Geldanlage: Steuerkarussell dreht sich

Geldanlage Meldung
Das Steuerkarussell dreht sich international. Die besten Plätze sind für Steuersünder reserviert. Sie können ihre Weste straffrei reinwaschen.

finanztest 08/2003

Anleger müssen mit Steueränderungen rechnen. Ab 2005 soll die 25-prozentige Abgeltungssteuer für Zinsen kommen. Zeitgleich soll der Startschuss für die Zinsbesteuerung in der Europäischen Union fallen. Das haben die EU-Finanzminister im Juni beschlossen. Die meisten Staaten werden ab 2005 Kontrollmitteilungen über die Kapitalerträge deutscher Anleger im Ausland an die deutschen Finanzämter schicken.

Nur Belgien, Luxemburg und Österreich können darauf verzichten. Dann müssen sie aber ab 2005 von Kapitalerträgen 15 Prozent Quellensteuer abziehen und diese bis 2011 in Etappen auf 35 Prozent erhöhen. Dazu sind sie aber nur verpflichtet, wenn Drittstaaten wie die Schweiz ähnliche Regeln beschließen. Das ist wahrscheinlich, aber noch nicht geschehen.

Steuersünder können ihr Geld auch wieder heimbringen. Was sie vor 2002 am Finanzamt vorbei kassiert haben, können sie wohl ab 2004 ohne Strafe nach Deutschland zurückholen. Berlin plant eine Amnestie, die im Januar beginnen und im März 2005 enden soll. Sie soll auch für in Deutschland schwarz geparkte Einnahmen gelten.

Es ist geplant, dass Steuerzahler von Einnahmen wie Zinsen, für die Einkommensteuer fällig ist, nur 60 Prozent nacherklären müssen. Von Erbschaften sind es nur 20 Prozent. Die Steuern dafür sollen 2004 25 Prozent und 2005 35 Prozent betragen. Die Amnestie muss aber noch den Bundesrat passieren.

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