19.01.2009
Testüberblick
Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden des Darms, von denen die meisten allerdings vornehmlich zur Diagnose und Abklärung von Beschwerden eingesetzt werden. Zur Früherkennung von Darmkrebs kommen nur Methoden infrage, die bei Männern und Frauen ohne Symptome Tumore mit guter Treffsicherheit und mit einer positiven Bilanz von Nutzen und Schaden finden können. Eine Besonderheit der Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs ist, dass die Methoden nicht nur Hinweise auf Krebs finden sollen. Ziel ist auch die Suche und Entfernung von größeren, noch gutartigen Darmpolypen, um das Risiko zu verringern, dass sich aus ihnen Darmkrebs entwickelt.
Unsere Auswertung der internationalen Literatur hat insgesamt zehn Methoden aufgefunden, die zumindest ansatzweise zur Früherkennung von Darmkrebs erprobt sind. Darunter sind vier verschiedene Verfahren, die Stuhlproben untersuchen, zwei Varianten endoskopischer Untersuchungen, zwei Verfahren, die Röntgenstrahlung verwenden und die Bestimmung von Tumormarkern im Blut. Im Einzelnen sind das:
Stuhltests
- chemische Verfahren zum Nachweis von Blut im Stuhl
- immunologische Verfahren zum Nachweis von Blut im Stuhl
- DNA-Stuhltests
- Test auf M2-Pyruvatkinase
Endoskopische Verfahren zur Darmspiegelung
Röntgenuntersuchungen des Darms
Nachweis von Tumormarkern im Blut
Eine traditionelle Untersuchung, die aber auch heute noch praktiziert wird, ist das Abtasten des Enddarms durch den Arzt. Allerdings gibt es keinen Experten, der die Fingeruntersuchung als alleinige Methode zur Früherkennung empfiehlt, sie findet meist als Zusatzmaßnahme zu den übrigen Methoden statt. Deshalb haben wir das Abtasten nicht eigens bewertet. Eine überzeugende Bilanz besitzt nach der Bewertung von Risiko und Nutzen keines der Verfahren. Immerhin sind aber vier Verfahren zur Früherkennung von Darmkrebs für Personen ab etwa 50 Jahre „mit Einschränkung geeignet“. Das sind chemische Verfahren zum Nachweis von Blut im Stuhl und immunologische Verfahren zum Nachweis von Blut im Stuhl sowie die beiden Varianten der Darmspiegelung, die Sigmoidoskopie und die Koloskopie. Die übrigen Methoden sind zur Früherkennung nicht geeignet.
Für eine kleine Gruppe von Personen, bei denen Krebserkrankungen in der engen Verwandtschaft ein erhöhtes Risiko vermuten lassen, können genetische Tests sinnvoll sein, um die Gefährdung genauer abzuschätzen.
