Akupunktur: Heilsames Pieksen
Die Auswertung von Studien zur Schmerztherapie überrascht: Akupunktur punktet – wo und wie auch immer.
Erst wollten die Krankenkassen Akupunktur nicht mehr bezahlen. Dann wurde die Therapie bei Schmerzpatienten im Modellversuch getestet, um zu entscheiden. Jetzt liegen Ergebnisse vor: Danach ist das fernöstliche Nadeln wirksam – ganz egal, wo gestochen wird. Akupunktur war sogar zweimal erfolgreicher als konventionelle Methoden der Behandlung von Kreuzschmerzen mit Schmerzmitteln, Massagen und Krankengymnastik.
Damit rückt Akupunktur in den Bereich einer wirksamen Placebotherapie, also eine therapeutische Wirkung durch ein Mittel ohne Wirkstoff, die schulmedizinischen Verfahren zumindest gleichrangig, eventuell sogar überlegen ist.
Ein schulmedizinischer Versuch der Erklärung
Bei der Akupunkturmethode werden schmerzhemmende Botenstoffe freigesetzt. Ein Grund für den Erfolg könnte auch die Zuwendung durch den akupunktierenden Arzt sein. Bekannt ist, dass die Erwartung von Patienten und Suggestion in der Therapie eine große Rolle spielen können. Bekannt ist auch, dass eine Spritze beim Patienten besser wirkt als die wirkstoffgleiche Tablette.
Im Frühjahr werden die Ergebnisse für die Behandlung von Kopfschmerzen erwartet. Im Sommer will der Bundesausschuss entscheiden, ob Akupunktur in den Leistungskatalog der Kassen aufgenommen wird. Man weiß bisher nicht, wie nachhaltig der Erfolg ist. Dass Placebos hochwirksam sein können, ist nicht neu. „Heilen durch Glauben“ wurde schon nachgewiesen bei Asthma, Herpes, Erkältungen, Magen-Darm-Störungen, Rheuma, Angina pectoris, Neurosen, Psychosen.
Aber: Placebos sind kein Fall für die Kasse.
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