12.10.2005
Endoskopie
Die Endoskopie dient dazu, Körperhöhlen wie Magen, Darm, Lunge, Scheide oder Blase von Innen zu betrachten. Dabei kann ein Arzt größere Veränderungen, die auf das Wachstum eines Tumors hindeuten, direkt erkennen und meist auch unmittelbar eine Gewebeprobe entnehmen. Endoskope sind je nach Verwendungszweck kurze, steife Rohre, die etwa zur Inspektion der Blase oder der Scheide eingesetzt werden, oder lange, flexible Schläuche, mit denen zum Beispiel Magen und Darm untersucht werden können. Entsprechend der Vielfalt der Einsatzzwecke gibt es Endoskope von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern Durchmesser und von 20 Zentimetern bis knapp zwei Metern Länge. Endoskope werden meist nach dem Organ benannt, für das sie verwendet werden: So wird das Endoskop zu Spiegelung des Dickdarms – lateinisch: Colon – Koloskop genannt, das Gerät zur Spiegelung der Scheide – griechisch: Colpo – heißt Kolposkop und ein Bronchoskop dient der Spiegelung der Lunge (Bronchien).
Funktionsweise
Endoskope vereinigen üblicherweise vier Fähigkeiten. Sie sind erstens in der Lage, zur Ausleuchtung des Organs das Licht einer starken Lichtquelle in den Körper zu leiten. Zweitens bieten sie dem Arzt die Möglichkeit, in diese Körperhöhle hineinzuschauen. Entweder direkt über ein System aus Glasfasern oder Linsen, das etwa bei einer Scheidenspiegelung das Bild wie ein Mikroskop stark vergrößert, oder indirekt über eine kleine Videokamera an der Spitze des Geräts, die ein elektronisch aufgezeichnetes Bild aus dem Körper auf einen Bildschirm überträgt. Eine solche Technik wird beispielsweise häufig bei der Darmspiegelung eingesetzt. Zusätzlich gibt es – drittens – oft einen Spülkanal, über den die Linsen an der Spitze des Geräts sauber gehalten werden können. Viele Endoskope haben noch ein viertes Element, einen so genannten Instrumentenkanal: Durch diesen Kanal können zum Beispiel Drähte vorgeschoben werden, an deren Spitze sich kleine Zangen zur Entnahme von Gewebeproben befinden, die zur Gewebeuntersuchung benötigt werden. Koloskope zur Darmspiegelung sind an der Spitze mit einer Drahtschlinge ausgestattet. Mit dieser Schlinge werden warzen- oder pilzartig wachsende Wucherungen der Darmwand, so genannte Polypen, umfasst. Anschließend wird die Schlinge durch Strom so aufgeheizt, dass der Polyp durch die Hitze abgetrennt und die Wunde verklebt werden kann.
Risiken
Die Risiken einer endoskopischen Untersuchung hängen davon ab, welches Organ untersucht wird und ob Gewebeproben entnommen werden. Wenn spezielle Risiken auftreten, werden diese bei dem jeweiligen Verfahren genannt. Einige Untersuchungen wie die Darmspiegelung sind unangenehm, sodass Beruhigungsmittel oder sogar eine Vollnarkose eingesetzt werden – was wiederum eigene Risiken mit sich bringt. Zudem kann es in seltenen Fällen zu Verletzungen während einer Spiegelung kommen. Bei mangelhafter Säuberung des Endoskops besteht das geringe Risiko einer Infektion.
