Geldanlage zu Rentenbeginn: Erspartes in die Rente stecken

Geldanlage zu Rentenbeginn Test

16.11.2010

Wer zu Rentenbeginn über eine größere Geldsumme verfügt, sollte sich Gedanken über eine geeignete Anlage machen. So kann etwa eine Sofortrente helfen, wenn auf Dauer Einkommen fehlt. Wer dagegen keine Geldsorgen hat, kann das Vermögen mit Aktienfonds wachsen lassen. Finanztest zeigt, welche Möglichkeiten Senioren haben.

Geldanlage zu Rentenbeginn
test.de-Flatrate

Sichern Sie sich mit der test.de-Flatrate freien Zugriff auf alle Tests und Produktfinder. Hier mehr erfahren!

Persönliche Bilanz

Vor der Geldanlage kommt die Bilanz: Ruheständler sollten zunächst ermitteln, wie viel Geld sie benötigen. Dazu gehören vor allem auch die Fixkosten für das tägliche Leben wie Miete, Betriebskosten für das Eigenheim, Ausgaben für Strom, Telefon, Essen, Gesundheit, Auto oder Annehmlichkeiten wie Kino, Theater und Urlaub. Auch Einnahmen gehören in die Bilanz: eine Zahlung aus einer ablaufenden Lebensversicherung, ein geerbtes Vermögen, Geld aus dem Verkauf einer Immobilie oder ein über Jahre angespartes Vermögen. Finanztest nennt wesentliche Punkte, die in die Bilanz gehören:

  • Wie steht es um die eigene Altersversorgung?
  • Welche Einkünfte sind sicher und in welcher Höhe?
  • Wie werden sich die Einkünfte entwickeln?
  • Wie viel geht für Steuern und Sozialabgaben ab?
  • Wie viel wird für die täglichen Fixkosten benötigt?
  • Plant jemand nur für sich, oder müssen auch Partner, Kinder, Enkel mit dem Geld abgesichert werden?

Risiko abschätzen

Vom Ergebnis der Bilanz hängt ab, ob eine Sofortrente, Festzinssparen mit Auszahlplan oder ein Fonds­invest­ment mit Entnahme der bessere Weg ist. Ob und wie viel Risiko sich Senioren bei ihrer Geldanlage leisten können, hängt vor allem von ihrer finanziellen Situation und den Familienverhältnissen ab. Wer zum Beispiel jeden Tag Erspartes einsetzen muss, kann sich im Ruhestand kein Risiko bei der Geldanlage erlauben. Das gilt auch, wenn Rentner möglichst viel vererben möchten, um Angehörige abzusichern. Ruheständler, die ihren täglichen finanziellen Bedarf vollständig aus anderen Quellen abdecken, können ein höheres Risiko bei der Geldanlage eingehen.

Sofortrenten

Eine Sofortrente beginnt unmittelbar, nachdem Rentner einen Einmalbetrag an einen Versicherer überwiesen haben. Wie bei jeder anderen klassischen privaten Rentenversicherung besteht die ausgezahlte Leistung aus einem garantierten Teil und einem unsicheren Teil aus Überschüssen. Wer seine Fixkosten nicht aus anderen lebenslangen Einkünften decken kann, hat kaum eine Alternative zur Sofortrente. Nur hier ist eine lebenslange Zahlung sicher. Für Erben bleibt aber nichts, es sei denn, der Kunde vereinbart extra Todesfallleistungen. Frauen bekommen weniger private Rente als Männer, weil ihre Lebenserwartung statistisch betrachtet rund vier Jahre höher ist. Senioren sollten nicht wahllos zugreifen, sondern Angebote der Versicherer gründlich miteinander vergleichen. Für die gleiche Anlagesumme zahlen Anbieter unterschiedlich viel aus. Das liegt an den Kosten, die Versicherer für sich ansetzen - vor allem für Vertrieb und Abschluss. Diese ziehen die Versicherer von der Anlagesumme ab. Der verbleibende Anteil vom Betrag, der überhaupt angelegt und verzinst wird, ist dadurch je nach Anbieter verschieden groß.

Bankauszahlpläne

Bei Bank­auszahl­plänen legen Kunden einmalig Geld zu einem festen Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit bei der Bank an. Diese überweist daraus regelmäßig feste Raten bis das Geld am Ende der Laufzeit aufgebraucht ist. Wegen der aktuell niedrigen Zinsen sollte das Geld aber nicht zu langfristig festgelegt werden. Bankauszahl­pläne sind zum Beispiel geeignet, um finanzielle Engpässe aufgrund von Altersteilzeit bis zum Rentenbeginn zu überbrücken. Die Tabelle zeigt, mit welchen monatlichen Summen Senioren bei unterschiedlichen Zinssätzen rechnen können. Sie müssen aber beachten: Im Vergleich zur Sofortrente gibt es bei Bank­auszahl­plänen keine Möglichkeit, die Auszahlungen durch Überschüsse zu steigern. Ebenso werden 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig, wenn Anleger ihren Sparerpauschbetrag bereits ausgeschöpft haben.

Entnahmeplan mit Aktienfonds

Eine weitere Anlagemöglichkeit sind Entnahmepläne aus Aktienfonds. Dafür eignen sich allerdings nur breit aufgestellte Fonds - vor allem Indexfonds Welt und Europa, aber auch aktiv gemanagte Fonds, die breit streuen. Der Anlagehorizont sollte mindestens zehn Jahre betragen. Neben der höheren Gewinnchance ist die große Flexibilität von Vorteil: Anleger können die Höhe der Auszahlraten und deren Intervalle selbst festlegen. Die Beträge sollten sich an der Börsen­entwicklung orientieren. Nach deutlichen Kurssteigerungen können hohe Beträge abgebucht werden, nach einem Kursrutsch niedrige Summen oder gar nichts. Allerdings sollten nur wohlhabende und bereits gut abgesicherte Senioren auf dem Aktienmarkt investieren. Denn niemand weiß, wie sich die Kurse künftig entwickeln. Wer nach einem Börsencrash keine Zeit hat, turbulente Zeiten auszusitzen und seine Fondsanteile verkaufen muss, macht Verluste.
Tipp: Finanztest zeigt den Weg zum optimalen Depot.

Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Tipps

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (2)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice