Melamin-Geschirr: Gesundheitsgefahr durch Erhitzen
19.05.2011
Wer Lebensmittel in Geschirr aus Melaminharz kocht oder hoch erhitzt, kann seiner Gesundheit schaden. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin. Beim Erhitzen können höhere Mengen Melamin und Formaldehyd freigesetzt werden und ins Essen und Trinken übergehen. test.de informiert.
Grenzwerte überschritten
Melaminharze enthalten als Ausgangsstoffe Melamin und Formaldehyd. Kunststoffe aus Melaminharz sind hart, bruchsicher und haben eine angenehm glatte Oberfläche. Deshalb sind Geschirr und Besteck aus Melaminharz besonders bei Eltern und Campingfreunden beliebt. Untersuchungen des BfR und der Überwachungsbehörden der Bundesländer zeigen jetzt: Die Gesundheit ist gefährdet, wenn etwa Eltern Brei für ihr Kind auf dem Teller aus Melaminharz in der Mikrowelle erhitzen oder Köche den Löffel aus Melaminharz im kochenden Essen stecken lassen. Bei hohen Temperaturen kann Melaminharz seine Ausgangsstoffe freisetzen, Formaldehyd und Melamin können ins Essen gelangen. Es gibt Grenzwerte, die festlegen, wie viel davon in Lebensmittel übergehen dürfen. Bei Temperaturen über 70° Celsius können diese Grenzwerte deutlich überschritten werden.
Risiko für die Gesundheit
Melamin steht in Verdacht, Erkrankungen im Blasen- und Nierensystem zu verursachen. Formaldehyd kann Allergien hervorrufen, Haut, Atemwege oder Augen reizen sowie beim Einatmen Krebs im Nase-Rachen-Raum verursachen.
Bis 70° Celsius unbedenklich
Das BfR empfiehlt deshalb, beim Braten, Kochen und in der Mikrowelle auf Geschirr und Küchenutensilien aus Melaminharz zu verzichten. Liebhaber dieses Geschirrs können es aber weiter als Essgeschirr benutzen. Sie sollten es nur nicht über 70° Celsius erhitzen. Heißen Tee, Babybrei und andere Speisen oder Getränke können sie aber ohne Bedenken darin servieren. Sie kühlen bei Raumtemperatur schnell genug ab.
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