19.01.2009

Brustkrebs

Entstehung

Die Brust besteht im Wesentlichen aus drei Gewebetypen: Bindegewebe, Fettgewebe und Drüsengewebe. Bindegewebe und Fettgewebe geben dem Organ Festigkeit und sind gleichzeitig das Polster für das Drüsensystem. Jede Brust enthält 12 bis 20 traubenartig miteinander verbundener Drüsenläppchen, die während der Stillzeit Milch produzieren. Diese kann in den Milchgängen gesammelt werden. Wenn ein Krebs in einem dieser blasenartigen Drüsenläppchen entsteht, heißt er lobuläres Karzinom. Wächst er in den Milchgängen der Drüsen, ist es ein duktales Karzinom. Brustkrebs verursacht keine charakteristischen Frühsymptome. Entdeckt wird er meist durch Röntgenuntersuchungen oder weil die Frau oder ein Arzt einen Knoten ertasten.

Zwischen Pubertät und Wechseljahren macht das Drüsengewebe mit jeder Periode einen Wachstumszyklus durch: Etwa im Vier-Wochen-Rhythmus vermehren sich die Drüsenzellen unter dem Einfluss der Eierstockhormone Östrogene und Gestagene. Wenn es nicht zu einer Schwangerschaft kommt, stirbt ein Teil der Drüsenzellen ab. Mit Beginn der Wechseljahre hört die Östrogenproduktion in den Eierstöcken auf, das Drüsengewebe der Brust bildet sich dann dauerhaft zurück. Frauen, die östrogenhaltige Mittel (Hormontherapie) gegen Wechseljahrsbeschwerden einnehmen, verhindern diese Rückbildung. Das macht sich in der Dichte der Brust bemerkbar: Das Brustgewebe junger Frauen und das von Frauen, die Hormonpräparate nehmen, ist auf Röntgenbildern dichter, und deshalb für einen Arzt schwieriger zu beurteilen.

Brustkrebs kann verschiedene Entwicklungswege einschlagen: Manche Tumore sind auch noch heilbar, wenn sie sehr groß sind. Andere Krebsvarianten bilden bereits winzige Metastasen, lange bevor sie durch Früherkennungsuntersuchungen nachzuweisen sind. Ärzte nutzen zwar eine Reihe von Merkmalen, mit deren Hilfe sie Brustkrebs in verschiedene Typen unterteilen. Allerdings können diese Kennzeichen keine sichere Auskunft geben, ob ein Brustkrebs noch durch eine Operation heilbar ist. Eine kritische Schwelle ist erreicht, wenn ein Tumor „invasiv“ wächst: Dann haben Krebszellen das Drüsengewebe verlassen und sind in umgebendes Gewebe eingewandert. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Tumorzellen bereits in den benachbarten Lymphknoten zu finden sind oder gar schon Metastasen in anderen Organen wie Lunge, Leber und Knochen gebildet haben.