Gesichtscremes (Naturkosmetik): Santaverde an der Spitze
17.12.2010
Das Winterwetter strapaziert die Haut – vor allem im Gesicht. Im Test deswegen: Zehn Gesichtscremes – diesmal Naturkosmetik-Produkte mit entsprechendem Siegel. Die meisten schnitten gut ab. Auch die beiden Männercremes. Drei Cremes allerdings sind anfällig für Keime.
Im Test: Cremes mit Naturkosmetiksiegel
Alle Cremes im Test tragen ein Naturkosmetiksiegel. Die Tester prüften, ob sie die Anforderungen erfüllen und untersuchten die Cremes zum Beispiel auf Konservierungsstoffe, Silizium, Paraffinkohlenwasserstoffe, Duftstoffe und polyzyklische Moschusverbindungen. Es gab keine Anhaltspunkte dafür, dass sich einer der Hersteller nicht an die Kriterien hielt.
Sie pflegen gut und sind verträglich
Die meisten Cremes für normale Haut bewiesen gute Pflegeeigenschaften. Ein Plus an Feuchtigkeit ließ sich noch nach Stunden nachweisen. Doch es ging nicht nur um Messwerte. Auch die Testpersonen – immer 30 erprobten eine Creme in der Praxis – empfanden die Pflegewirkung meist als überzeugend. Von der Wirkung her stehen Naturkosmetikcremes guten „normalen“ Cremes also in nichts nach. Auch in der Hautverträglichkeit erwiesen sich alle als sehr gut.
Gute in allen Preislagen
An der Spitze des Testfelds steht Santaverde Aloe vera Creme medium. Mit 7 Euro pro 10 Milliliter ist sie allerdings die teuerste Creme im Test. So viel Geld muss niemand ausgeben: Die preiswerteste – alverde Tagescreme Olive Sonnenblume der Drogeriemarktkette dm – ist fast genauso gut. Sie kostet für die gleiche Menge weniger als ein Zehntel: nur 59 Cent. Auch die meisten anderen Cremes halten im Gesamtergebnis gut mit und kosten pro 10 Milliliter zwischen 0,88 und knapp 3 Euro.
Manche anfällig für Keime
Aufpassen heißt es bei der Benutzung der Cremes: Naturkosmetikhersteller verzichten auf synthetische Konservierungsstoffe, die zwar sehr wirksam sind, aber nicht jeder Haut bekommen. Dadurch werden Naturkosmetikcremes zum Teil anfällig für Keimbefall. Auf der Haut kann das zu Reizungen führen. Eins sollte der Anwender also unbedingt beachten: Der Umgang mit Naturkosmetik erfordert mehr Achtsamkeit als der Gebrauch konventioneller Kosmetik Tipps.
Mängel in mikrobiologischer Qualität
Frisch geöffnet wiesen die Cremes – bis auf das Fluid von i+m – keine bedenkliche Keimzahl auf. Zwei zeigten aber Mängel in der Konservierung. Das stellten die Tester bei der Belastungsprüfung fest. Dabei tragen sie bewusst Keime in die Cremes ein, so wie das auch im Alltag passieren kann. Bei einem sorgfältig konservierten Produkt sterben die Keime mehrheitlich ab. Cremes, bei denen das nicht in ausreichendem Maße und in angemessener Zeit passiert, bekommen Minuspunkte für die mikrobiologische Qualität und als Folge auch im test-Qualitätsurteil. Für Sante und Logona bedeutet das befriedigend. Für i+m heißt es insgesamt mangelhaft: Hier tummelten sich bereits im frisch geöffneten Fluid zu viele Keime.
Duft manchmal sehr intensiv
Wer an den Duft konventioneller Kosmetik gewöhnt ist, tut sich manchmal mit der Parfümierung von Naturkosmetik schwer. Sie verzichtet bewusst auf synthetische Parfümstoffe. Die ätherischen Öle, die stattdessen duften, sind mancher Nase aber zu intensiv. Die Tester waren geteilter Meinung: Einige empfanden den Duft als angenehm, andere als muffig oder zu stark. Hier muss jeder nach seinem eigenen Geschmack entscheiden.
Naturkosmetik: Vorteile umstritten
Es spricht nichts dagegen, Naturkosmetik zu verwenden, wenn man sich damit wohl fühlt. Ob sie aber besondere Vorteile bietet, bleibt umstritten. Kritiker argumentieren zum Beispiel so: Naturstoffe sind für die Haut ebenso Fremdstoffe wie synthetische Substanzen. Natur ist auch nicht immer sanft: Gerade unter den natürlichen Stoffen gibt es einige sehr allergieträchtige, zum Beispiel die ätherischen Öle aus der Kamille oder das Teebaumöl.
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