Urlaubskasse: Alles Euro
In Euroland ist das Bezahlen und Geldabheben jetzt ganz einfach. Für die übrige Welt entscheidet Art und Ziel der Reise über die Zusammensetzung der Urlaubskasse.
In diesem Jahr wird das Reisen innerhalb der Euro-Teilnehmerländer viel einfacher. Urlauber und Geschäftsreisende können in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Spanien mit dem Euro bezahlen. Keiner muss seine Heimatwährung mehr in die jeweilige Reiselandwährung tauschen.
Das spart den Eurolandtouristen jährlich rund 506 Millionen Euro an Gebühren, hat die Deutsche Bank 24 ermittelt. Jeder deutsche Privaturlauber, der die Ferien innerhalb der zwölf EuroLänder verbringt, hat damit rein statistisch gesehen jährlich rund 25 Euro mehr zur Verfügung.
Die gemeinsame europäische Währung erspart dem Urlauber in Euroland auch den sonst häufig absolvierten Gang zu einer Filiale der jeweiligen nationalen Notenbank, um dort kostenlos Geld in Landeswährung zu tauschen. Endgültig Geschichte ist auch der ec-Scheck. Kein Händler und keine Bank akzeptiert ihn noch als Zahlungsmittel, weil die Einlösegarantie bis umgerechnet 400 Mark am 31. Dezember 2001 endete.
Plastikgeld muss mit
Trotz der gemeinsamen Währung sollten Eurolandreisende nicht nur mit Bargeld losfahren. Das ist die unsicherste Art der Reisekasse. Ins Gepäck gehört auch die ec-Karte oder Bankkundenkarte mit dem Maestro-Zeichen, mit der man sich regelmäßig mit Bargeld versorgen kann. In allen zwölf Euro-Ländern gibt es genügend Geldautomaten, die die Karten mit dem Maestro-Logo zusammen mit der Geheimnummer (Pin) akzeptieren.
Immer beliebter fürs Bezahlen in Geschäften, Gaststätten, bei Autovermietungen und in Hotels wird die Kreditkarte. Wer als Pauschaltourist in Euroland unterwegs ist, muss dieses kleine Plastikkärtchen nicht unbedingt haben. Wer jedoch individuell durch die Euro-Nachbarländer reist, sollte sich eine Kreditkarte einstecken. Üblicherweise haben Eurocard und Visa die höchste Akzeptanz.
Häufig raten die Banken zu Reiseschecks (Travellerschecks) als Alternative zum Bargeld. Sie werden weltweit akzeptiert, sind unbegrenzt gültig und bei Verlust bekommt der Urlauber sie ersetzt, wenn er sie so sorgfältig wie Bargeld aufbewahrt. Doch bei Reisen innerhalb der Euro-Länder müssen sich nur sehr sicherheitsbedürftige Menschen um Reiseschecks für die Urlaubskasse kümmern.
Außerhalb von Euroland
Die Grundausstattung der Reisekasse besteht auch bei Reisen in andere europäische Länder aus drei Teilen: Bargeld, Maestro-Karte und Kreditkarte. Landeswährung tauscht der Urlauber in den meisten Fällen besser erst im Urlaubsland, zum Beispiel wenn das Reiseziel in Ländern mit weicher Währung liegt wie der Türkei oder Osteuropa. Dort bekommt man mehr für den Euro als beim Wechseln zu Hause.
Geht die Reise jedoch in Hartwährungsländer wie Großbritannien, Norwegen oder Dänemark, kann man auch in Deutschland tauschen. Alternativ sucht man gleich nach der Ankunft einen Geldautomaten auf und holt dort Landeswährung. In der Tabelle hat Finanztest für Euroland und für 51 beliebte Reiseländer zusammengestellt, wo der Bargeldtausch am günstigsten ist und wie gut die Akzeptanz von Maestro- und Kreditkarten ist. Hier steht auch, in welcher Währung man gegebenenfalls Reiseschecks mitnehmen sollte.
Die Kosten in Euroland bleiben
Die Euro-Bargeldeinführung hat nicht dafür gesorgt, dass der Einsatz von Plastikgeld billiger wird. Die meisten heimischen Kreditinstitute berechnen eine Pauschale für Bargeldabhebungen mit der Maestro-Karte an ausländischen Geldautomaten. Sie liegt in Euroland zwischen 2,50 Euro und 4 Euro, außerhalb Eurolands bis etwa 4,50 Euro.
Bei einer Pauschale ist es aus Kostengründen besser, eine höhere Summe Bargeld abzuheben. Wenige Banken verlangen eine prozentuale Provision zwischen 1 und 2 Prozent und dazu einen Mindestpreis. In diesem Fall kann das Abheben von größeren Beträgen noch teurer werden
Eine preiswerte Alternative für die Bargeldversorgung ist die Postbank Sparcard. Mit ihr kann man bis zu vier- mal im Jahr kostenlos Bargeld am ausländischen Geldautomaten mit dem Plus-Symbol abheben.
Mittlerweile können Urlauber mit der Maestro-Karte immer häufiger direkt bezahlen. Doch das ist nur bei größeren Beträgen sinnvoll, weil generell
1 Prozent vom Umsatz und eine Mindestprovision zwischen 0,75 Euro und 2,50 Euro fällig wird. Das bedeutet, dass bei Beträgen unter 75 Euro immer mehr als 1 Prozent bezahlt wird.
Da ist es günstiger, zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen die Kreditkarte zu nutzen. Vor allem die Karten von jenen Anbietern, die auf eine Auslandseinsatzprovision in Euroland verzichten.
Dagegen ist die Bargeldbeschaffung mit der Kreditkarte in der Regel teuer.
2 bis 4 Prozent des abgehobenen Betrags, mindestens 2,50 Euro bis 5 Euro schlagen zu Buche. Es sei denn, der Kreditkartenanbieter hat Sonderkonditionen für Bargeldabhebungen, die aus Guthaben auf dem Kreditkartenkonto erfolgen. Hinzu kommt dann noch die Auslandseinsatzprovision, die bis zu 2 Prozent betragen kann.
Weltweit reisen
Für Ferienreisen außerhalb des europäischen Kontinents gilt: Je exotischer das Reiseziel und je individueller die Reise gestaltet wird, desto flexibler muss der Urlauber seine Reisekasse gestalten. Neben Bargeld, ec-Karte und Kreditkarte gehört vor allem aus Sicherheitsgründen der Reisescheck dazu. Die größten Anbieter sind American Express und Thomas Cook. Am häufigsten benötigen Reisende Reiseschecks in Euro oder US-Dollar. Reiseschecks gibt es außerdem in acht weiteren Währungen und verschieden großen Stückelungen. Kleine Einheiten sind sinnvoll, wenn Reisende mit dem Scheck direkt bezahlen wollen, was beispielsweise in den USA häufig möglich ist.
Beim Kauf von Reiseschecks verlangt die ausgebende Bank eine Provision von 1 Prozent, meist eine Mindestprovision bis zu 10 Euro. Noch vor der Reise sollte sich der Reisende bei der ausgebenden Bank nach einer kostenlosen oder günstigen Akzeptanzstelle im Reiseland an seinem Urlaubsort erkundigen. Sonst wird beim Einlösen eine happige Provision fällig.
Wenn die Reisekasse steht, bleibt noch der Tipp, die Zahlungsmittel niemals zusammen in einem Portmonee aufzubewahren. Geld, Plastikkarten, Schecks, die Rufnummern für Notfälle und Personaldokumente gehören in verschiedene Taschen oder in den Hoteltresor.
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