22.04.2013

Fahr­rad: Ran an die Pedalen

Fahr­radkauf

Fahrrad Special

Die wichtigste Frage kann nur der Käufer selbst beant­worten: Wo und wie er fahren will. Sie entscheidet darüber, welches Fahr­rad sinn­voll ist. Außerdem wichtig: Größe, Körper­proportionen und Gewicht. Erst mit diesen Informationen kann der Verkäufer ein gutes Rad erteilen.

Pass­form

Wichtigster Punkt und unabhängig vom Typ: Das Fahr­rad muss zum Fahrer passen. Bei der Ermitt­lung der richtigen Rahmengröße helfen Faustformeln und Erfahrungs­werte. Das Ober­rohr muss so nied­rig sein, dass der Fahrer es nicht berührt, wenn er es zwischen den Beinen hat. Der Lenker muss mindestens so weit vom Sattel entfernt sein, dass die Beine beim Fahren nicht an die Lenk­stange stoßen. Wie aufrecht ein Radler sitzen möchte, ist eine Frage von Geschmack und Gewöhnung. Eine flache stark nach vorn geneigte Sitzhaltung bringt wegen des geringeren Luft­widerstands mehr Tempo. Komfort­abler ist eine aufrechte Sitzhaltung.

Über­schaubare Vielfalt

Alle Fahr­räder haben einen Rahmen, zwei Räder, Sattel und Lenker. Das wars aber auch schon mit den Gemein­samkeiten. Für so ziemlich jeden Zweck gibt’s geeignete Fahr­räder.

Cityrad

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Im Fahr­radhandel laufen sie sehr gut: Rund eine Million Cityräder verkaufen die Händler jedes Jahr - vor allen Dingen an Frauen und die „Generation 50 Plus“. City-Räder bieten eine bequeme und entspannte Sitz­position, ermöglichen mit dicken Reifen, Schutz­blechen und Gepäck­träger komfortable Fahrten durch den Alltag und gemütliche Ausflüge am Wochen­ende. City-Räder haben meist wartungs­freundliche Naben­schaltungen und fast immer eine mehr oder weniger raffinierte Federung. Im Cityräder-Test konnten allerdings nicht alle Modelle über­zeugen: Einige gingen im Härtetest zu Bruch.

Trekkingrad

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Das Reiserad für alle Fälle und mit rund andert­halb Millionen Stück pro Jahr der Renner in deutschen Fahr­radläden. Es fährt sich auch in mäßigem Gelände gut, ist aber vor allem für die Straße gemacht. Dort ist es mit schlanken Rahmen, 28 Zoll-Rädern und mehr oder weniger schmalen Reifen erheblich flotter unterwegs als Cityräder und Mountain­bikes. Der Unter­grund sollte fest genug sein. Wer in richtig schweres Gelände fährt, kann mit Trekkingrädern leicht mal ausrutschen oder stecken bleiben. Besonders gut sind Trekkingräder für längere Touren und Reisen geeignet. Was im Trekkingrad-Test weiterhin rauskam: Mit der passenden Schaltung sind auch steile Berge kein Problem.

Mountain­bike

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Eigentlich vor allem für Gelände- und Berg-Fahrten gebaut: Sportler heizen damit auf holp­rigen Wegen über waldige Hügel. Gang­schaltungen mit bis zu 30 Gängen und breitem Über­setzungs­bereich ermöglichen es, auch steile Hänge hoch zu fahren. Stock und Stein über­winden Fahrer mit grob profilierten und dicken 26-Zoll-Reifen. Die Bremsen der Wald-und-Wiesen-Räder sind meist sehr leistungs­stark. Zumindest das Vorderrad ist fast immer gefedert („Hardtail“), und bei so genannten „Fullys“ auch das Hinterrad. Viele Radler mögen Mountain­bikes auch im Stadt­verkehr. Kopf­stein­pflaster, hohe Bord­steinkanten oder Straßenbahn­schienen - alles kein Problem für die breiten Reifen. Doch Mountain­bikes sind nicht immer so robust wie sie aussehen. Das zeigte unser Mountainbike-Test.

Renn­rad

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Renn­räder sind Sport­geräte: Schnell, wendig und effizient. Die Sitz­position ist flach und nach vorne gestreckt, um dem Fahrt­wind so wenig Widerstand wie möglich entgegen zu setzen. Was Renn­fahrer nicht vorwärts bringt, das fehlt. Dazu gehören oft auch vorgeschriebene Teile wie Klingel und Reflektoren an Rädern und Pedalen. Fürs Licht gibts eine Sonder­regel: Bei Rädern mit weniger als 11 Kilogramm Gewicht reicht aus, wenn der Fahrer Batterie­leuchten zum Anste­cken mit hat. Tags­über müssen sie nicht am Rad sein.

Fitness­rad

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Wer gern wirk­lich sport­lich unterwegs ist, ohne gleich kompromiss­los aufs Renn­rad zu setzen, ist ein Kandidat fürs Fitness­rad. Basis für Fitness­bikes ist Renn­radtechnik. Statt Renn­lenker ist jedoch eine Lenker­stange montiert, die eine auch für weniger geübte Radler angenehme Sitz­position ermöglicht. Im Test Fitnessräder waren die teuersten Modelle auch die besten.

Faltrad

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Fahren, Falten, Verreisen. Wer häufig mit Auto, Bahn oder Flugzeug unterwegs ist und am Reiseziel nicht auf sein eigenes Rad verzichten will, ist mit einem Faltrad gut bedient. Sie lassen sich im Hand­umdrehen auf Reisetaschenformat zusammenfalten. Möglich machen es kleine Räder und raffiniert klapp­bare Rahmen. Allerdings: Die kleine Bereifung schränkt die Vielseitig­keit ein. Außer­halb asphaltierter Straßen tun sich Fahrer und Rad schwer, und auch auf Asphalt rollen Falträder prinzipbe­dingt schlechter als Fahr­räder mit größeren Rädern.

Fahr­räder mit Elektro-Unterstüt­zung

Alle Fahr­radtypen gibt es inzwischen auch mit Elektro-Unterstüt­zung. Energie aus dem Akku hilft dem Fahrer beim Treten. Bei zulassungs- und führer­scheinfreien E-Fahr­rädern ist bei 25 Stundenkilo­metern Geschwindig­keit Schluss mit Motor-Unterstüt­zung. Bei manchem Rad ist der Akku allerdings schnell am Ende. Gerade mal 20 bis 25 Kilo­meter schaffte das konditions­schwächste Pedelec im Test Elektro-Fahrräder. Schlimmer noch: Bei einem Drittel der Räder waren die Bremsen zu schwach und bei drei Rädern hielt der Rahmen nicht. Das preis­werteste „befriedigende“ Pedelec im Test kostete 900 Euro, die drei guten deutlich über 2 000 Euro. Zusätzlicher Kosten­punkt: Ersatz­akkus. Nach ungefähr 500 bis 1 000 Aufladungen sind die Stromspeicher verschlissen. Ein neuer kostet meist 500 bis 700 Euro.

Varianten und Spezialitäten

Das waren die wichtigsten und meist­gefragten Fahr­radtypen. Zusätzlich gibt es zahllose Varianten, Zwischen- und Misch­typen. Einige Beispiele: Wer die Effizienz auf die Spitze treiben will, braucht ein Liegerad. Die sind wegen des geringeren Luft­widerstands die schnellsten von Menschen­kraft angetriebenen Fahr­zeuge über­haupt. Mit strömungs­güns­tiger Voll­verkleidung schaffen gut trainierte Fahrer auf ebener Strecke 80 und mehr Stundenkilo­meter. Sogar für Sand­strand und Tief­schnee gibt’s geeigntete Fahr­räder. So genannte „Fat Bikes“ haben Extra-dicke Reifen und kurze Über­setzungen, so dass Radler auch bei tiefem, weichem Unter­grund noch voran­kommen. Wenn’s vor allem cool und stilvoll sein soll, ist vielleicht ein Cruiser richtig. Klar: Je weniger Exemplare von einem Rad produziert werden, desto teurer ist es. Spezielle Konstruktionen und edle Maßanfertigungen mit hoch­wertiger Ausstattung sind kost­spieliger als mancher Kleinwagen.

Erpro­bung

Wer noch kein Fahr­rad hatte, an dessen Abmessungen und Eigenschaften sich das neue orientieren kann, sollte unbe­dingt ausprobieren, mit welchem Rad er gut zurecht kommt. Allerdings: Eine Fünf-Minuten-Runde um den Block bringt wenig. Eine anständige Fahr­radtour sollte es schon sein. Wenn der Fahr­radhändler für eine solche kein Vorführ­rad zur Verfügung stellt, gibts vielleicht beim Fahr­radverleih ein ausreichend ähnliches Modell. Zu beachten: Selbst bei gründlicher Erpro­bung kann sich ein Rad mit der Zeit als unpassend erweisen. Vor allem bei flotter Fahr­weise ändern sich mit fort­schreitender Gewöhnung und Übung oft noch die Anforderungen an die Sitz­position. Das Rad der Wahl sollte möglichst entwick­lungs­fähig sein und sich in jede Richtung anpassen lassen.

Technik

Fahr­radtechnik ist im Grunde einfach, doch im Detail ausgesprochen kompliziert und heikel. Die Bezeichnungen für die wichtigsten Bauteile finden Sie in der Abbildung links. Im Extra-Special Fahrradtechnik erläutert erläutert test.de die wichtigsten Zusammenhänge und gibt einen Über­blick über Schaltungs-, Bremsen- und Federungs­typen.

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