19.01.2009
Behandlung
Darmpolypen gelten als gutartige Vorstufen von Dickdarmkrebs. Die Wucherungen sind im Alter fast eine Normalität: Ein Drittel bis die Hälfte aller Männer und Frauen zwischen 50 und 75 Jahren trägt zumindest einen Polypen im Darm. Auch wenn sich nur eine kleine Minderheit zu einem bösartigen Tumor entwickelt, entfernen Ärzte vorsichtshalber alle Polypen, die sie beispielsweise bei einer Darmspiegelung entdecken. Größere Adenome können mit einer elektrischen Schlinge durch das Endoskop vollständig entfernt werden. Diese Schlinge wird um den Polypen gelegt und dann durch Strom so stark erhitzt, dass der Polyp von der Darmwand „abgeschmort“ wird. Kleine Adenome unter fünf Millimeter Größe können mit einer scharfen Biopsiezange durch das Endoskop hindurch entfernt werden. Manchmal hat die Entfernung von Polypen kleinere Blutungen zur Folge, die von selbst zum Stillstand kommen. Es kann aber auch in seltenen Fällen die Darmwand verletzt werden, die dann in einer Notoperation wieder verschlossen werden muss.
Nach der Entfernung wird der Polyp auf bösartige Zellen untersucht. Falls ein Facharzt (Pathologe) Krebs findet, hängt es von den Details ab, was weiter geschieht: Kleinere Darmtumore, die noch nicht in die Darmwand eingewachsen sind und komplett entnommen wurden, gelten als geheilt. Eine weitere Operation ist dann nicht nötig. Wenn es allerdings unklar ist, ob der Tumor komplett entfernt wurde, dann raten Ärzte meist zur Darmoperation.
Eine solche Operation ist die wichtigste Therapie von Dickdarmkrebs. Meist findet sie am offenen Bauch statt, Operationen mit Instrumenten durch die Bauchdecke, so genannte laparoskopische Operationen, werden derzeit noch erprobt. Ziel des Eingriffs ist es, den Tumor vollständig zu entfernen. Zur Sicherheit werden dabei auch benachbarte Teile des Dickdarms und die örtlichen Lymphknoten entnommen. Im ungünstigsten Fall wird die Hälfte des Dickdarms entfernt. Meist kann bei der Operation ein künstlicher Darmausgang vermieden werden.
Die Operation am Darm ist ein schwerer Eingriff, selbst geplante Operationen gehen für einen von 30 Patienten tödlich aus. Hinzu kommt die Möglichkeit von Komplikationen durch Infektionen oder weil die Darmnaht nicht ganz dicht ist. Seltener kommt es zu Verletzungen der Harnleiter und anderer Organe. Vor allem für Operationen am Enddarm, bei der wichtige Nerven und Muskeln geschont werden müssen, sollten spezialisierte Kliniken ausgewählt werden.
Chemotherapie und Strahlentherapie
Auch wenn der Darmkrebs bereits Lymphknoten befallen hat oder sich Metastasen in der Leber finden, ist in bestimmten Fällen eine Heilung noch möglich. In solchen Fällen kann eine zusätzliche Chemotherapie die Aussichten verbessern.
Strahlentherapie spielt bei der Behandlung eines neu diagnostizierten Tumors keine Rolle. Sie kann aber in Kombination mit Chemotherapie bei Tumoren im Enddarm sinnvoll sein, um eine Operation zu ergänzen. Als Einsatzgebiet für diese Kombination gelten große Tumore am Enddarm, die vor der Operation verkleinert werden sollen, damit sie schonender operiert werden können. Risiken und Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie sind unter „Therapien“ beschrieben.
