Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Die richtigen Rezepte
Arzneimittel gegen Erkältungen werden oft überschätzt. Viele Präparate sind nicht sinnvoll zusammengesetzt. Das gilt vor allem für teure Grippemittel. Medikamente mit nur einem Wirkstoff sind besser. Sie bekämpfen Husten, Fieber, Kopfschmerz oder Schnupfen gezielt. test.de zeigt bewährte Hausmittel und preiswerte Medikamente.
Grippemittel mit breiter Wirkung
Typische Grippemittel wie WickMedinait, WickDayMed und Grippostad sind aus mehreren Wirkstoffen zusammengesetzt. Beispiel: Wick MediNait. Der Erkältungssaft enthält Parazetamol, Doxylamin, Ephedrin, Dextrometorphan und 18 Prozent Alkohol. Damit soll er die verschiedensten Erkältungssymptome bekämpfen. Doch dieses Gießkannenprinzip birgt Gefahren. Oft werden Wirkstoffe eingenommen, die der Körper gar nicht braucht. Beispiel: Dextromethorphan. Es dämpft den Hustenreiz, ist aber nur sinnvoll, wenn noch kein Schleim abgehustet wird. Beim so genannten produktiven Erkältungshusten stört Dextromethorphan dagegen die Reinigung der Schleimhäute.
Risiko steigt
Mit dem Chemie-Cocktail steigt auch das Risiko von Nebenwirkungen. Beispiel: Ephedrin. Das lässt zwar die Schleimhaut in der Nase abschwellen, kann aber den Blutdruck nach oben treiben und das Herz rasen lassen. Riskant ist Ephedrin vor allem in Erkältungssäften, die auf den ganzen Körper wirken. Nasentropfen mit schleimhautabschwellenden Stoffen wirken schonender. Grundsätzlich gilt: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Besser einzelne Symptome gezielt behandeln. Etwa mit Hustensaft gegen Reizhusten, Parazetamol oder Azetylsalizylsäure gegen Kopfschmerzen und Fieber sowie Nasenspray gegen Schnupfen.
Hausmittel erfolgreich
Es muss nicht immer Chemie sein. Viele Hausmittel schonen den Körper und den Geldbeutel. Ein Kopfdampfbad mit Kamille, Heublumen, Salbei oder Thymian macht Schnupfennase und Atemwege wieder frei, kalte Brust- und Wadenwickel senken Fieber und Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen lassen tief durchatmen. Elektrische Vernebler bringen Salzlösung oder Aerosole auch in tiefere Regionen der Bronchien und machen so die Atemwege wieder frei. Der test-Kompass zeigt, welche Hausmittel und Medikamente bei welchen Symptomen helfen. Ein paar Tricks und Gewohnheiten beugen der Erkältung vor – auch ohne Arznei.
Die Abwehr stärken
Regelmäßige Saunagänge, warmkalte Wechselduschen, Wassertreten, Bürstenmassagen und kalte Kniegüsse halten den Körper fit und stärken die Abwehr. Modepräparate wie Echinacea, ein Extrakt aus Sonnenhut oder Umckaloabo, ein Extrakt aus der Kapland-Pelargonie sind dagegen mit Vorsicht zu genießen. Echinacea kann schwere allergische Reaktionen auslösen. Umckaloabo soll die Bakterienvermehrung hemmen und die Virenabwehr stärken. Experimentelle Befunde zeigen, dass der Extrakt die Anbindung von Erregern an die Schleimhaut tatsächlich erschwert. Der Wirkmechanismus ist aber weitgehend unklar. Die beanspruchte Wirksamkeit als pflanzliches Antibiotikum bei Infektionen ist nicht ausreichend belegt.
Impfung wichtig
Unumstritten ist dagegen die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung. Sie wirkt zuverlässig gegen das Grippevirus. Die echte Grippe kommt schnell und heftig, meist innerhalb weniger Stunden, mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und starken Muskelschmerzen. Sie kann tödlich sein. In Deutschland sterben jährlich etwa 8 000 bis 10 000 Menschen an einer Grippe. Kinder und Senioren sollten sich deshalb impfen lassen. Ebenso chronisch kranke und immungeschwächte Menschen. Die Grippeschutzimpfung muss jedes Jahr erneuert werden. Wer zur Grippezeit mit vielen Menschen in Kontakt kommt, geht mit der Impfung ebenfalls sicher. Vor grippalen Infekten und schnöden Erkältungen schützt sie allerdings nicht. Hier hilft aber schon Abwarten und Tee trinken.
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