Handcremes gegen Pigmentflecken: Fleckenteufel?
Entgegen allen Versprechungen können spezielle Handpflegemittel gegen die ungeliebten Altersflecken nichts ausrichten.
Wer eine Handcreme sucht, hat jede Menge Auswahl zwischen „guten“ und sogar „sehr guten“ Produkten. Das stellten wir im Januarheft von test fest: Von den 14 untersuchten Handcremes überzeugten gleich 10. Doch es gibt auch Handpflegemittel, deren Hersteller mehr versprechen als geschmeidige, glatte Haut. Sie wollen auch den ungeliebten Pigmentflecken, die sich mit zunehmendem Alter oft auf den Handrücken bilden, zu Leibe rücken: sie mildern oder aufhellen. Über ein Vierteljahr haben wir sie getestet. Auf den Erfolg warteten wir vergeblich. Keines dieser Spezialmittel ist in der Lage, die Flecken auch nur andeutungsweise zu mildern. Das Geld für diese vor allem in Parfümerien erhältlichen „Fleckenteufel“ können Sie sich getrost sparen, zumal sie nicht gerade preiswert sind. Die billigste Tube (Claire Fisher) kostet 7,50 Euro, die teuerste (Helena Rubinstein) 42 Euro.
Kein Einfluss auf den Farbton
Jeweils 30 Testerinnen pro Produkt cremten genau festgelegte Testareale auf ihren Handrücken und Unterarmen ein – drei Monate lang zweimal täglich. Vor und nach der Anwendungszeit untersuchten Experten im Prüfinstitut mit einem speziellen Farbmessgerät, dem Chromameter, ob sich die Farbintensität der Flecken verändert hatte. Fehlanzeige: Die Cremes hellten den Farbton der Male nicht auf. Das hielten wir zusätzlich in einer Fotodokumentation unter 20facher Vergrößerung der Testareale fest.
Das enttäuschende Ergebnis führte dazu, dass alle sechs Handpflegemittel, die in der Werbung die Wirkung auf Pigmentflecken deutlich herausstellen, ein „mangelhaftes“ test-Qualitätsurteil bekamen. Sie werden schließlich wegen des versprochenen Effekts gekauft. Da helfen auch die ansonsten überwiegend „guten“ Pflegeeigenschaften nichts. Allerdings kamen Clarins und Clinique in der für die Haut so bedeutsamen Feuchtigkeitsanreicherung über „befriedigend“ nicht hinaus.
Pigmentflecken, auch als Altersflecken bekannt, können sich auf allen Hautpartien bilden, die häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, also vornehmlich im Gesicht, am Dekolletee oder an den Händen und Unterarmen. Aus hautärztlicher Sicht sind sie harmlos, aber trotzdem Anlass für manchen Kummer, signalisieren sie doch unübersehbar das Älterwerden. Schon ab 35 können sie auftreten. Sie bilden sich aus dem körpereigenen Bräunungsstoff Melanin. Er wird produziert, um die Haut vor ultravioletter Strahlung zu schützen. Mit zunehmendem Alter, durch Hormonveränderungen, Vererbung oder Medikamente (zum Beispiel Antibiotika) können die Melanine außer Kontrolle geraten und sich zu Pigmentablagerungen zusammenrotten, sichtbar als bräunliche Flecken auf der Haut.
Wer sich mit den Altersflecken partout nicht anfreunden kann, sollte einen Hautarzt aufsuchen. Mit Laser oder speziellen Bleich- oder Schälverfahren ist Pigmentflecken im Allgemeinen gut beizukommen. Auch vorbeugend lässt sich einiges tun: Schützen Sie Ihre Hände mit einem Ihrem Hauttyp entsprechenden Sonnenschutzmittel, und zwar von Jugend an.
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Tabelle: Handcremes aus test 1/2004
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