen, lohnen sich die Prepaid-Karten von Maxxim und Solomo. Hier kostet eine SMS 8 Cent. 25 preiswerte Prepaid-Karten zeigt die Tabelle.
- Nachteil: Bei Prepaid-Karten lassen sich Sonderrufnummern, Auslandsrufnummern und Klingelton-Abos meist nicht sperren. So können Eltern kaum verhindern, dass ihre Kinder das Guthaben für teure Klingeltöne, Handy-TV-Serien oder Premium-SMS ausgeben. Erst wenn das Guthaben verbraucht ist, gibt es keine neuen Klingeltöne mehr.
Kindersicherung
Einige Anbieter wie Jamba und Zed bieten eigene Kindersicherungen. Hier können Eltern die Handynummer ihres Kindes für Downloads der jeweiligen Seite sperren. Das ist jedoch nur ein Anfang. Andere Anbieter von Klingeltönen wie Handy.de oder Tuneclub sind für Kinder weiterhin zugänglich.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Tabelle: Handytarife für Kinder
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