Warzen: Was sie vertreibt

Warzen Meldung

test 01/2010

Sie sind meist ansteckend, kommen häufig wieder und gelten als hässlich: Wuchernde Warzen. Wer sie nicht mehr sehen kann, kann sie verstecken – oder mit wirksamen Mitteln bekämpfen.

Warzen

Die gute Nachricht vorweg: Gefährlich sind Warzen meist nicht – und manchmal lassen sie sogar mit sich reden (siehe „Warzen besprechen“). Selbst Warzen, die sich von Zaubersprüchen oder geheimnisvollen Ritualen nicht beeindrucken lassen, verschwinden häufig von allein. Die schlechte Nachricht: Das kann Jahre dauern.

Bis dahin empfinden die Betroffenen die Hautwucherungen als belastend. Schließlich gilt die Warze als Schönheitsmakel, den es zu verstecken gilt. Besonders im Gesicht oder an den Händen stört sie die Optik. An den Füßen sind Warzen häufig schmerzhaft und wenn die Quälgeister im Genital- oder Analbereich auftauchen, ist das sogar gefährlich. Mit Pech hat man sich eine der wenigen Risikowarzenarten eingefangen.

Alterswarzen sind gar keine Warzen

Prangt sie mitten im Gesicht, denkt mancher an eine Hexennase. Die Alterswarze ist besonders bei Menschen über 60 Jahre verbreitet. Das Erstaunliche: Eine Warze im strengen Sinne ist sie gar nicht. Für die sogenannte seborrhoische Keratose ist nämlich – anders als bei echten Warzen – kein Virus verantwortlich. Bei den Knubbeln, die am ganzen Körper auftreten können, handelt es sich vielmehr um eine vermutlich genetisch bedingte, harmlose Verhornungsstörung. In Aussehen und Größe sind Alterswarzen völlig unterschiedlich, können wenige Millimeter oder mehrere Zentimeter groß sein. Ihre Färbungen reichen von hellbraun bis schwarz.

Vom Fachmann beurteilen lassen

Obwohl Alterswarzen gutartig und nicht ansteckend sind, bergen sie eine Gefahr: die Gefahr der Verwechslung. Ob es sich wirklich um eine harmlose Alterswarze oder vielleicht doch um eine Form von Hautkrebs handelt, kann nur ein Arzt beurteilen. Deshalb ist ein fachmännischer Blick auf die Hautwucherung wichtig.

Mit einschlägigen Mitteln aus der Apotheke lassen sich die kosmetisch störenden Alterswarzen nicht beseitigen. Der Hautarzt entfernt sie bei örtlicher Betäubung entweder mithilfe eines „scharfen Löffels“ oder trägt sie mit einem Laser ab.

Papillomvirus verursacht Wucherung

Die echten Warzen haben häufig die gleiche Ursache: das humane Papillomvirus (HPV). Es kommt in verschiedenen Untertypen vor und ist verantwortlich für verschiedenste Warzenarten. Durch kleine Verletzungen dringen die Viren in die Haut. Erst wenn sich an der Hautoberfläche kleine Knötchen oder Verhärtungen bilden, bemerkt der Betroffene, dass er sich infiziert hat. Viruswarzen sind grundsätzlich ansteckend. Die Viren werden vor allem durch Hautkontakt übertragen. Besonders in der Sauna oder im Schwimmbad kann man sich schnell anstecken.

Tipp: Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Sie im Schwimmbad und in der Sauna Badelatschen tragen. Teilen Sie Ihr Handtuch nicht mit anderen, damit sich keine Viren übertragen können. Wer sein Immunsystem stärkt und eine gute Durchblutung hat, ist weniger anfällig für Warzen.

Vulgäre Warzen sind am häufigsten

Gewöhnliche, sogenannte vulgäre Warzen sind besonders verbreitet. Meist befallen sie den Handrücken oder die Finger. Die Knötchen, die bis zur Größe einer Erbse her­­anwachsen können, sind schmerzlos, werden durch Verhornung aber immer unansehnlicher. Die Oberfläche wird rau und zerklüftet. Hinzu kommt, dass sich dieser Warzentyp häufig beetartig verbreitet, sich also um die Ursprungswarze viele kleine Tochterwarzen bilden. An den Händen lassen sich Warzen schwer verbergen. Da tröstet es kaum, dass die Spontanheilungsrate nach zwei Jahren bei 60 bis 70 Prozent liegt.

Flachwarzen plagen junge Menschen

Kinder und Jugendliche leiden häufig unter juvenilen Warzen, auch Flachwarzen genannt. Nicht selten treten sie in Scharen auf und befallen vorwiegend das Gesicht, die Hände und Unterarme. Die drei bis vier Millimeter großen Knötchen sind hautfarben bis rötlichbraun. Juvenile Warzen zeigen eine besonders hohe Selbstheilungsquote. Wer nicht zu sehr unter den Störenfrieden leidet, sollte also zunächst abwarten. Mit Glück verschwinden sie von selbst.

Ebenfalls besonders bei Kindern verbreitet sind die vom Molluscum-Contagiosum-Virus verursachten Dellwarzen. Der Name bezieht sich auf eine zentrale Delle in der Warzenmitte, aus der sich eine breiartige, weiße Masse ausdrücken lässt. Sie sind sehr ansteckend, heilen aber oft spontan ab.

Dornwarzen schmerzen an den Füßen

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Dornwarzen sind schmerzhaft und hartnäckig.

Wer sie hat, spürt sie oft schon, bevor er sie das erste Mal sieht. Dornwarzen bilden sich meist an der Fußsohle, vorzugsweise überall dort, wo der Fuß durch das Gehen einer großen Druckbelastung ausgesetzt ist. Dass sich eine Dornwarze breitgemacht hat, erkennt man an den roten oder schwarzen Pünktchen in ihrer Mitte, die von einem Hornhautwall umgeben sind. Beim Gehen verursacht sie stechende Schmerzen.

Dornwarzen gehören zu den hartnäckigsten Warzenarten und sprechen deshalb nicht immer auf die Behandlung mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke an. Von selbst verschwinden sie in den seltensten Fällen. Der Hautarzt kann aber mit wirksamen Mitteln helfen.

Selbsthilfe aus der Apotheke

Wer die Selbstheilung nicht abwarten will, kann den lästigen Knubbeln den Kampf ansagen. Rezeptfreie Medikamente versprechen Hilfe. Welche geeignet sind, zeigt die Tabelle. Weit verbreitet sind Lösungen, die regelmäßig auf die Warze aufge­tragen werden. Fast immer setzen die Hersteller auf die Wirkstoffkombination aus hochdosierter Salizyl- und Milchsäure, die die stark verhornte Haut aufweicht. Mit Salizylsäure gehen auch Warzenpflaster gegen die lästigen Hautwucherungen vor. Sie werden mehrere Tage getragen.

Tipps: Vor dem Auftragen von Tinkturen sollten Sie die betroffene Hautstelle waschen, abtrocknen und die benachbarte gesunde Haut mit Vaseline oder Zinkpaste abdecken, damit sie nicht strapaziert wird. Vor der nächsten Anwendung wird sich in der Regel ein Film auf der Warze gebildet haben. Der sollte vorsichtig abgezogen werden, bevor die Warze erneut bepinselt wird.

Bei Pflastern ist darauf zu achten, dass der wirkstoffhaltige Kern ausschließlich die Warze bedeckt und nicht die gesunde Haut drum herum. Achtung: Für eine Anwendung auf empfindlicher Gesichtshaut sind die Medikamente nicht geeignet.

Was gegen eine Operation spricht

Wenn das alles nicht den erwünschten Erfolg bringt, sollten Betroffene einen Hautarzt aufsuchen. Er kann zum Beispiel die Warze vereisen oder nach vorheriger Behandlung mit Salizylsäure mit einem Laser abtragen. Nur selten werden Warzen operativ entfernt. Denn auch eine Operation kann keine Garantie dafür geben, dass die Warze dauerhaft verschwindet. Mit Pech wuchert sie nach einigen Wochen wieder an gleicher Stelle. Welche Therapie die richtige ist, hängt von der jeweiligen Warze ab und wird vom Arzt im Einzelfall entschieden.

Mit Genitalwarzen sofort zum Arzt

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Feigwarzen im Intimbereich können das Krebsrisiko erhöhen. Wer sie hat, muss schleunigst zum Arzt.

Feigwarzen im Intimbereich sind gefährlich. Auch für sie sind verschiedene Untertypen des Papillomvirus verantwortlich, von denen einige das Krebsrisiko, besonders für Gebärmutterhalskrebs, erhöhen, wenn sie unbehandelt bleiben (zur Vorsorge vor Gebärmutterhalskrebs siehe Meldung Gebärmutterhalskrebs). Feigwarzen sind eine ernstzunehmende geschlechtlich übertragbare Krankheit. Nur der Arzt kann den Virustyp identifizieren und die unverzichtbare Behandlung einleiten. Häufig entfernt der Hautarzt die gefährlichen Feigwarzen operativ. Weil sich das Virus durch Geschlechtsverkehr überträgt, sollte auch der Partner untersucht werden. Feigwarzen können flach sein, aber auch hahnenkamm- oder blumenkohlartig im Genital- und Analbereich wuchern.

Achtung: Ein Kondom zu benutzen, kann das Risiko einer Übertragung zwar eindämmen, sie aber nicht immer verhindern.

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Warzen besprechen

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