Vermögenswirksame Leistungen: Alle Sparformen im Test

Vermögenswirksame Leistungen Test

05.04.2011

Attraktive Angebote für die Anlage von vermögens­wirksamen Leistungen (VL) sind selten. Ein paar gibts jedoch, so das Ergebnis des großen VL-Tests von Finanztest. Am lohnendsten ist, das Geld in die Tilgung eines Baukredits zu stecken. Aber auch mit einem Banksparplan oder Bausparvertrag sind über 3 Prozent Rendite drin. Noch mehr Chancen – aber auch Risiken – bergen Fondssparpläne.

Vermögenswirksame Leistungen
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Geschenktes Geld

Vermögenswirksame Leistungen sind eine Finanzspritze vom Chef, auf die viele festangestellte Mitarbeiter einen Anspruch haben. Wer sie nicht nutzt, verschenkt Geld. Wie viel VL einem Berufstätigen zustehen, regelt der Tarif- oder Arbeitsvertrag. Banken zahlen ihren Mitarbeitern beispielsweise 40 Euro jeden Monat. Beschäftigte in der Eisen- und Stahlindustrie und im Kfz-Gewerbe West erhalten 26,59 Euro monatlich, Beamte hingegen nur 6,65 Euro. Die Mitarbeiter bekommen dieses Geld nicht ausgezahlt, es muss in einen Sparvertrag fließen. Der Sparvertrag läuft normalerweise sechs Jahre. Nach der letzten Rate folgt eine Wartefrist bis zum Jahresende. Spätestens nach sieben Jahren kann der VL-Sparer über sein Geld verfügen.

Der Anleger sucht aus

Den Sparvertrag muss allerdings der Arbeitnehmer aussuchen und auch abschließen. Er gibt eine Durchschrift des Vertrags bei seinem Arbeitgeber ab. Dieser überweist dann die VL direkt in den Sparvertrag. So will es das Vermögensbildungsgesetz. Arbeitnehmer können VL auch für die Tilgung ihres Baukredits nutzen. Und gerade diese Variante ist besonders lukrativ. Ob Baukredit oder Sparvertrag – nicht nur der Arbeitgeber zahlt. Als besonderes Bonbon gibt es Zulagen vom Staat für Sparer, die unter den Einkommensgrenzen bleiben (siehe Tabelle In drei Schritten zur VL-Anlage).

Die wichtigsten Produkte im Test

  • Bausparverträge. Für Sparer, die Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage haben, eignen sich Bausparverträge. Besonders gut schnitt im Test das Angebot der Alten Leipziger ab. Mit Sparzulage lag die Rendite für monatliche Einzahlungen von 40 Euro über 4 Prozent.
  • Sparverträge. Sparer, die sicher anlegen wollen und keinen Anspruch auf staatliche Förderung haben, sollten einen Sparvertrag bei der Degussa Bank abschließen. Ihr Sparplan bringt nach aktuellem Stand in sieben Jahren 3,48 Prozent Rendite. Verantwortlich dafür ist ein Schlussbonus von 14 Prozent. Er wird auf die Summe aller Einzahlungen garantiert, fließt aber nur, wenn der Sparer den Sparplan nicht vorzeitig kündigt. Der Schlussbonus ist, anders als der mickrige variable Zins von derzeit 0,25 Prozent, garantiert.
  • Fonds. Egal, ob ein Sparer Anspruch auf staatliche Förderung hat oder nur die VL vom Chef nicht verschenken will: Fonds lohnen sich für beide Anleger­gruppen. Fonds bergen aber auch Risiken, weil sie Kurs­schwankungen unterliegen und ins Minus rutschen können. Sparer, die sich für Fonds entscheiden, sollten deswegen keinen festen Ausstiegstermin haben. Sie sollten außerdem darauf achten, dass die mit der Fondsanlage verbundenen Kosten wie Ausgabe­aufschlag und Depot­kosten so niedrig wie möglich sind. Bei der Fonds­auswahl hilft der Produktfinder Aktiv gemanagte Fonds. Der VL-Fonds sollte eine Finanztest-Bewertung von mindestens 50 Punkten haben. Günstiger als über ihre Hausbank kaufen Anleger die Fonds über Fonds­vermittler im Internet.

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