Akku-Bohrschrauber: Kraftpakete ohne Kabel
20.05.2011
Klein, leicht, kabellos – so trumpfen Akku-Bohrschrauber auf. Sie erleichtern das Schrauben und Bohren an schwer zugänglichen Stellen erheblich. Netzbetriebene Geräte sind zwar in der Regel leistungsfähiger, aber eben auch weniger mobil und mitunter weniger handlich.
10 von 16 insgesamt gut
Akku-Bohrschrauber können durchaus mit Kabelgeräten mithalten, sofern der Heimwerker nicht zum Billiggerät greift. Das zeigt der Vergleich der Testergebnisse des aktuellen und des vorjährigen Tests. 2010 hatten die Tester Geräte unter 50 Euro geprüft Test Schlagbohrmaschinen und Akku-Bohrschrauber: Billiggeräte versagen (test 05/2010). Ergebnis damals: Kein einziges schnitt gut ab. Diesmal sind von 16 Geräten – darunter Bohrschrauber, Schlagbohrschrauber und ein Bohrhammer – 10 gut. Aber auch teurer: Zwischen 100 und 450 Euro kosten die Kraftpakete.
Schrauber, Bohrer und Schlagbohrer in einem Gerät
Wer nur Schrauben ein- und ausdrehen möchte, ab und zu ein Loch in Holz oder eine Hohlziegelwand bohren will, dem wird ein Akku-Bohrschrauber reichen. Wer dagegen auch Mauern aus hartem Backstein bohren muss, der greift besser zum Schlagbohrer. Und wer gegen Beton antritt, fährt mit der harten Gangart eines Bohrhammers am besten. Voraussetzung für den Erfolg sind passende Bohrer Tipps. Übrigens: Nur die Hälfte der Geräte kann große Schaftdurchmesser (über 10 und bis 13 Millimeter) aufnehmen.
Hochwertige Geräte mit 2-Gang-Getriebe
Mit Ausnahme des Bohrhammers Bosch Uneo haben alle Geräte im Test zwei mechanische Getriebestufen – ein wichtiges Merkmal hochwertiger Geräte. Alle verfügen zudem über eine Drehzahlregelung mit Gasgebeschalter. Damit lässt sich die Kraft bei jeder Anwendung optimal dosieren: Der erste Gang liefert eine geringe Drehzahl und ein hohes Drehmoment – ideal zum Eindrehen von Schrauben und langsamen Bohren großer Löcher. Der zweite Gang bringt die Drehzahl auf Touren bei gleichzeitig geringem Drehmoment – gut fürs Bohren und Schlagbohren mit kleinen und mittleren Durchmessern.
Sekundenschnell in Beton gebohrt
Die fehlende Zweigangschaltung lässt den Bosch Uneo beim Schrauben ziemlich alt aussehen: Das Drehmoment reicht oft nicht aus, um große Schrauben vollständig einzudrehen oder festsitzende Schrauben loszubekommen. Beim Bohren aber spielt der kompakte Bohrhammer sein Potenzial voll aus. Vor allem beim Schlagbohren zeigt sich der Vorteil des pneumatischen Hammerwerks gegenüber einem normalen Schlagwerk. Für ein fünf Zentimeter tiefes 8-Millimeter-Bohrloch in Beton brauchte er 12 Sekunden – ohne viel Anstrengung für den Heimwerker. Die anderen benötigten für solche Löcher bis zu viermal mehr Zeit – und auch mehr Kraftaufwand, Lärm und Vibration. Der Black-&-Decker-Schlagbohrer schaffte im Test nur 6-Millimeter-Bohrlöcher.
Bis zu fünfeinhalb Stunden Ladezeit
Alle Geräte im Test arbeiten mit Lithiumionen-Akkus, deren Selbstentladung gering ist. Mit vollem Akku konnten die Tester 50 bis 150 große Schrauben (6 x 80 Millimeter) in Kiefernholz versenken. Die Ladezeiten lagen zwischen 18 Minuten – etwa beim Kress 180 AFB – bis hin zu inakzeptablen fünfeinhalb Stunden beim Black & Decker ASL 146KB. Erfreulich: Bei fast allen Geräten ist der Akku wechselbar und fast alle Anbieter liefern einen zweiten Akku mit. Das ermöglicht einen fliegenden Wechsel. Nur im Bohrhammer Bosch Uneo ist der Akku fest eingebaut. Ist er leer, muss die Arbeit ruhen – und das für zweieinhalb Stunden. Das ist umso ärgerlicher, als die Akkukapazität des Uneo nicht die beste ist.
Je höher die Akkukapazität, desto besser
Die Nutzung je Akkuladung lässt sich schon beim Kauf abschätzen: Je höher die deklarierte Kapazität, desto besser: Die auf den Verpackungen genannten Werte liegen zwischen 1,3 und 3,0 Amperestunden, wobei die von der Stiftung Warentest gemessenen Werte teilweise etwas niedriger sind. Mit gemessenen 2,9 Amperestunden die beste Akkuleistung bringt der Schlagbohrschrauber von Hitachi, der des Makita-Bohrschraubers schwächelt dagegen: 1,0 Amperestunden. Die Angabe der Spannung in Volt bringt dem Nutzer dagegen nichts: Ob 12, 14,4 oder 18 Volt auf dem Gerät steht – über die Leistungsfähigkeit in der Praxis sagt das gar nichts.
Zwei mit Sicherheitsmängeln
Zwei Geräte haben den Sicherheitscheck nicht bestanden: Der Akku des Skil Skildriver 2521 könnte im Ladegerät unbeaufsichtigt schlimmstenfalls lichterloh abbrennen. Laut Norm muss der Kunststoff von allein verlöschen. Der zweite Fall betrifft den Makita BHP 442: Hier ist das Rückdrehmoment so stark, dass dieses Gerät bei einem plötzlichen Blockieren kaum mehr festzuhalten ist. Der Griff ist zu kurz, ein zweiter Handgriff fehlt. Frisst sich zum Beispiel der Bohrer beim Bohren fest, dreht es dem Heimwerker das Gerät aus der Hand. Auf einer Leiter stehend, kann das lebensgefährlich sein.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Tipps
Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.
Schreiben Sie bitte einen Kommentar
Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen.
Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice


Kommentare (14)
weitere Kommentare anzeigen