Laufschuhe: Ausgewählt, geprüft, bewertet
Im Test: 13 Paar Laufschuhe für Männer. Nach Herstellerangaben Neutrallaufschuhe.
Einkauf der Prüfmuster: Dezember 2006 und Januar 2007.
Preise: Anbieterbefragung März 2007.
Abwertungen
Lautet die Bewertung für Abrieb am Fersenfutter „ausreichend“, kann das Urteil für die Haltbarkeit höchstens eine Note besser sein. Ist das Urteil Biegefestigkeit der Sohle „ausreichend“, kann die Haltbarkeit höchstens eine halbe Note besser ausfallen. Ist die Haltbarkeit „ausreichend“, kann das test-Qualitätsurteil nur eine halbe Note besser sein.
Biomechanik: 35 %
Die Prüfungen erfolgten an den eingelaufenen Schuhen (nach 180 km). Dafür wurden eine Messplattform sowie ein Beschleunigungsmesser, ein elektronischer Winkelmesser (Goniometer) und Drucksensoren eingesetzt. Mit jedem Schuhpaar wurden von 20 erfahrenen Läufern, die keine Fußfehlstellungen hatten (Neutralfuß), jeweils 5 Versuche auf einer definierten Messstrecke durchgeführt. Für die Bewertung der Stoßdämpfung waren drei Parameter entscheidend: die maximale Beschleunigung an der inneren Schienbeinkante (mediale Tibia), die Kraftanstiegsraten und das Frequenzspektrum des Vertikalkraftsignals. Für die Stützfunktion (Pronationskontrolle) wurden Pronationsausmaß und -geschwindigkeit mittels Elektrogoniometer erfasst (Messen des Achillessehnenwinkels). Zum Bestimmen der Druckverteilung waren an 7 definierten Punkten unter dem Fuß Drucksensoren fixiert. Gemessen und bewertet wurden die maximalen Druckbelastungen am Vorfuß und an der Ferse sowie die Druckanstiegsraten.
Orthopädische Beurteilung: 20 %
Ein Orthopäde und ein Orthopädie-Schuhtechniker beurteilten die getragenen und neuen Schuhe nach folgenden Kriterien: Fersenführung, Flexibilität der Sohle, Pronationskontrolle, Abrollverhalten, Schnürung, Zehenfreiheit, Torsion, Verarbeitung.
Laufpraxis: 25 %
20 Läufer legten mit jedem Schuh eine Strecke von 9 km zurück. Die Teststrecke führte mit Steigungen und Gefälle über Asphalt und Waldboden. Nach jedem Lauf waren zu beurteilen: der Gesamteindruck beim Laufen, das An- und Ausziehen und der Fußkomfort (Passform, Druckstellen, Fußklima).
Haltbarkeit: 15 %
Zur Prüfung der Beständigkeit des Fersenmaterials wurden die Schuhe im Rahmen eines automatischen Dauertests 240 000 Lastwechseln ausgesetzt. Zu Beginn und zum Abschluss der Versuche wurden die Kraft-Weg-Verläufe beim Belasten aufgezeichnet. Bewertet wurden die Änderungen der Parameter Energieaufnahme und Energieverlust sowie Steifigkeit und Höhe des Fersenmaterials. Zusätzlich wurden die mechanischen Eigenschaften des Sohlenmaterials mittels Impacter untersucht. Dabei fiel ein Gewicht von 8,5 kg aus 50 mm Höhe auf die Ferse. Durchführung in Anlehnung an ASTM (F 1614). Der Abrieb des Fersenfutters und der Einlegesohle wurde in Anlehnung an die DIN EN ISO 12947 (Martindale-Verfahren zur Bestimmung der Scheuerbeständigkeit) durchgeführt. Die Proben aus dem Fersenfutterbereich hatten 25 600 Reibtouren zu überstehen. Um die Biegefestigkeit der Sohle zu prüfen, wurde in Anlehnung an DIN EN ISO 20344 vorgegangen. Die Sohlen wurden beim Versuch so eingespannt, dass der Punkt der maximalen Biegung weitgehend mit der Stelle übereinstimmte, die auch beim Laufen am stärksten belastet wird. In der Nähe der maximalen Biegung wurde mit einer Nadel in der Sohlenmitte und am Rand eingestochen. Anschließend wurde die Schuhsohle 30 000 Mal gebogen.
Schadstofffreiheit: 5 %
Analyse des textilen Obermaterials auf Azofarben, allergisierende oder krebserregende Farbstoffe, lösliche Schwermetalle, zinnorganische Verbindungen, chlorierte Phenole und Formaldehyd. Bei deutlichem Geruch der neuen Schuhe erfolgte die Untersuchung auf flüchtige organische Komponenten.
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