Bluthochdruck (Hypertonie): Größerer Einfluss auf Erkrankungen
Studien zeigen: Bereits der Blutdruck im Grenzbereich zum Bluthochdruck hat einen wesentlich höheren Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit als früher vermutet wurde. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) niedrigere Grenzwerte festgelegt: Bereits grenzwertig sind Blutdrücke von systolisch 140 149 zu diastolisch 90 94 Millimeter Quecksilbersäule.
Jährliche Kontrollen werden schon ab 130 139 / 85 89 ("noch normal") empfohlen. Neben Untersuchungsfehlern können Aufgeregtheit, Nikotin- und Koffeingenuss kurz vor der Messung das Ergebnis verfälschen. Voraussetzung für die Diagnose und die Beurteilung der Schwere der Hypertonie sind laut WHO mindestens drei korrekte Blutdruckmessungen an zwei verschiedenen Tagen. Nach unseren Erfahrungen beim Test von Blutdruckmessgeräten empfehlen sich Messreihen über einen längeren Zeitraum.
Ein leichter Bluthochdruck (Schweregrad 1) liegt bei 140 159 / 90 99, eine mittelschwere Hypertonie bei 160 179 / 100 109, eine schwere bei 180 / 110 und mehr. Bei Diabetes mellitus werden auch leichte Formen des Bluthochdrucks mit Medikamenten behandelt und es wird versucht, den Blutdruck in den normalen Bereich (130 / 85), bei Nierenschäden sogar in den optimalen Bereich hinein (120 / 80) zu senken.
Auch hoher Blutdruck, der vor einer Messung durch den Arzt einsetzt ("Weißkittelhochdruck"), kann auf Gefäßveränderungen hinweisen und sollte vorbeugend behandelt werden, schlussfolgert Dr. Anna Grandi von der italienischen Universität Varese nach einer Studie.
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