19.01.2009

Brustkrebs

Ultraschall

Allgemeines

Ultraschalluntersuchungen (siehe unter „Grundlegende Methoden“ Abschnitt „Ultraschall“) können Veränderungen in inneren Organen sichtbar machen, ohne den Körper zu verletzen.

Durchführung

Damit die Schallwellen in die Brust eindringen können, ohne abgeschwächt zu werden, wird ein klares, abwaschbares Kontaktgel auf den Schallkopf des Geräts aufgetragen. Über diesen Gelfilm gleitet die Sonde, während der Arzt systematisch die Brüste bis in den Bereich der Achselhöhlen untersucht.

Störeinflüsse

Voraussetzung für die Untersuchung ist eine Ausbildung des Arztes im Einsatz von Ultraschallgeräten und zur Interpretation der Bilder. Einige Erfahrung ist hierfür nötig, um täuschende Signale, die bei dieser Technik entstehen können, zu erkennen.

Treffsicherheit

Ultraschall wird bisher meist eingesetzt, um verdächtige Regionen und Knoten zu untersuchen, die entweder bei einer Film-Mammografie aufgefallen sind oder von der Frau selbst oder von einem Arzt ertastet wurden (siehe auch „Tastuntersuchung der Brust“ und „Selbstabtasten der Brust“). Ultraschalluntersuchungen können helfen, die Unterscheidung zu treffen, ob es sich um eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste oder einen festen Gewebeknoten handelt.

Es gibt derzeit keinen seriösen Experten, der Ultraschall allein für eine taugliche Methode der Brustkrebs-Früherkennung hält. Allerdings empfehlen einige Ärzte, die Methode bei der Früherkennung als Ergänzung zur Mammografie einzusetzen, um durch die Kombination die Treffsicherheit zu verbessern. Einige Forschergruppen haben Ultraschall als Ergänzung bereits erprobt, bislang aber vor allem an Frauen, die entweder familiär bedingt ein stark erhöhtes Risiko für Brustkrebs hatten, oder deren Brust durch eine Mammografie nicht gut zu beurteilen war. Bei diesen Studien wurden meist hochklassige Ultraschallgeräte eingesetzt, die nur wenige Ärzte in ihrer Praxis zur Verfügung haben. Es ist also möglich, dass die folgenden Angaben die Treffsicherheit überschätzen.

Wie oft liefert die Untersuchung falsche Befunde?

Wenn sich Frauen zusätzlich zur Mammografie mit Ultraschall untersuchen lassen, werden nach den bisherigen Studien mehr Tumore gefunden als durch eine Film-Mammografie (siehe auch „Treffsicherheit der Film-Mammografie“). Bei Frauen mit besonders hohem Risiko stieg die Zahl der Befunde um etwa ein Fünftel. Allerdings ist unbekannt, wie viele Tumore trotzdem noch übersehen werden.

Die Ultraschalluntersuchung führt zu unnötigen Belastungen durch falsch-positive Befunde: Da Ultraschall bislang nicht zur Früherkennung bei gesunden Frauen erprobt wurde, lassen sich keine genaueren Angaben zur Zahl der Fehlalarme machen. Für Frauen mit besonderen Risikofaktoren für Brustkrebs besteht eine erhöhte Gefahr an falschen Verdachtsbefunden. Die Zahl liegt im Vergleich zur Film-Mammografie um etwa ein Fünftel höher.

Das führt dazu, dass es sich nur bei einer Minderheit der bei einer Ultraschalluntersuchung gefundenen Knoten tatsächlich um Krebs handelt. Mangels ausreichender Studien lassen sich keine genauen Angaben abschätzen. Zum Vergleich: Bei der Film-Mammografie kommen bei Frauen über 50 Jahre fünf bis zehn Fehlalarme auf einen entdeckten Tumor. Einiges spricht dafür, dass diese Bilanz durch Ultraschall eher verschlechtert wird.

Konsequenzen

Wenn bei einer Ultraschalluntersuchung eine Auffälligkeit entdeckt wird, ist das noch kein Beweis für Brustkrebs, sondern nur ein Hinweis auf Gewebeveränderungen. Was weiter geschieht, hängt vom Ergebnis weiterer Untersuchungen ab, dazu gehört die Mammografie, in seltenen Fällen auch eine „Magnetresonanztomografie“ (siehe Abschnitt „Grundlegende Methoden“). Meist kann ein Verdacht schon durch diese Untersuchungen widerlegt werden. Ist das nicht der Fall, bleibt als letzte Methode die Entnahme einer Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung (siehe Abschnitt „Grundlegende Methoden“ unter „Gewebeuntersuchung“), die so genannte Biopsie.

Nutzen

Eine Ultraschalluntersuchung bietet die theoretische Möglichkeit, Tumore zu erkennen, die bei einer Mammografie übersehen werden, um so die Heilungschancen zu verbessern. Vor allem bei (jüngeren) Frauen mit hoher Dichte der Brust besteht die Erwartung, dass die Methode hilft. Allerdings ist bislang unklar, ob sie das wirklich tut. Der Nutzen der Ultraschalluntersuchung als Ergänzung oder Ersatz einer Mammografie ist deshalb derzeit nicht abschätzbar.

Risiken

Durch das Verfahren

Eine Ultraschalluntersuchung birgt keine bekannten Risiken.

Durch die Folgen des Testergebnisses

Oft liegen die Risiken eines Früherkennungstests nicht in der Untersuchung selbst, sondern in den negativen Konsequenzen, die sich aus dem Befund der Untersuchung ergeben. Bei der Ultraschalluntersuchung kommt es immer wieder zu falschen Verdachtsbefunden und zu Überdiagnosen. Die durch einen Befund bedingten Risiken sind letztlich nicht abschätzbar.

test-Bewertung

Der Nutzen und die Risiken einer Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs sind derzeit nicht abschätzbar. Im Vergleich zur Film-Mammografie erscheint das Risiko eines falsch-positiven Befundes geringfügig höher. Die Abwägung zwischen Nutzen und Risiken fällt insgesamt negativ aus. Die Ultraschalluntersuchung der Brust als Ersatz der Mammografie ist zur Früherkennung nicht geeignet.

Kassen- oder Wahlleistung

Die Ultraschalluntersuchung der Brust zur Früherkennung ist bei Frauen ohne Beschwerden keine Kassenleistung.

Kosten

Wer eine Ultraschalluntersuchung der Brust einschließlich der regionalen Lymphknoten in Anspruch nehmen möchte, muss nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit Kosten zwischen 22 und 50 Euro (GOÄ-Ziffern 418, 420) rechnen.

Situation in Österreich

Die Ultraschalluntersuchung der Brust ist kein Bestandteil der kostenlosen Gesundheitsvorsorge in Österreich. Ist die Ultraschalluntersuchung der Brust medizinisch begründet, so werden die Kosten dafür von den Kassen übernommen. Für Privatleistungen können Ärzte in Österreich mit den Patienten das Honorar frei vereinbaren. Ein ungefährer Anhaltspunkt: Die Wiener Gebietskrankenkasse zahlt Ärzten für eine Ultraschalluntersuchung beider Brüste 24,70 Euro.

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