Der Fall: Kreditkartendiebe selbst zur Strecke gebracht

finanztest 12/2010

Der Fall Meldung
Kerstin Patzer ist erleichtert. Sie hat die Diebe ihrer Karte ermittelt und muss nicht für den Schaden haften.

Kerstin Patzer weiß nicht, wie die Diebe an ihre Kreditkarte gekommen sind. Vermutlich haben sie ihr das Portmonee einfach aus der Tasche gezogen. Bis die junge Frau den Verlust der Karte bemerkt, vergehen einige Tage. Als sie online die Abbuchungen kontrolliert, stellt sie fest, dass ihre Kreditkarte mit mehr als 2 000 Euro belastet ist. Sofort lässt sie die Karte sperren und gibt bei der Polizei eine Anzeige auf. Aber das reicht ihr nicht. Sie ermittelt auf eigene Faust.

Die Kreditkartenabrechnung zeigt ihr die Läden, in denen die Diebe eingekauft haben. Die klappert sie ab und befragt die Verkäufer. Mit Erfolg.

Einer erinnert sich und kennt die Verdächtigen flüchtig aus einem sozialen Netzwerk im Internet. Mithilfe der Täterbeschreibung und eines Überwachungsvideos spürt Patzer die Tatverdächtigen tatsächlich im Internet auf. So gelangt sie an Namen und Adresse der Diebe. Mit ihren Ergebnissen geht sie zur Polizei. Kurze Zeit später werden die Diebe in der eigenen Wohnung gefasst.

Tipp: Wenn Ihnen Verbrecherjagen nicht liegt, sollten Sie wachsam mit ­Ihrer Kreditkarte umgehen. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Karte noch am ­üblichen Platz ist. Kontrollieren Sie sorgfältig die Monatsabrechnung.

Stellen Sie einen Schaden fest, informieren Sie den Kartenherausgeber und lassen Sie die Karte sperren, entweder über die Hotline Ihrer Bank oder über die zentrale Sperrnummer 116 116. Um Ihr Geld zurückzubekommen, müssen Sie so schnell wie möglich der Falschabbuchung widersprechen. Wenn Ihnen keine Fahrlässigkeit im Umgang mit Ihrer Karte nachzuweisen ist, müssen Sie je nach Haftungsgrenze Ihrer Kreditkarte höchstens für 50 bis 150 Euro vom Schaden haften.

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (0)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice

Weitere Angebote