Sicherheit in Stadien: Ausgewählt, geprüft, bewertet

test 02/2006

Sicherheit in Stadien

Im Test: Die zwölf Stadien für die Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden im Rahmen einer angemeldeten Inspektion begutachtet. Untersucht wurden die baulichen Sicherheitsstandards, die Einrichtungen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes. Schwerpunkt waren die Evakuierungsbedingungen und Fluchtmöglichkeiten unter Berücksichtigung einer Panik. Dafür wurden ausgewählte Bereiche der Stadien untersucht. Grundlage der Bewertung war nicht die Erfüllung der gesetzlichen Auflagen und Verordnungen, sondern der heutige Stand von Wissenschaft und Technik. Die Ergebnisse wurden vor Ort in einem standardisierten Erhebungsbogen protokolliert und dokumentiert.
Erhebungszeitraum: September / Oktober 2005.

Abwertungen

Wenn Strömungsstau „ausreichend“ war, dann kann das Gruppenurteil Strömungsstau und Orientierung nicht besser sein. Wenn Brandlasten oder Brandabschnitte und Entrauchung „ausreichend“ oder schlechter waren, dann kann das Gruppenurteil Brandschutz nicht besser sein.

Staudruck

Alle vorhandenen Staudruckrisiken wurden erfasst und bewertet. Dazu gehören die Zuschauerkapazität in den Rängen, Anzahl und Breite der Rettungstore, die Rangabgrenzungen, das Verhältnis aus Zuschauerkapazität und Gesamtbreite der Rettungstore, die Tiefe des Ranges, Entlastungszonen wie Rundläufe sowie Fluchtmöglichkeiten zum Spielfeld.

Strömungsstau und Orientierung

Strömungsstau: Potenzielle Gefahrenquellen (zum Beispiel Engstellen, abschließbare Türen) wurden erfasst und bewertet. Ebenso die Anzahl und Breite der Ein-/Ausgänge, der Mundlöcher, der Rundläufe, die Länge und Breite der Auf-/Abgänge sowie Indexwerte, die aus dem Verhältnis der jeweiligen Zuschauerkapazität in den Rängen und der entsprechenden Ausgangsbreite ermittelt wurden.

Orientierung: Es wurden vor allem die Fluchtwegbeschilderung sowie die Wegeführung und die Markierung der Fluchtwege untersucht.

Stolpersicherheit

Stolperfallen und Risiken zum Hängenbleiben wurden protokolliert und bewertet. Dazu gehören vor allem die Höhe, Tiefe und Verschiedenartigkeit der Treppenstufen sowie die Rutschfestigkeit des Stufen- und Bodenbelags, der Zustand von Dehnungsfugen sowie vorstehende Kanten, Sitzflächen, Handläufe und Türgriffe.

Vermeidung von Bewaffnung

Mögliche Bewaffnungsobjekte wie zum Beispiel lose Sitzschalen, lose Steine, abreißbare Kabel, demontierbare Abfallbehälter, Gitterroste und Gullydeckel wurden erfasst und bewertet. Zusätzlich haben wir den allgemeinen Zustand der Gebäude und Einrichtungen beurteilt.

Brandschutz

Art und Umfang von Brandlasten (brennbare Materialien) – vor allem in den VIP-Bereichen – wurden erfasst und bewertet. Maßnahmen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes wie Löscheinrichtungen und Brandmelder sowie Feuerwehrzufahrten und Angriffswege wurden erfasst. Brandabschnitte und Entrauchung wurden nach Art, Anzahl und Zustand überprüft.

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