Depotkosten und Wertpapierprovisionen: Tausende Euro sparen
10.05.2011
Der Wertpapieranleger mit dem großen Finanztest Musterdepot zahlt im schlechtesten Fall pro Jahr mehr als 10 000 Euro für sein Depot. Beim günstigsten Anbieter sind es 9 000 Euro weniger. Selbst bei kleinen Depots ist für Anleger eine stattliche Ersparnis drin. Das ist das Ergebnis des Tests Depotkosten.
Der Test
Finanztest hat die Depotpreise und Provisionen für den Handel mit Aktien, Zertifikaten, Anleihen und Fonds von 37 Angeboten für verschiedene Modellkunden untersucht. Dazu haben die Tester zwei Musterdepots gebildet: ein großes mit 153 000 Euro und ein kleines Depot mit 7 000 Euro. Beim großen Depot wurde 50mal pro Jahr, beim kleinen nur zehnmal im Jahr gehandelt. Im Test waren sowohl Direkt- als auch Filialbanken. Das Ergebnis: Die Preisunterschiede sind extrem. Im krassesten Fall betrug der Unterschied für das große Depot zwischen dem schlechtesten und dem besten Angebot im Test gut 9 000 Euro im Jahr.
Großes Depot: Mehr als 9 000 Euro sparen
Die teure Bank war in diesem Fall die Berliner Sparkasse. Sie verlangt von einem Filialkunden mit dem größeren Finanztest Musterdepot 11 067 Euro Gebühren. Die Postbank will für die gleiche Leistung nur knapp 1 648 Euro. Auch für Onlinedepots klaffen die Preise weit auseinander: Der Testsieger aus Kulmbach in Bayern, die flatex AG, verlangt nur 250 Euro für die Onlineverwaltung des großen Depots, während das Privatdepot comfort der Deutschen Bank satte 5 921 Euro kostet.
Kleines Depot: Mehr als 200 Euro sparen
Auch Modellkunden mit einem kleinem Depot im Wert von 7 000 Euro können sparen. Hier hat Finanztest fünf Käufe und Verkäufe zum Kurswert von je 1 750 Euro im Jahr unterstellt. Wer vom schlechtesten zum besten Anbieter wechselt, spart in diesem Fall 226 Euro, online immerhin noch 200 Euro pro Jahr. Auch beim kleinen Depot ist flatex mit 50 Euro im Jahr der günstigste Anbieter. Gut ist – bei Anrechnung der Freebuys – auch Onvista.
Ergebnisse kompakt. Tabelle mit den preiswertesten Wertpapierdepots für Filial- und Onlinekunden für das große und das kleine Depot.
Ergebnisse im Detail: Die vollständige Fassung des Tests beinhaltet Tabellen mit vielen Preisbeispielen für Depotgebühren und Transaktionskosten.
Provisionen treiben die Kosten nach oben
Vier Filial- und sieben Onlinebanken im Test bieten ein kostenloses Depot an. Das ist schön, aber für Anleger, die häufig kaufen und verkaufen, nicht das entscheidende Auswahlkriterium. Wer viel handelt, sollte vor allem auf die Transaktionskosten achten, also auf die Provisionen, die seine Bank für die Vermittlung der Wertpapiergeschäfte nimmt. Das kostenlose Depot fällt im Vergleich dazu kaum noch ins Gewicht.
Internethandel am preiswertesten
Am niedrigsten sind die Kosten für Wertpapiergeschäfte, wenn die Kunden sie online über eine Direktbank oder einen Onlinebroker erledigen. Anleger, die das nicht wollen oder für ihre Geschäfte eine Betreuung brauchen, müssen den teuren Service einer Filialbank nutzen.
Die besten Filialbanken
Nicht alle Banken verlangen von ihren Kunden, dass sie sich zwischen Filial- und Direktdepot entscheiden. Bei den günstigsten Filialbanken im Test können Kunden für ihr Depot je nach Beratungsbedarf sowohl über die Filiale als auch online über das Internet Aufträge erteilen. Beim kleinen Musterdepot geht das am besten bei der Hamburger Sparkasse oder der Degussa Bank, beim großen Depot sind die Angebote von Postbank und Targobank erste Wahl.
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