Produktfinder Kindersitze: Im Crashtest getestet
27.10.2011
Sicher oder nicht: Das ist einem Kindersitz nicht anzusehen. Die Stiftung Warentest testet die Sitze im Crashtest. Details lesen Sie hier.
Frontalaufprall und Seitenaufprall
Ob ein Kindersitz bei einem Unfall gut schützt, kann nur ein Unfall zeigen. Die Stiftung Warentest simuliert das im Crashtest. Frontalaufprall und Seitenaufprall stehen auf dem Programm. Immer unter den gleichen Bedingungen.
Lebensgefahr für das Kind
Die Testkarosse mit dem Kindersitz beschleunigt auf 64 km/h. Dann prallt sie auf das Hindernis. Blitzschnell ziehen die Gurte an. Die Dummys rucken in den Kindersitzen. Hochgeschwindigkeitskameras halten jede Bewegung fest: 1 000 Bilder pro Sekunde. Immer wieder geht die Sache gut. Dann folgt eine Katastrophe. Beim IWH Babymax mit Isofix reißen die Hosenträgergurte aus der Babyschale. Der Dummy fliegt aus dem Sitz ungeschützt nach vorn. Im Ernstfall wäre das wohl tödlich. Qualitätsurteil: MANGELHAFT.
Sieben Kindersitze mangelhaft
Das war im Frühjahr 2009. Aber kein Einzelfall. 154 Autokindersitze hat die Stiftung Warentest seit 2007 untersucht. Sieben Modelle sind mangelhaft: IWH Babymax Isofix, IWH Megamax Isofix, IWH Trade Max / Vario Max, Luftikid, Michelin Cockpit, SYPO 01/02 und TEAMTEX Newfix SP. Häufigster Schwachpunkt ist der Seitenaufprall. Hier sind die Kinder oft unzureichend geschützt.
Neuer Seitenaufprallschutz
Erfreulich dagegen: Im aktuellen Testfeld 2011 gibt es keinen mangelhaft Sitz. Die meisten Sitze schützen gut. Neuste Entwicklungen verbessern sogar den Schutz beim Seitenaufprall. Römer bietet jetzt Kindersitze mit dicken Seitenkissen: Side Impact Cushion Technology, kurz SICT, heißt der neue Seitenaufprallschutz.
SICT wirkt sehr gut
Dicke Kissen außen an der Sitzschale sollen den Kindersitz bei einem Seitenaufprall schneller an der Karosserie abstützen. Die Polster lassen automatisch Luft ab, wenn es kracht und federn das Kind besser ab. Das funktioniert sehr gut, wie der Crashtest zeigt. Beide SICT-Modelle von Römer punkten mit sehr gutem Seitenaufprallschutz:
Römer Kid plus SICT und Römer Kidfix SICT.
Auch Cybex bietet inzwischen Kindersitze mit ähnlichen Seitenpolstern an.
SICT raubt Platz
Einen Nachteil hat die neue Technologie allerdings: Sie raubt Platz. Viel Platz. Die Römer-Sitze mit Seitenkissen sind 61 Zentimeter breit. So breit, dass nur noch zwei Sitze nebeneinander passen. Rückbank oder Rücksitze sind damit belegt. Für ein drittes Kind oder einen Erwachsenen bleibt nur noch der Beifahrersitz. Die Stiftung Warentest hat das Platzangebot in verschiedenen Autos jüngst untersucht. Details finden Sie hier.
Autos und Kindersitze: Die besten Autos für Familien
Gemeinsam und international
Crashtests sind aufwändig. Deshalb arbeitet die Stiftung Warentest hier nicht allein. Sie testet Autokindersitze gemeinsam mit dem ADAC und Verbraucherschützern aus Belgien, Dänemark, Frankreich, England, Italien, Portugal, Schweden, Spanien und den Niederlanden.
Leitfaden: So finden Sie den passenden Kindersitz
Lesen Sie weiter: Drei Sitze für ein Kinderleben
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Schadstoffe vermeiden
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