12.10.2005

Risiko

Tests zur Früherkennung von Krebs bringen zwei Risiken mit sich – die gemeinsam das dritte Bewertungskriterium bilden. Zum einen können das direkte, durch die Untersuchung bedingte Risiken sein, etwa durch Röntgenstrahlung oder durch invasive Untersuchungen wie eine Endoskopie. In der Regel sind diese Risiken aber klein. Schwerer zu entdecken, aber meist bedeutsamer als diese direkten Risiken sind Risiken, die sich aus einem falschen Befund einer Untersuchung ergeben können (indirekte Risiken). Dann kommt es beispielsweise zu weiteren Untersuchungen, bis hin zu Operationen, die nötig sind, um den falschen Verdacht zu widerlegen. Zu Problemen kann es auch kommen, wenn ein Test kleine Tumore findet, die ohne Suche nie aufgefallen wären, nun aber diagnostiziert und therapiert werden. Fachleute sprechen hier von Überdiagnose und Übertherapie. Anhand der in den Studien identifizierten Risiken haben wir die Tests in folgende Kategorien eingeordnet.

Geringes Risiko: Die direkten Risiken des Tests sind sehr gering bis gering, die Raten falscher Testergebnisse sind niedrig, die Folgediagnostik nur wenig invasiv (in den Körper eindringend) und sicher, der Grad der Überdiagnostik eher gering oder eine Übertherapie wenig invasiv.

Erhöhtes Risiko: Das Risiko eines Verfahrens wird in folgenden Fällen als erhöht eingestuft:

  • Die direkten Risiken des Tests sind erheblich.
  • Die Raten falscher Testergebnisse sind eher hoch.
  • Die Folgediagnostik ist invasiv.
  • Das Ausmaß der Überdiagnostik ist eher hoch.
  • Eine Übertherapie ist invasiv.

Nicht abschätzbares Risiko: Die direkten Risiken sind sehr gering bis gering; es sind keine zuverlässigen Studienergebnisse zur Rate falscher Ergebnisse und keine Informationen zum Ausmaß der Überdiagnostik verfügbar.

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