Laufschuh-Besonderheiten (aus test 10/2002): Nichts für Einknicker
Der a³ von Adidas und Shox R4 von Nike sehen vielversprechend aus. Sie überzeugen aber nur bei der Dämpfung. Enttäuschend: Stützfunktion und Preis.
Das Design verspricht Höhenflüge, der Name ausgeklügelte Technologien. Doch der a³ von Adidas, ausgesprochen „a cubed“, ist und bleibt ein Schuh – und nicht einmal ein besonderer. Gemeinsam mit dem Shox R4 von Nike, ebenfalls als Innovation angepriesen, haben wir ihn unter die Lupe genommen. Im Fokus: Dämpfung und Stützfunktion. Im Vergleich dazu: der Pantera Plus II von Fila (105 Euro) mit dem test-Qualitätsurteil „gut“ (Note 2,0), einer der Spitzenläufer in unserem Test.
Der Pantera Plus II sieht neben seinen neuen Konkurrenten ganz schön altmodisch aus. Immerhin hat der Shox R4 unter der Ferse vier verblüffende Säulen mit Durchguckeffekt. Ihr hochelastisches Schaummaterial wird auch zur Stoßdämpfung bei Formel-1-Wagen eingesetzt. Und der a³ besticht durch eine Rundkonstruktion im Fersenbereich namens „energy management system“. Eines ihrer Elemente soll für „maximale Dämpfung des Aufpralls“ sorgen.
Und das tut es auch. So gut sogar, dass der a³ in Sachen Dämpfung den Pantera Plus II übertrifft. Noch besser, und zwar mit Abstand, dämpft der Shox R4 von Nike. Diesbezüglich hätte er in unserem Laufschuhtest zum Spitzenfeld gehört. Seinem Image als Vertreter einer „nächsten Generation der Sportschuhdämpfung“ wird er jedenfalls gerecht.
Stützfunktion könnte besser sein
Gute Dämpfung ist wichtig, da sie vor den Stoßwellen schützt, die Schritt für Schritt durch den Körper wandern. Allein aber macht sie noch keinen guten Laufschuh. Denn wenn der Schuh den Fuß nicht ausreichend stützt, sieht es für Knie und Co. auch schlecht aus. Ein hoher Prozentsatz aller Läufer sind Überpronierer, sie knicken mit dem Fuß beim Aufkommen übermäßig nach innen ein. Deshalb brauchen sie unbedingt Laufschuhe mit guter Stützfunktion, auch Pronationskontrolle genannt.
Anders als bei der Dämpfung enttäuschen sowohl der a³ als auch der Shox R4 in diesem Punkt: Beide stützen schlechter als der Pantera Plus II. Während der Nike-Schuh beim letzten Test damit immerhin im Mittelfeld geblieben wäre, zeigte sich der a³ von Adidas in dieser Disziplin noch schlapper. Dabei soll sein „stability element“ eigentlich Überpronation minimieren, so der Hersteller.
Kein außergewöhnliches Lauferlebnis
Fazit: Für Läufer, die einen gut stützenden Schuh brauchen, sind a³ und Shox R4 ungeeignet. Keine der Techniken führte zu einem außergewöhnlichen Lauferlebnis. Die Testläufer lobten die Passform, fanden aber keine großen Unterschiede zum klassischen Laufschuh. Dem Shox R4 bestätigten sie Diskotauglichkeit.
Tipp: Vor dem Kauf muss eine gute Beratung stehen. Neben Stützwirkung und Dämpfung zählt die Passform. Wichtig: Fußtyp und Laufstil analysieren lassen.
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