Chat Sparlampen: Drei Lichtsysteme - test-Experten antworten

Chat Sparlampen Meldung

02.03.2011

So kompliziert war der Lampen­kauf noch nie: Zur Auswahl stehen Halogen-, LED- und Energie­spar­lampen. Welche Art spart die meiste Energie, welche spendet das angenehmste Licht? Alle Fragen dazu beantworten die test-Experten Michael Koswig und Peter Schick im Chat auf test.de.

Farbwiedergabe und Helligkeit

Moderator: Hier im Chat begrüße ich jetzt die test-Experten Michael Koswig und Peter Schick. Wir freuen uns auf eine Stunde zum Thema Sparlampen. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatterinnen und Chatter beantworten. Herr Koswig, Herr Schick – sind Sie bereit?

Peter Schick: Ja, wir sind bereit!

Michael Koswig: Sehr gerne.

Moderator: Bereits im Vorfeld dieses Chats hatten Sie die Möglichkeit, Fragen einzureichen und darüber abzustimmen. Beginnen wir mit den populärsten Fragen:

Marcusbehrens: Gibt es eine LED-Lampe, die an die Lichtqualität einer Glühbirne oder besser eines Halogenstrahlers herankommt?

Peter Schick: Wenn mit Lichtqualität die Farbwiedergabe gemeint ist: Nein, nicht ganz. Weder LED- noch warmweiße Kompaktleuchtstofflampen können in diesem Punkt mit Glühlampenlicht 100 Prozent mithalten.

Michael Koswig: Es gibt aber bereits Produkte, bei denen wir praktisch keinen sichtbaren Unterschied mehr feststellen. Sie erkennen dies an dem mindestens „guten“ Urteil beim Prüfpunkt Farbwiedergabe in unserer Testtabelle.

Käbdn: Gibt es eine Möglichkeit, die Helligkeiten zu vergleichen? Gerade bei LED-Lampen helfen die Watt-Angaben nicht, um abzuschätzen, ob ich meine 20-Watt-Halogenreflektorbirne oder meine 60-Watt-Glühbirne ersetzen kann. Ich denke, hier bräuchte es eine einheitliche Kennzeichnung.

Peter Schick: Sie können als Richtschnur den Lichtstrom verwenden, er wird auf allen Verpackungen in Lumen (lm) angegeben. Wenn Sie eine Ersatzlampe suchen, wählen Sie eine Lampe mit mindestens demselben Lichtstrom.

Ritzleo: Es werden oft in den Anfragen Lampen, Leuchten und Birnen verwechselt. Kann das klargestellt werden?

Peter Schick: „Lampen“ ist das Produkt, das das Licht abgibt, dafür wird im Volksmund oft auch das Wort „Birne“ benutzt. Die Wissenschaftler und Lichttechniker vermeiden das aber :-) Die Leuchte beinhaltet die Lampe und setzt gestalterische Akzente mit Leuchtenschirm oder ähnlichem.

Manfred: Worauf ist zu achten, wenn Glühlampen durch Halogenlampen (E27) ersetzt werden? Ist die Hitzeabstrahlung nicht viel stärker, so dass die Leuchte beschädigt wird? Wir haben eine Deckenleuchte, auf der angegeben ist: max. 3 x 60 Watt (E27-Glhlampen). Können die Halogenbirnen hier verwendet werden? Die runde Leuchte hat eine Grundplatte aus Metall, auf der die Fassungen befestigt sind. Darunter ist – im Abstand von 2 cm (zur Wärmeabführung) – eine leicht gewölbte Glasplatte auf 3 Abstandshaltern.

Michael Koswig: Weil gleich helle Eco- oder Energiesaver-Halogenlampen gegenüber normalen Halogenlampen etwas sparsamer sind, entsteht auch etwas weniger Wärme. Wo normale Glühlampen im Einsatz sind, können Sie sie durch gleich helle Halogenglühlampen immer ersetzen.

Warmes oder kaltes Licht?

Dieter Floß: Kann man die Farbwiedergabequalität von LED-Licht wie bei anderen Lampen mit der Farbwiedergabestufe bzw. dem Ra-Wert beschreiben und – wenn ja – wie ist der aktuelle Stand, was ist heute erreichbar? Geht das (notwendige) Streben nach guter Farbwiedergabe zu Lasten der Kosten?

Peter Schick: Die Farbwiedergabe von Lampen wird oft mit dem allgemeinen Farbwiedergabeindex Ra beschrieben. In der Lichttechnik werden nach DIN-Norm 15 verschiedene spezielle Farbwiedergabe-Indizes ermittelt. Jeder gilt für eine ganz bestimmte einzelne Farbe. Ra ist der Durchschnitt der ersten 8 und gar nicht so allgemein wie der Name klingt. Denn gesättigtes Rot ist beispielsweise nicht enthalten. Aber gerade da haben viele warmweiße LED- und Kompaktleuchtstofflampen eine Schwäche.

Michael Koswig: Wir bewerten die Farbwiedergabe anhand des Mittelwertes aller 15 Indizes. Übrigens: Tageslicht und Glühlampenlicht bieten die beste Farbwiedergabe und sind Referenzmaßstab für Lampen. Besonders gute Farbwiedergabe hatten wir bei früheren Untersuchungen bei tageslichtweißen Kompaktleuchtstofflampen gemessen.

Peter Schick: Sie haben eine dreistellige Farbkennzahl, die mit 9 beginnt. Die beiden anderen Ziffern kennzeichnen die Farbtemperatur, z.B. „965“ (6500 Kelvin). Eher für Arbeitsplätze zu empfehlen, weil sie wegen des hohen Blaulichtanteils wachmachen. Warmweiße Lampen mit sehr guter Farbwiedergabe werden eine 927 tragen. Es gibt z.B. Leuchtstoffröhren, die das schaffen.

Ritzleo: Warme Lichtfarben erscheinen bei gleicher Lichtstrom-Angabe viel heller als z.B. kalte Lichtfarben ab 4000 Kelvin. Wie soll man sich da zurecht finden?

Peter Schick: In unseren Prüfungen konnten wir solche subjektiven Helligkeitsunterschiede bei gleicher Lichtstromangabe nicht feststellen. Allerdings ist es richtig, dass der Lichtstrom die persönlich empfundene Helligkeit nur ungefähr wiedergibt. Wichtig sind außerdem Blendungseffekte, z.B. bei punktförmigen Lichtquellen, wie klaren Halogenlampen oder LED-Strahlern.

Der Unterschied zwischen Lichtstrom und Lichtstärke

Alf: Auf LED-Lampenpackungen steht oft nur eine cd-(candle)Angabe (z.B.190 cd). Wie kann man diese cd umrechnen bzw. mit Lumen und Glühbirne vergleichen?

Michael Koswig: Der Lichtstrom ist das gesamte Licht, das die Lampe nach allen Seiten abgibt. Er wird in der Einheit Lumen (lm) gemessen. Die EU-Verordnung zu Haushaltslampen schreibt unter anderem vor, dass dieser Wert auf der Verpackung angegeben werden muss. Die Lichtstärke wird in Candela (cd) angegeben. Dies ist der Lichtstrom pro Raumwinkel (Lumen pro Sterradiant). Diese Größe ist vor allem für gerichtetes Licht interessant. Der Candela-Wert gibt die maximale Lichtstärke in Hauptstrahlrichtung an. Dabei wird zur Charakterisierung zur Lichtverteilung oft noch der sogenannte Halbwertswinkel angegeben. Das ist der Winkel in Hauptstrahlrichtung, innerhalb dessen mindestens die Hälfte der maximalen Lichtstärke vorliegt.

Peter Schick: Im aktuellen Test waren allerdings nur Lampen vertreten, die allseitig Licht abstrahlen, also keine Spots oder Reflektorlampen.

Michael Koswig: Deswegen haben wir uns hier auf die Messung der Lichtstärke beschränkt.

Ist die Ökobilanz wirklich so gut?

Homer: Ich besitze noch jede Menge Glühbirnen, sollte ich die auch aus ökologischer Sicht nicht erst aufbrauchen, bevor ich auf Energiesparlampen umsteige?

Peter Schick: Der Umstieg auf Energiesparlampen kann trotzdem erfolgen. Ihre alten Glühlampen können Sie an Stellen verwenden, wo sie nur selten und nicht lange Licht benötigen, z.B. in Abstellräumen, Kellern etc.

Frageinfachmalso: Mich würde interessieren, wie die gesamte Ökobilanz wirklich aussieht, nicht nur der Stromverbrauch. Dazu gehört z.B. auch: Die aufwändigere Fertigung, die Gesundheits- und Umweltbelastung durch Quecksilber bei der Herstellung, Benutzung und Entsorgung, die Entsorgung und Aufarbeitung des Elektronik-Schrotts.

GMeinauer: Unter Umweltaspekten: Wenn wir den Großteil des Stroms aus regenerativen Energien beziehen könnten, wären klassische Glühbirnen nicht umweltfreundlicher, da schadstoffärmer?

Michael Koswig: Auch mit regenerativ erzeugtem Strom lassen sich intelligentere Dinge tun als eine stromfressende Glühlampe zu betreiben und so indirekt auch im Sommer mit Strom zu heizen.

Peter Schick: Eine auszugsweise Ökobilanz haben wir in unserer Testtabelle im Prüfpunkt „Primärenergieaufwand“ bewertet. Die Materialien der Lampe und die Entsorgung schlagen dabei nur zu einem ganz geringen Teil zu Buche, weil der Stromverbrauch der Lampe im Betrieb den Haupteinfluss hat (etwa 90–99 Prozent).

Michael Koswig: Im Ergebnis spricht alles für den Betrieb möglichst energieeffizienter Lampen, die mit einer geringen Wattzahl viel Licht erzeugen.

Peter Schick: Unsere Testsieger halten z.B. mindestens sechsmal länger als Glühlampen und verbrauchen nur etwa ein Fünftel des Stroms, deshalb sind sie in der Gesamtbilanz der Glühlampe eindeutig überlegen.

Schadstoffe in Energiesparlampen

Stefan: Viele Stromsparleuchten strömen ätzende Gase aus, die nicht nur einen unangenehm scharfen Geruch verbreiten, sondern nach kurzer Zeit die Augen und den Hals reizen. Wie entstehen die Gase? Sind die Aussagen – auch von test – richtig, dass die Gase ungefährlich sind? Kann man solche Leuchten umtauschen? Welche Leuchten gasen nicht?

Lohengrin: Können Energiesparlampen in der Praxis tatsächlich krank machen oder trifft das nur auf unrealistische Laborversuche zu?

Michael Koswig: Nach unseren bisherigen Untersuchungen von einigen hundert Fabrikaten können wir die Befürchtung von ausströmenden ätzenden Gasen nicht bestätigen. Wir prüfen einerseits die Gerüche, andererseits analysieren wir die leichtflüchtigen Substanzen, die in die Raumluft abgegeben werden.

Peter Schick: In wenigen Einzelfällen stellten wir deutliche Geruchsbelästigung fest. In einem Fall, in test 4/2010 (Test „LED-, Halogen- Energiesparlampen“) auch erhöhte Konzentration leichtflüchtiger Stoffe. Auch wenn dies bei normalem Lüftungsverhalten keine Befürchtungen zu akuten Gesundheitsgefährdungen gibt: Stinkende Lampen sind nicht zumutbar. Der Händler sollte sie umtauschen. Weigert er sich, wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale.

Phonogen: Gibt es Energiesparlampen ohne Quecksilber? Kann man solche Lampen sinnvoll recyceln? Laut einem Nürnberger Entsorgungsbetrieb wird das Quecksilbergas nur in Flaschen gefüllt und gelagert. Das Wiederverwerten ist zu teuer, bzw. unmöglich. Warum sind „nackte“ Energiesparlampen ohne Starter teurer als kombinierte? Ist der Wirkungsgrad von LED-Lampen besser als von Leuchtstoffröhren?

Peter Schick: Es gibt keine Kompaktleuchtstofflampen ohne Quecksilber, weil diese das Quecksilbergas im Inneren zur effizienten Lichterzeugung aus technischen Gründen benötigen. Man kann diese quecksilberhaltigen Lampen auch recyclen, deshalb auf jeden Fall korrekt entsorgen. Auch das flüssige Quecksilber wird recycled. Der Wirkungsgrad von LED-Lampen ist inzwischen vergleichbar zu Leuchtstoffröhren. Diese gestreckten Röhren waren bei uns zwar noch nie im Test, weil sie häufiger im gewerblichen Bereich verwendet werden. Sie sind aber noch ein wenig effizienter, als die kleinen Kompaktleuchtstofflampen.

Michael Koswig: Es gibt keinen Grund auf Leuchtstoffröhren zu verzichten.

Bello: Wie sind eigentlich Lampen mit Leuchtstoffröhren einzuordnen (z.B. 1,20 m lang)? Sind die auch energiesparend?

Michael Koswig: Sie sind sehr energiesparend, besonders die neuen mit elektronischem Vorschaltgerät. Im Fachhandel sind obendrein Leuchtstofflampen erhältlich, die auch eine sehr gute Farbwiedergabe gewährleisten.

Wenn die Sparlampe kaputtgeht...

Randy: Wie ist die Entsorgung geregelt? Mein Baumarkt nimmt Energiesparlampen nur ausnahmsweise entgegen.

Michael Koswig: Derzeit ist die Entsorgung noch unzureichend geregelt. Auf den Lampen gibt es zwar kleine Hinweisschildchen, die zeigen sollen, dass die Lampen nicht in den Hausmüll entsorgt werden sollen, aber diese Hinweise sind viel zu zaghaft. Es ist deshalb kein Wunder, dass bislang die überwiegende Anzahl der zu entsorgenden Energiesparlampen nicht recycled wird. Auch die Tatsache, dass bislang überwiegend nur kommunale Problemstoffsammelstellen die alten Lampen annehmen, ist unbefriedigend. Hier müsste der Handel viel stärker aktiv werden.

MichaelaHB: Welche Gefahr besteht, wenn Energiesparlampen zerbrechen?

Michael Koswig: Auf jeden Fall sollte man nicht in Panik geraten, bei vielen Lampen geht nur die äußere Hülle kaputt und Quecksilber kann nicht in die Raumluft gelangen. Im übrigen sollte man sich klarmachen, dass der Quecksilbergehalt in den Kompaktleuchtstofflampen sehr gering ist. Es handelt sich um zwei Tausendstel Gramm. Einen guten Schutz bietet die Verwendung von Lampen, in denen das Quecksilber in Form von festem Amalgam eingesetzt wird.

Peter Schick: Im Falle eines Bruches verdunstet es aus dem Amalgam fast gar nicht und kann bedenkenlos mit dem Staubsauger aufgesaugt werden, danach aber bitte den Staubsaugerbeutel gleich entsorgen.

Michael Koswig: Vorsichtshalber sollte man im Falle eines Bruches zunächst Fenster öffnen und den Raum für eine Viertelstunde verlassen. Danach kommt es darauf an, alle Bruchstücke sorgfältig zusammenzukehren und außerhalb des Hauses zu entsorgen. Anschließend den betroffenen Bereich gründlich mit dem Staubsauger reinigen. Danach kann das Zimmer bedenkenlos weiter benutzt werden.

Wunderwasser: Einsatzort Kinderzimmer: Kinder im Grundschulalter und im Kindergartenalter gehen mit Haaren oder Gesicht/Augen schon mal dichter an die Leuchtquelle als gewünscht. Auch verlassen sie den Raum und vergessen, das „kleine Licht“ auszuschalten. Welches Leuchtmittel (LED-/Halogen-/Energiesparlampe) ist bei Nachttisch- und Schreibtischlampen für Kinder am sichersten?

Peter Schick: Bei Kompaktleuchtstofflampen sollte man darauf achten, dass Modelle mit Hüllkolben und Splitterschutzfolie gewählt werden. Das ist ein Kunststoffüberzug, der noch mal über dem birnenförmigen Kolben liegt und die Bruchstücke im Fall eines Schadens zusammenhält.
Bei LED-Leuchtmitteln ist im Kinderzimmer darauf zu achten, dass möglichst keine Lampen gewählt werden, wo man direkt in die einzelnen LEDs schauen kann und dadurch geblendet wird. Es gibt LED-Lampen mit davorliegenden matten Hüllen, die das Licht streuen.

Energiesparlampen für draußen

Wollev: Guten Tag, ich suche für die Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder Sparlampen. Normale Sparlampen verlieren schon nach kurzer Zeit ihre Helligkeit. Welche Art setzt man am besten ein?

P3452: Gibt es Sparbirnen, die nicht im Laufe der Zeit an Helligkeit verlieren?

Peter Schick: Für die Außenbeleuchtung sind besonders LED-Lampen geeignet, weil diese bei tiefen Temperaturen noch effizienter sind und immer sofort die volle Helligkeit liefern.

Michael Koswig: Hingegen sind manche Kompaktleuchtstofflampen bei Minusgraden etwas sensibel: Sie büßen dann einen großen Teil ihrer Leuchtkraft ein. Alle Lampen verlieren im Laufe ihres Lebens an Helligkeit, auch Glühlampen und LED-Lampen. Bekannt ist das häufig jedoch nur von Kompaktleuchtstofflampen. Aus diesem Grunde bewerten wir in unseren Tests die sogenannte Nutzlebensdauer und messen bei allen Lampen, wie lange es dauert, bis sie nur noch 80 Prozent des deklarierten Lichtstroms liefern. Unsere Tests zeigen, dass es hier große Unterschiede gibt. „Gute“ Lampen müssen bei unserem Dauertest 6000 Brennstunden überstehen und das schaffen sie auch.

Energiesparlampen für drinnen

Melanie aus Wesel: Hallo, gibt es eine Energiesparlampe, die sofort volle Lichtleistung bringt? Selbst nach 30 Minuten bin ich der Meinung, wir verfügen nur über ein Kuschel-Licht.

Johannes_G.: Brauchen alle Sparbirnen eine Anlaufzeit, bis sie ihre maximale Leuchtkraft erreichen?

Michael Koswig: Wenn die Lampe auch nach 30 Minuten noch nicht hell genug ist, sollte man über eine höhere Wattage nachdenken. Die vorhandene Lampe ist vermutlich einfach zu dunkel gewählt. Energiesparlampen, deren Elektroden nicht vorgeheizt werden und die mit flüssigem Quecksilber betrieben werden, bringen relativ schnell die volle Lichtleistung, haben aber andere Nachteile: Sie sind nicht so schaltfest und im Falle eines Bruches hat man mehr Aufwand, das Quecksilber zu beseitigen.

Peter Schick: Die LED-Lampen brauchen keine Anlaufzeit, sie sind sofort hell. Alle Kompaktleuchtstofflampen brauchen immer etwas Zeit, bis sich der Quecksilberdampf im Inneren des Kolbens verteilt hat und die Lampe gleichmäßig voll zum Leuchten bringt. Auch die langsamsten Lampen erreichten in unserem Test die volle Helligkeit nach guten zwei Minuten.

Die glühbirne: Gibt es Sparlampen zum Dimmen und lohnt sich deren Anschaffung?

Michael Koswig: Die Frage, ob sich die Anschaffung lohnt, darf nicht nur in finanzieller Hinsicht beantwortet werden, denn eine dimmbare Lampe kann ja z. B. auch für Gemütlichkeit sorgen und das ist möglicherweise mehr wert. Im übrigen zeigt unser Test, dass die beste Lampe schon für 10 Euro erhältlich ist.

Moderator: Hier eine Nachfrage zu Anwendungsgebieten:

HT: Welche Lampen eignen sich für Küchen, Kinderzimmer und Hobbyraum?

Michael Koswig: Zur Grundbeleuchtung in all diesen Räumen eignen sich vor allem die Kompaktleuchtstofflampen. Sie sind besonders kostengünstig im Betrieb. Ergänzend kann man einzelne Bereiche in den Zimmern gezielt mit anderen Lampen ausleuchten. Zum Beispiel am Esstisch mit Halogenlampen, unter denen die Farben der Lebensmittel besonders gut zur Geltung kommen. Prima geeignet sind auch LED-Spots, mit denen sich einzelne Gegenstände oder auch Raumbereiche, z.B. die Leseecke, geschickt beleuchten lassen. Auch farbige Lichtakzente, die architektonisch reizvoll sein können, lassen sich mit LED-Spots erzielen. Angeboten werden zum Beispiel LED-Spots mit farbigem Licht, z.B. ein roter Spot an einer sonst weißen Zimmerwand kann sehr interessant wirken.

No-Name-Produkt oder Markenware?

Mojo1: Sind teure Energiesparlampen in der Praxis tatsächlich besser bzw. langlebiger als Discounterangebote?

Peter Schick: Wir stellen in unseren Tests immer wieder fest, dass Markenware tendenziell besser abschneidet als Billigware. Vor allem bei der langfristigen Helligkeit und der Haltbarkeit messen wir oft Unterschiede zugunsten der Markenware.

Michael Koswig: Allerdings zeigt unser Test auch, dass es preiswerte Produkte geben kann, die nicht von den großen Marktführern angeboten werden, z.B. hat die günstige Conrad-Energiesparlampe für 6,95 Euro ein „gutes“ Qualitätsurteil erzielt.

Ksm: Welche Lampe eignet sich am besten für einen PC-Arbeitsplatz (Grafik-, Foto-, Bildbearbeitung)?

Peter Schick: Für Arbeitsplätze generell sind tageslichtweiße Kompaktleuchtstofflampen sehr gut geeignet, in früheren Untersuchungen hatten wir sehr gute Farbwiedergabeeigenschaften gemessen. Außerdem machen diese Lampen wegen ihres hohen Blaulichtanteils wach und aufmerksam. Diese Eigenschaft ist bei warmweißen Lampen so nicht vorhanden, deshalb kann man die warmweißen vorteilhaft aber auch an anderen Stellen in der Wohnung einstellen, wie beispielsweise in Nachttischlampen.

Haltbarkeit der Lampen

Monika1: Sollte man Energiesparlampen lieber mal brennen lassen als sie häufig an und auszuschalten? Gibt es eine Faustregel, bis wann sich das Anlassen lohnt?

Michael Koswig: Es spricht überhaupt nichts dagegen, die Lampen auszuschalten. Bei unseren Tests haben wir festgestellt, dass die guten Lampen 90.000-maliges Ein- und Ausschalten gut überstehen.

Peter Schick: Beim Kauf kann man auch gezielt auf der Verpackung nach schaltfesten Lampen suchen. Häufig ist ein entsprechendes Symbol angegeben und die Zahl möglicher Schaltungen genannt.

Michael Koswig: Für Energiesparer kann die Kombination mit einem Bewegungsmelder interessant sein.

AgaKo: Nachfrage zu Monika: Aber lässt nicht gerade bei häufigem An- und Ausschalten die Helligkeit ab?

Peter Schick: Die Helligkeitsabnahme hängt von der absoluten Brenndauer ab, nicht von der Häufigkeit des Ein- und Ausschaltens.

Homer: Ich halte Energiesparlampen immer noch für zu teuer. Erwarten Sie in der nächsten Zeit einen Preisrückgang?

Peter Schick: Kompaktleuchtstofflampen sind bereits heute, wenn man Kauf- und Stromkosten zusammenzählt, die deutlich preisgünstigste Art der Beleuchtung. Wenn LED-Lampen etwa so lange halten, wie sie häufig deklariert werden (etwa 20.000 Stunden), dann sind auch sie trotz heute hoher Kaufkosten im Vergleich zu Glühlampen rentabel.

Michael Koswig: Erfreulicherweise beobachten wir allerdings bei den LED-Lampen, dass die Preise sehr schnell sinken und neue effiziente Modelle auf den Markt drängen. Unser Testsieger, die Toshiba E-Core LED-Lampe, kostet z.B. derzeit fünfzehn Euro, das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen.

Moderator: Das waren 60 Minuten Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen interessanten Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beantworten konnten. Vielen Dank auch an Michael Koswig und Peter Schick, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Das Transkript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de nachlesen. Das Chat-Team wünscht Ihnen einen schönen Tag.
Test:Energie sparende Lampen

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