Kaffeemaschinen und Milchaufschäumer: Edel und stark
Für teure Kaffeemaschinen um die 100 Euro spricht nicht nur das schicke Design. Sie brühen oft aromatischeren und auch heißeren Kaffee als die billigere Konkurrenz.
Zum ersten Mal in der test-Geschichte erreichte eine Kaffeemaschine die Traumnote „sehr gut“ fürs Kaffeearoma – wenn auch nur knapp. Unsere Profiverkoster lobten die „gute Röstnote“ des Kaffees aus der Philips Café gourmet. Warum der Kaffee so gut schmeckt? Das könnte am Brühsystem liegen. Es ist dem Filteraufguss per Hand recht ähnlich. Das Wasser wird bei der Philips Café gourmet in einem Glasbehälter über der Kanne erwärmt. Wenn es kocht, öffnet sich ein Ventil, und das Wasser fließt über den Filter direkt in die Kanne – und kommt nicht wie bei vielen anderen Maschinen mit Kunststoff- oder Metallrohren in Kontakt.
Für diesen Test haben wir vorwiegend teure Maschinen ausgesucht. Mit vielen guten Resultaten: Den Kaffeeexperten schmeckte der Kaffee in der Regel besser als beim Test vor drei Jahren (Test Kaffeemaschinen). Damals hatten wir vorwiegend preiswerte Kaffeemaschinen geprüft. Eine davon, die Alaska, war zum Vergleich auch in diesem Test dabei. Sie war beim letzten Mal „gut“, jetzt konnten wir aber nur noch ein „Befriedigend“ vergeben. Denn dieser Test zeigt, dass ein deutlich besseres Aroma und noch höhere Brühtemperaturen erreichbar sind.
Isolierkannen bewahren das Aroma
Egal ob mit teurer oder billiger Maschine: Beim Warmhalten auf der Heizplatte mit Glaskanne wird das Aroma im Laufe der Zeit schlechter, meist um ein bis zwei Notenstufen. Einzig die Café gourmet erreicht auch nach einer Stunde Warmhalten noch ein (knappes) „Gut“. Mit einer Isolierkanne geht dagegen nur wenig Aroma verloren. Schon deshalb ist eine Isolierkanne ein Vorteil – auch wenn, falls sie kaputt gehen sollte, die Ersatzkanne oft teurer ist als eine Glaskanne.
Außerdem sparen die Isolierkannen Energie fürs Warmhalten. Wer täglich etwa eine halbe Kanne Kaffee eine Stunde lang auf der Heizplatte warm hält, benötigt dafür im Jahr ungefähr 20 bis 30 Kilowattstunden Strom. Das kostet rund 3 bis 5 Euro. Zusätzlich belastet der Energieverbrauch die Umwelt. Wir haben eine Kaffeemaschine im Stromverbrauch etwas schlechter bewertet, wenn sie eine Heizplatte anbietet. Aber natürlich lässt sich der Kaffee auch aus einer solchen Maschine in eine im Haushalt ohnehin vorhandene Isolierkanne umfüllen.
Fünf Maschinen im Test haben einen Aroma- oder Geschmacksregler, mit dem sich die Kaffeestärke einstellen lässt. Die Regler stellen die Geschwindigkeit, mit der das Wasser durch das Kaffeemehl geleitet wird, geringer oder höher ein. Dadurch wird der Kaffee stärker oder milder (siehe Filtertüten), was die Profiverkoster bestätigten. Trotzdem sind die Regler kein Garant für ein tolles Aroma, wie etwa das Beispiel De'Longhi zeigt.
Senseo: Besser, aber nicht gut genug
Die Philips Senseo brüht mit speziellen Pads in kurzer Zeit ein bis zwei Tassen auf. Als sie neu auf den Markt gekommen war, hatten wir festgestellt: Aus der Maschine kann ein heißer Wasserstrahl schießen, wenn der Auslöseknopf bei offenem Deckel gedrückt wird. Das hat Philips nachgebessert, aber die problematischen Maschinen nicht aus dem Handel zurückgerufen. Und der Kaffee, den wir jetzt mit drei verschiedenen Röstungen (mild, normal und dunkel) der zugehörigen Pads von Douwe Egberts in der neuen Maschine brühten, ist schlechter als ein Filteraufguss per Hand. Er bekam von den Profis keine guten Noten.
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