Rückruf Kinderpflegeserie von dm: Keime in Kinderkosmetika

Rückruf Kinderpflegeserie von dm Meldung

13.12.2011

Sanfte Pflege für zarte Kinderhaut – so bewirbt die Drogeriekette dm ihre Molkemichel-Produkte für Kinder. Jetzt ruft die Kette alle Produkte dieser Serie zurück: Sie hat erhöhte Gehalte eines Keims gefunden, der zu Hautinfektionen führen kann. Vor allem bei Cremes ist Vorsicht angebracht.

Infektion statt sanfte Pflege

Bei den fünf zurück­gerufenen Kosmetika aus der Serie Molkemichel handelt es sich um ein Duschbad, eine Körperlotion, eine Gesichts­creme, eine Schaumseife und ein Shampoo (siehe links). Die Drogeriekette vertreibt sie seit September 2011 in ihren Filialen. Eigentlich sollen sie die Haut von 3- bis 6-Jährigen beruhigen und beschützen. Auch das Bio-Image der Produkte erweckt Sicherheit: Sie enthalten alle „Bio-Molke“ und werden unter der dm-Naturkosmetikmarke alverde vertrieben. Jetzt hat dm durch eine Qualitäts­sicherungs­prüfung in einigen Produkten der Molkemichel-Serie erhöhte Keim­gehalte an Enter­obacter gergoviae gefunden – diese können zu Infektionen führen.

Vorsicht bei verletzten Haut­stellen

Infektionen durch Enter­obacter gergoviae können vor allem dann auftreten, wenn die Haut bereits Verletzungen aufweist und wenn Cremes & Co. regel­mäßig und groß­flächig aufgetragen werden. Die Infektions­gefahr hängt insbesondere davon ab, wie stark ein Produkt mit dem Keim belastet ist. dm macht dazu keine Angaben. Enter­obacter gergoviae sind stäbchenförmige Bakterien, die über­all in der Umwelt vorkommen. Die Spezies ist seit rund 30 Jahren bekannt. Seitdem wurden verschiedene Infektionen durch den Keim dokumentiert: darunter Entzündungen der Atemwege und Augen, Harnweg­infektionen und sogar Septikämien. Betroffen waren in erster Linie Personen mit schwachem Immun­system und nur sehr selten gesunde Personen. Auslöser der Erkrankungen waren nicht Kosmetika, sondern beispiels­weise kontaminierte Flüssig­keiten, Blut­produkte oder Hände von Pflege­personal.

Creme bedenk­licher als Duschgel

Das Bundes­institut für Risiko­be­wertung hat vor einiger Zeit die Infektions­gefahr am Beispiel eines stark belasteten Duschgels einge­schätzt. Seine Schluss­folgerung: Die meisten Bakterien landen wohl beim Abspülen des Duschgels im Abfluss, eine Infektion mit dem Keim über verletzte Haut­stellen oder empfindliche Schleimhäute ist aber durch­aus möglich. Bei Cremes, die auf der Haut verbleiben, kann die Infektions­gefahr höher sein. Bedenk­lich: Die Keime sind oftmals gegen Antibiotika resistent, das wiederum erschwert eine Behand­lung.

Hilfe für besorgte Eltern

Eltern, die Molkemichel-Produkte gekauft haben, sollten diese nicht mehr bei ihren Kindern anwenden. Die Kosmetika können in dm-Drogeriemärkten zurück­gegeben werden. Wer sich Sorgen macht, weil er die Produkte in den vergangen Wochen häufig angewandt hat, kann für weitere Auskünfte das dm-Service Center anrufen unter 0 800 365 86 33. Sollte Ihr Kind erkranken, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

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