Stromverbrauch von Elektrogeräten: Bilanz von 3 Jahren Arbeit
21.11.2011
Seit drei Jahren veröffentlicht Stiftung Warentest im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative auf www.test.de/spargeraete Verbrauchswerte von Elektrogeräten. Aktuell: etwa 1 100 Produkte in 27 Kategorien. Zeit für eine Bilanz. Die kommt zu interessanten und zum Teil überraschenden Ergebnissen. Dazu bittet test.de um Teilnahme an einer Umfrage zum Thema Klimaschutz.
Neuer Stromräuber Multimedia
Hießen die Übeltäter früher eher Kühlschrank und Gefriertruhe, sind es heute immer häufiger Fernseher, Computer und Co. Multimedia avanciert zum neuen Stromräuber. Fast ein Drittel der gesamten Stromkosten fallen bereits in diesen Bereich. Die Gründe sind vielfältig. Fernseher werden nicht nur immer größer, sondern laufen häufig auch als Zweitgerät. Daneben erobern immer neue Elektrogeräte, wie zum Beispiel Router oder Schnurlostelefone, die heimischen Wohnzimmer und treiben die Stromkosten dauerhaft in die Höhe.
Neugeräte sind sparsamer
Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Viele Elektrogeräte sind in den letzten Jahren sparsamer geworden (siehe linke Grafik). Am markantesten sind die Einspareffekte bei Kühl-Gefrier-Kombinationen. Geräte aus dem Jahr 1992 verursachen im Schnitt Stromkosten von 145 Euro im Jahr. Kombis aus dem Jahr 2009 begnügen sich dagegen bereits mit 56 Euro. Ähnlich die Entwicklung bei Wäschetrocknern: Die verschlangen Anfang der Neunziger noch Strom im Wert von 132 Euro. Bei Neugeräten aus dem Jahr 2009 waren es mit 75 Euro spürbar weniger. Auch in anderen Produktkategorien schlugen Neu- die Altgeräte in Sachen Energieeffizienz.
Standby bei Neugeräten kein Thema mehr
Jahrelang ein Ärgernis: der Stromverbrauch im Standby oder Auszustand. Überraschend und positiv: Bei Neugeräten ist der Stromverbrauch in diesen beiden Zuständen kaum noch der Rede wert. Grund ist eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2008. Danach dürfen seit 2010 viele neue Elektrogeräte wie zum Beispiel Fernseher, Kaffeemaschinen aber auch Waschmaschinen ausgeschaltet und im Bereitschaftszustand höchstens noch 1 Watt verbrauchen. Verfügen die Geräte zum Beispiel über eine zusätzliche Statusanzeige liegt die Obergrenze für die Leistungsaufnahme im Standby bei 2 Watt. Zum Jahresbeginn 2013 sinken die Grenzwerte weiter. Dann gelten für Standby und Aus noch maximal 0,5 Watt beziehungsweise 1 Watt bei zusätzlicher Statusanzeige im Standby.
Ausnahme Drucker
test.de kann diesen Trend bestätigen. Seit Jahren schon sind die Stromverbräuche von Elektrogeräten im Standby und Auszustand rückläufig (siehe linke Grafik). Nahezu alle getesteten Produktkategorien liegen unter den neuen Grenzwerten – mit einer Ausnahme: Drucker. Die tanzen noch immer völlig aus der Reihe. So verbrauchten zum Beispiel die Farblaser-Drucker im Test aus Juni 2011 im Schnitt 7,7 Watt im Standby. Nicht viel besser sieht es bei den anderen Druckertypen aus.
Waschmaschinen sind am Ende
Und in Zukunft? Sinkt der Stromverbrauch der Elektrogeräte einfach immer weiter? Das kommt auf die Geräte an. Bei Wäschetrocknern oder auch Fernsehern drängen in den nächsten Jahren sicherlich noch sparsamere Modelle auf den Markt. Anders ist bereits heute die Lage bei Waschmaschinen. Das Ende der Einsparmöglichkeiten scheint in greifbare Nähe gerückt. Weniger geht kaum noch. Immerhin soll die Wäsche ja auch sauber werden. Fakt ist: Elektrogeräten sind gewisse Grenzen gesetzt. Wer noch mehr sparen will, sollte deshalb lieber seinen alltäglichen Umgang mit Strom im Auge behalten. Muss der Fernseher immer laufen? Brauche ich den alten Kühler als Zweitgerät im Keller? Kann der Rechner vom Sohnemann nicht auch mal ruhen?
Klimaschutz auf test.de
Seit drei Jahren veröffentlicht die Stiftung Warentest im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Umweltministeriums unter www.test.de/spargeraete Stromverbrauchswerte von Elektrogeräten. Mehr als 1 100 Elektrogeräte, 27 Produktkategorien, zahlreiche Stromspartipps und viele nützliche Infos rund um das Thema Energie. Knapp 2 Millionen Besuche verzeichnete das kostenlose Angebot innerhalb der vergangenen drei Jahre. Zum Jahresende läuft das Projekt aus. Das Team der Klimaschutzinitiative möchte sich deshalb bei allen Interessierten recht herzlich bedanken und hofft, dass ein oder andere Mal den Lesern von test.de eine nützliche Hilfe gewesen zu sein. Abschließend noch die Bitte zur Teilnahme an einer Umfrage zum Thema Klimaschutz. Herzlichen Dank dafür im Voraus.
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