19.01.2009
Entstehung
Die oberste Hautschicht wird fortwährend erneuert. Ständig werden von ihrer Oberfläche abgestorbene und miteinander verklebte Hautschüppchen abgerieben. Sie werden durch frische Hornzellen ersetzt, die „von unten“ aus den Basalzellen heranreifen. Diese Zellen sind in der Lage, sich ein Leben lang zu teilen. Nach jeder Teilung bleibt eine der beiden Tochterzellen in der Basalzellschicht, die andere beginnt eine langsame Wanderung zur Hautoberfläche. Auf dem Weg reift sie zuerst zur Stachelzelle heran, die sich fest mit ihren Nachbarzellen verbindet. Schließlich stirbt sie als reife Hornzelle (Corneozyt) ab und bildet die äußerste Schutzschicht der Haut.
Basal- und Stachelzellen sind unter der oft nur Bruchteile eines Millimeters dicken Hornschicht der Haut auch dem ultravioletten Licht der Sonne ausgesetzt. Davor soll sie ein dritter Zelltyp schützen: Melanozyten sind zwischen den anderen Hautzellen verteilt. Sie enthalten einen braunen bis schwarzen Farbstoff, der einen Teil des UV-Lichts abfängt. Wie gut der Schutz ist, hängt vom Hauttyp ab: Helle, wenig bräunende Haut ist empfindlicher als schnell bräunende. Doch auch das tiefste Braun ist kein 100-prozentiger Schutz gegen UV-Licht.
Die Strahlung ist der Hauptgrund für Schäden an Hautzellen, die Krebs auslösen können. Die meisten der durch UV-Licht geschädigten Zellen sterben zwar zum Schutz der Haut ab, aber wenn diese Kontrolle nicht fehlerfrei funktioniert, kann eine geschädigte Zelle zur Ausgangszelle eines Tumors werden.
Basalzell- und Stachelzellkrebs
Basalzellkrebs (Basaliom) und Stachelzellkrebs (Spinaliom) sind die häufigsten Hauttumore. Beide Krebsarten treten vorwiegend im Gesicht, auf Händen, Armen und an allen Hautstellen auf, die oft der Sonne ausgesetzt sind. Basalzellkrebs entwickelt zwar keine tödlichen Metastasen, kann aber in die Tiefe der Haut einwachsen, und dabei benachbarte Gewebe wie Knorpel und Knochen zerstören. Basaliome können sehr unterschiedlich aussehen. Manche bilden knotige, warzenartige Wucherungen, andere wachsen eher flächig oder narbenartig.
Stachelzellkrebs wächst anfangs meist als unauffälliger, nur leicht von der Umgebung farblich abweichender Fleck, der langsam verhornt. Mit der Zeit werden die Tumore dicker und können Nachbargewebe wie Knorpel oder Knochen zerstören. Wenn ein Tumor jahrelang unbehandelt bleibt, kommt es in einem von 20 Fällen zur Bildung von Metastasen (Tochtergeschwülsten), die sich meist erst in der Nachbarschaft ansiedeln, später aber auch lebenswichtige Organe befallen können.
Schwarzer Hautkrebs
Einem malignen Melanom (maligne, lateinisch: bösartig) sieht man seine Abstammung von den Pigmentzellen der Haut meist an. Die Tumore können je nach Farbintensität tiefbraun bis blauschwarz aussehen, in seltenen Fällen sind sie allerdings auch blass. Meist entwickeln sie sich in Hautbereichen, die nur phasenweise der Sonne ausgesetzt werden, zum Beispiel auf Rücken, Brust, Oberarmen und Beinen.
Melanome entstehen oft aus einem gutartigen Leberfleck (Nävus), sie können sich aber auch neu bilden. Die Unterscheidung zwischen einem Leberfleck und einem Melanom ist nicht immer leicht. Melanome fallen selten durch Symptome wie Juckreiz oder Blutungen auf. Zur Suche nach einem verdächtigen Pigmentmal benutzen Ärzte die so genannte ABCDE-Regel: Ein Leberfleck ist dann verdächtig, wenn er mindestens eine der folgenden fünf Eigenschaften aufweist:
- A wie Asymmetrie: Die Form ist unregelmäßig.
- B wie Begrenzung: Der Umriss ist unregelmäßig.
- C wie Color: Der Fleck ist sehr dunkel oder ungleichmäßig pigmentiert.
- D wie Durchmesser: Die Stelle ist größer als sechs Millimeter.
- E wie Entwicklung: Der Fleck wächst oder beginnt sich über die Hautoberfläche zu wölben.
Melanome können sich sehr unterschiedlich verhalten. Manche wachsen als flache Pigmentmale nur in der obersten Hautschicht und sind durch eine kleine Operation vollständig zu entfernen und damit geheilt. Andere Tumore wachsen schnell in tiefere Hautschichten ein und streuen früh Metastasen in die nähere Umgebung, in die benachbarten Lymphknoten oder auch in andere Organe. Ärzte unterscheiden vor allem vier verschiedene Melanom-Typen, die sich auch durch ihre Heilungschancen unterscheiden:
- Das primär knotige Melanom entwickelt sich innerhalb weniger Monate bis zu zwei Jahren zu einem sichtbaren Tumor. Die meist glatten und knotigen, braun bis blauschwarzen Melanome machen etwa 20 von 100 Neuerkrankungen aus. Die Heilungsaussichten dieses Hauttumors sind am schlechtesten, weil diese Variante zu raschem Wachstum in die Tiefe und zur Metastasierung neigt. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 55 Jahren.
- Das superfiziell spreitende Melanom wächst innerhalb von einem bis fünf Jahren zu einem sichtbaren Tumor heran. Die Tumore wachsen eher flächig als weißgrauer bis blauschwarzer, scharf begrenzter Fleck. Sie machen etwa 60 von 100 Neuerkrankungen aus. Die Heilungsausichten sind besser als die bei einem primär knotigen Melanom, weil es meist nur langsam in die Tiefe wächst. Manche Tumore bleiben als In-Situ-Melanome auf die oberste Hautschicht begrenzt und sind dann durch eine kleine Operation zu heilen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 50 Jahren.
- Das Lentigo-maligna-Melanom entwickelt sich meist bei älteren Personen (mittleres Erkrankungsalter: 68 Jahre) langsam aus anfangs gutartigen Altersflecken (Lentigo maligna), die Jahre bis Jahrzehnte vorher bestehen können. Die Tumore wachsen als größere, weißgraue bis schwarze Flecken von zwei bis sechs Zentimeter Durchmesser meist auf sonnenexponierter Haut wie Gesicht und Händen. Sie machen etwa 10 von 100 Neuerkrankungen aus.
- Das akrolentiginöse Melanom entwickelt sich vorwiegend an den äußersten Enden des Körpers (Akren) wie Fingergliedern, Handinnenfläche, Fußsohlen sowie an Schleimhäuten und Übergängen von Haut zu Schleimhaut. Wegen seiner Lage wird es oft erst spät entdeckt. Es macht etwa 4 von 100 Neuerkrankungen aus. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren.
