19.01.2009
Entstehung
Vom Magen bis zum After ist der Darm etwa fünf Meter lang. Auf den ersten 3,5 Metern – in Zwölffingerdarm und Dünndarm – wird die Nahrung aufgespalten und alles Verwertbare daraus vom Körper aufgenommen. Am Blinddarm (medizinisch: Caecum) mündet der Dünndarm in den Dickdarm. Hier werden dem Brei aus Speiseresten und Abfallprodukten Wasser und wertvolle Salze für den Körper entzogen. Krebs im Dünndarm ist eine Seltenheit, die Schilderungen bei "Früherkennung im Test" beziehen sich deshalb nur auf den Dickdarm. Ärzte nennen das Organ auch Kolon, bösartige Tumore heißen deshalb Kolonkarzinome. In der ersten Hälfte des Dickdarms, dem so genannten proximalen Kolon, entwickelt sich etwa ein Drittel der Darmtumore. Ein weiteres Drittel konzentriert sich auf die folgenden 30 bis 40 Zentimeter, das distale Kolon. Das restliche Drittel findet sich im 15 bis 20 Zentimeter langen Enddarm, auch Rektum genannt; hier wachsende Tumore heißen in der Fachsprache Rektumkarzinome. Da sich Tumore im Rektum und im Kolon sehr ähnlich sind, verwenden Mediziner oft den Sammelbegriff kolorektales Karzinom.
Dickdarmkrebs wächst relativ langsam. In den meisten Fällen bildet sich erst eine warzenartige Wucherung der Schleimhaut, die oft pilzartig gestielt ist. Diese Wucherungen werden je nach innerem Aufbau als Polypen oder auch Adenome bezeichnet.
Im Inneren sind Polypen von Drüsengängen durchzogen: Wenn sie wie Schläuche geformt sind, heißen sie tubuläre Adenome, wenn sie wie Finger geformt sind, heißen sie villöse Adenome.
Die meisten Polypen bleiben das ganze Leben über klein und gutartig, manche sammeln aber mit der Zeit eine Reihe von typischen Genschäden und wachsen innerhalb von fünf bis zehn Jahren zu mehreren Zentimetern Größe heran. Je größer ein Polyp ist, desto höher ist das Risiko, dass sich in ihm ein bösartiger Krebs entwickelt. Darmpolypen gelten deshalb als wichtige Krebsvorstufe. Polypen verursachen nur selten körperliche Symptome. Manchmal neigen große Polypen und Tumore jedoch zu Blutungen. Das Blut wird dann mit dem Stuhl ausgeschieden, ist aber mit bloßem Auge nicht zu erkennen, Mediziner sprechen deshalb von verborgenem oder auch okkultem Blut.
Kolorektale Karzinome wachsen zu Beginn nur in der Darmwand, dringen aber nach Jahren oft auch in tiefere Gewebeschichten des Dickdarms ein. Dabei können sie bis in die Bauchhöhle hineinwuchern und eventuell benachbarte Organe wie Magen, Dünndarm und Harnblase befallen. Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden sich meist zuerst in den örtlichen Lymphknoten. Über das Blut gestreute Fernmetastasen werden häufig in der Leber gefunden. Je größer der Tumor und je tiefer er in die Darmwand eingewachsen ist, desto geringer ist die Aussicht auf Heilung.
Dickdarmkrebs verursacht keine typischen Beschwerden. Manche Tumore behindern die Passage des Kots und können sich durch diffuse Bauchbeschwerden, durch Änderung der Stuhlgewohnheiten, schmerzhafte Bauchkrämpfe, Verstopfung, Durchfall oder Darmverschluss bemerkbar machen. Wenn ein Tumor dauerhaft blutet, kann es zu Blutarmut und Eisenmangel kommen, die Kurzatmigkeit und Erschöpfung auslösen.
