Autokindersitze: So fährt Ihr Kind sicher
Ein guter Kindersitz passt noch lange nicht in jedes Auto. Da hilft nur eins: Ausprobieren.
Vom Baby bis zum Schulkind: Für jedes Alter gibt es gute Autokindersitze. Das bestätigt auch der aktuelle Test. Trotzdem scheint die Auswahl nicht ganz einfach zu sein. Häufig erreichen uns Anfragen besorgter Eltern, die mit einem gekauften Kindersitz nicht zufrieden sind. Mal passt das Kind nicht richtig hinein, mal lässt sich der Sitz nicht ordentlich auf dem Autorücksitz festzurren. Um einen Fehlkauf zu vermeiden, sollten deshalb einige Dinge beachtet werden:
Die richtige Größe finden
Autokindersitze sind in Normgruppen von 0 bis III eingeteilt, die Kinder nur nach dem Gewicht unterscheiden (siehe Tabellen). Manche Sitzhersteller geben auch zusätzliche Empfehlungen zum Alter. Die Größe des Kindes wird gar nicht berücksichtigt. Dabei hängt der Zeitpunkt, wann das Kleinkind aus der rückwärts gerichteten Babyschale in den vorwärts gerichteten Kindersitz wechselt, entscheidend von der Größe des Kindes ab. Faustregel: Das Kind sollte so lange wie möglich in der Babyschale transportiert werden. Sie ist erst dann zu klein, wenn der Kopf den oberen Schalenrand überragt. Für einen kräftigen Säugling ist es also wichtig, von vornherein eine möglichst geräumige Babyschale auszuwählen. Probieren Sie, ob das Kind in der Schale so bequem Platz findet, dass sie auch in einem Jahr noch passt. Gleich sechs „gute“ Produkte stehen im Test zur Auswahl.
Was Universal bedeutet
Die meisten Autokindersitze werden mit dem Dreipunkt-Autogurt auf der Sitzbank fixiert. Der Vermerk „Universal“ am Kindersitz bedeutet, dass er in den meisten Serienfahrzeugen befestigt werden kann. Jeder Hersteller weist aber darauf hin, dass es Ausnahmen gibt, ohne sie jedoch namentlich aufzuführen. Um sicherzugehen, nutzen Sie die Beratung im Fachgeschäft und lassen Sie sich die Montage in Ihrem Auto vorführen.
Häufige Probleme: Die Sicherheitsgurte des Autos sind zu kurz. Dann lässt sich die Babyschale nicht festschnallen oder sie steht zu steil. Manche Babyschalen erlauben eine alternative Gurtführung, die einiges an Länge spart. Achtung: Der Beifahrersitz ist bei aktivem Airbag für Babyschalen tabu! Achten Sie beim Probeeinbau auch darauf, dass die Schale einen festen Stand auf dem Autositz findet und das Gurtschloss nicht am Sitzrahmen aufliegt. Beim Peg Perego Primo Viaggio wird eine Basis fest im Auto verzurrt und die Babyschale darauf einfach eingerastet.
Worauf es bei Isofix ankommt
Einfache Montage und festen Sitz im Auto versprechen Isofix-Sitze. Sie erfordern Verankerungen, die praktisch in allen neueren Pkw vorhanden sind. Doch nicht jeder Isofix-Kindersitz lässt sich in jedes Isofix-vorbereitete Auto einbauen. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Der Sitz darf nur montiert werden, wenn das Auto auch tatsächlich in der Typliste des Kindersitzherstellers aufgeführt ist. Zwar lassen sich die meisten Isofix-Sitze auch mittels Dreipunktgurt anschnallen, doch die Testurteile gelten nur für die Isofixbefestigung in einer zugelassenen Karosserie.
Familienfreundliche Minivans haben oft praktische Staufächer im Fußboden – genau an der Stelle, wo der Stützfuß des Isofix-Systems aufsetzt. Zu verschmerzen wäre, dass die Fächer dadurch nicht mehr benutzt werden können, aber nicht, dass sie beim Unfall einbrechen und den Kindersitz dadurch nicht mehr abstützen.
Größere Isofix-Sitze können statt des Stützfußes am Boden auch einen Top-Tether haben. Dieser Zusatzgurt ist oben am Sitz befestigt und wird an einer entsprechenden Öse hinter der Rücksitzbank verankert. Das soll bei einem Aufprall ebenfalls die Vorverlagerung des Kindersitzes verringern. Nachteil hierbei: Kaum ein Auto verfügt bisher über Top-Tether-Verankerungen und wenn doch, sind sie zum Teil schwer zugänglich und unpraktisch.
Tipp. In der Betriebsanleitung des Autos ist erwähnt, ob sich Befestigungsmöglichkeiten an der Rücksitzlehne oder am Boden des Kofferraums befinden. Diese Befestigungsösen sind mit einem stilisierten Anker gekennzeichnet.
Wie viele Sitze braucht das Kind?
Fährt das Kind im Auto mit, braucht es einen Kindersitz, bis es zwölf Jahre alt oder 1,50 Meter groß ist. Nach der Babyschale wechselt es auf einen Sitz der Gruppe I, der etwa bis zum Alter von vier Jahren reicht. Danach nimmt es in einem mitwachsenden Sitz der Normgruppen II/III Platz. Der Kiddy Life Pro ist in diesem Test der einzige „gute“ Kindersitz, der die Klassen I bis III abdeckt. Er darf gleich im Anschluss an die Babyschale verwendet werden, sodass man einen Sitz spart. Wichtig: Die Passform prüfen. Vor allem zierliche Kinder fühlen sich in dem Sitz mit seinen massiven Seitenpolstern und dem hohen Fangkörper zunächst eingeengt und protestieren durch Strampeln gegen den Fangtisch, wie wir von Eltern hören. Es ist für jedes Kind eine Umstellung von der rückwärtsgerichteten Liegeschale auf die vorwärtsgerichtete Sitzschale. Reine Gruppe-I-Sitze mit Hosenträgergurten sind manchen Kindern vertrauter.
Der spätere Umstieg auf Sitze der Gruppe II/III, die aus einer Sitzerhöhung mit Kopf- und Rückenstütze bestehen, ist dann in der Regel kein Problem. Stößt die Lehne des Kindersitzes gegen die Kopfstütze des Autos, ist die Kopfstütze zu entfernen oder herumzudrehen, damit sich der Kindersitz bündig an den Autositz anschmiegt. Denken Sie daran, die Kopfstütze wieder richtig herum einzustecken, bevor ein erwachsener Passagier diesen Sitzplatz benutzt. Die abnehmbare Kopf- und Rückenstütze des Kindersitzes soll bis zum Schluss benutzt werden. Sie hat nicht nur ein wichtige Funktion für den Unfallschutz, sondern sorgt auch für den korrekten Verlauf des oberen Autogurts über die Schulter des Kindes. Der Gurt darf keinesfalls am Hals scheuern. Erst wenn das Kind 1,50 Meter groß ist, verläuft der Dreipunkt-Autogurt in der Regel so, dass nun auf den Autokindersitz verzichtet werden kann.
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