19.01.2009

Brustkrebs

Risikofaktoren

Forscher haben eine Vielzahl von Faktoren identifiziert, die das Brustkrebsrisiko beeinflussen. Viele dieser Faktoren steigern die Östrogenspiegel im Körper und scheinen dadurch das Erkrankungsrisiko zu erhöhen. So erkranken Frauen etwas häufiger an Brustkrebs, die sehr jung ihre erste Menstruation hatten oder spät in die Wechseljahre eintraten, deren Brüste also mehr Wachstumszyklen durchlaufen als durchschnittlich. Ähnlich ist es mit Frauen, die spät oder gar keine Kinder bekommen haben oder die jahrelang Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnehmen. Experten sind sich derzeit nicht einig, wie orale Kontrazeptiva („Pille“) die Brust beeinflussen. Die Mehrzahl der Studien zeigt jedoch eine leichte Zunahme des Krebsrisikos, das aber einige Jahre nach Ende der Einnahme wieder abklingt. Nach einigen Analysen erhöhen auch Übergewicht, Alkohol und Rauchen das Risiko.

Wenn ein Familienmitglied an Brustkrebs erkrankt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass auch enge Verwandte wie Schwestern und Töchter gefährdet sind. Ist nicht mehr als eine Verwandte erkrankt, die zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 40 Jahre war, ist das Risiko für andere Familienmitglieder nicht höher als für den Rest der Bevölkerung. Je mehr Fälle es allerdings in einer Familie gibt, je enger die Verwandtschaft ist, und je jünger die Frauen erkranken, umso eher ist das ein Hinweis auf eine erbliche Veranlagung. Etwa eine von 20 bis 30 Brustkrebserkrankungen ist auf Veränderungen (Mutationen) der „Brustkrebsgene“ BRCA1 und BRCA2 zurückzuführen.

Wenn es Hinweise auf ein deutlich erhöhtes familiäres Risiko gibt, kommen unter Umständen individuelle Früherkennungsstrategien infrage, die mit dem Arzt besprochen werden sollten. Die Aussagen bei "Früherkennung im Test" beziehen sich nur auf Frauen mit durchschnittlichem Risiko.