Mit frischem gelb, intensiver Kartoffelnote, locker und elastisch: Perfekte Kartoffelklöße machen Appetit. Sie zuzubereiten, ist eine Kunst – und braucht Zeit. Klöße aus der Packung gehen einfacher und schneller. Erreichen sie das Original? Stiftung Warentest hat 31 Fertigprodukte getestet. Fazit: Nur 10 sind gut. Pfanni und Maggi enttäuschen.
31 Produkte aus 5 Segmenten im Test
Wenn draußen die Temperaturen fallen, beginnt drinnen die Menüplanung für die letzten Wochen des Jahres: Martinsgans, Rehrücken, Pilzragout und Festtagsbraten. Diese Spezialitäten ergeben köstliche Soßen, die nach einem passenden Partner verlangen. Ein solcher ist der Kartoffelkloß, der in vielen Regionen auch Knödel heißt. Er schmeckt wie sein Konkurrent, der Semmelknödel aus Weißbrot, eher zurückhaltend und bringt deftige Soßen erst zur Geltung. Die Stiftung Warentest hat 31 Kartoffelkloßprodukte probiert. Fünf Segmente waren im Test, aus rohen und gekochten Kartoffeln, meist halb und halb: Pulver zum Anrühren, Kochbeutelklöße, gekühlte Kloßteige, Tiefkühlknödel und ungekühlte Mini-Knödel. Ergebnis: Nur 10 Produkte sind gut, 7 befriedigend, 14 ausreichend. Fast alle Kloßteige überzeugten, aber kein Kloßpulver.
Erinnern an Gnocchi und Pappe
Maßstab im Test: hausgemachte Klöße – mit frischem gelb und intensiver Kartoffelnote, locker und elastisch. Kein Industrieprodukt im Test läuft ihnen den Rang ab. Sensorisch am nächsten kamen dem Original die tiefgekühlten Miniknödel von Burgis und die Klöße aus Frischkloßteig von Heichelheimer. Am weitesten entfernt vom selbst gemachten Kloß waren die ungekühlten Mini-Knödel. Sie schmeckten säuerlich, ihre Konsistenz erinnerte an Gnocchi. Die Maggi-Kochbeutelklöße gerieten sehr weich und breiig. Fast alle Pulver – darunter drei Biopulver – waren nur ausreichend. Für die griesbreiartige Konsistenz und das grau-beige Aussehen der Bioklöße gibt eine Erklärung: Die Hersteller verzichteten auf Zusatzstoffe.
Zusatzstoffe unter der Lupe
Die meisten konventionellen Produkte enthalten dagegen Antioxidations-, Konservierungs- und Verdickungsmittel oder Farbstoffe. Doch viele Verbraucher fürchten dadurch gesundheitliche Nachteile. Diese Sorge ist meist ungerechtfertigt. Alle auf den Produkten ausgelobten Zusatzstoffe sind in Europa zugelassen, für viele gelten Höchstmengen. Die Tester haben die Kloßprodukte auf Antioxidations- und Konservierungsmittel untersucht. Keines enthielt mehr als erlaubt. Nur etwa 01,5 Prozent der Bundesbürger reagieren empfindlich auf Zusatzstoffe. Aber etwa 5 Prozent der Asthmatiker können Kopfschmerzen oder Asthma von schwefeldioxidhaltigen Antioxidationsmitteln in Kloßprodukten bekommen. Diese Zusatzstoff sollen rohe Kartoffelkloßanteile vor Verfärbungen schützen. Die Tester untersuchten auch, ob die Hersteller den Klößen mit dem Geschmacksverstärker Glutamat nachhelfen. Nichts deutet darauf hin. Drei enthielten laut Zutatenverzeichnis aber glutaminsäurereichen Hefeextrakt oder Sojasoßenpulver. So lassen sich Geschmacksverstärker durch die Hintertür einschleusen.
Gesundheitskritische Mineralöle
Neun Kloßpulver und Kochbeutelknödel enthielten Mineralölbestandteile. Die stammten offenbar aus Faltschachteln, hergestellt aus recyceltem Altpapier. Das Mineralöl kann sich aus Zeitungsdruckfarben lösen. In Lebensmitteln sind Mineralölsubstanzen kritisch. Tierversuche zeigen, dass der Körper sie speichert und sie Leber, Herzklappen und Lymphknoten schädigen können. Auch ein Krebsrisiko ist nicht auszuschließen. Wie Mineralöl beim Menschen wirkt, ist noch offen. Grenzwerte fehlen. Es gilt zunächst provisorisch eine täglich tolerierbare Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake, kurz ADI). Eine 60 Kilogramm schwere Person dürfte danach täglich nur 0,6 Milligramm Mineralöl aufnehmen. So viel steckte in einer Portion Kochbeutelknödel von Norma, bei Pfanni waren es 0,54 Milligramm. Doch das sind nur Momentaufnahmen. Bei längerer Lagerung kann mehr Mineralöl übergehen. Schutz bieten zurzeit nur Frischfaserkartons und Innenbeutel mit Aluminium oder aus PET.
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