Schmerzmittel mit Koffein: Thomapyrinstudie in der Kritik

Schmerzmittel mit Koffein Meldung

test 08/2006

Schmerzmittel wie Thomapyrin werden in Apotheken sehr oft gekauft. Thomapyrin ist der „Klassiker“ umstrittener Kombinationspräparate: In einer Tablette stecken 250 Milligramm Azetylsalizylsäure (ASS), 200 Milligramm Parazetamol, 50 Milligramm Koffein. Mittel gleichen Typs sind zum Beispiel Neuranidal, Titralgan und Neuralgin. Über eine „Thomapyrinstudie“ wurden solche Kombinationen jetzt in die Leitlinien der Deuschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft aufgenommen. Die Studie sollte den Nachweis führen, dass koffeinhaltige Schmerzmittel schneller und stärker wirken.

Die Leitlinienempfehlung wird von Arzneimittelexperten wie Professor Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel sowie Professor Gerd Glaeske, Universität Bremen, heftig kritisiert. Ein klinisch unbedeutender Unterschied werde überbewertet; nicht benannt würden Probleme wie Gewöhnung, Abhängigkeit, medikamentenbedingter Kopfschmerz, Magen-, Nieren- und Leberschädigungen, die möglichen Nebenwirkungen bei Dauergebrauch und die Gefahr des Missbrauchs. Hintergrund: Viele Patienten von Kopfschmerz- und Dialysezentren haben Kombinationspräparate eingenommen (siehe auch Interview „Krank durch Schmerzmittel“ in Schmerzmittel und Migräne).

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