Olivenöl „nativ extra“: Ausgewählt, geprüft, bewertet

Olivenöl „nativ extra“ Test

test 10/2002

Olivenöl „nativ extra“

Im Test: 32 Olivenöle der deklarierten Güteklasse „nativ extra“.

Einkauf der Prüfmuster: März/April 2002.

Das test-Qualitätsurteil bezieht sich auf Proben mit dem jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum.

Preise: Anbieterbefragung bzw. Ermittlung im Handel im August 2002.

Abwertung

Olivenöle, die die für die Güteklasse „nativ extra“ vorgeschriebenen Qualitätsmerkmale nicht erfüllten, erhielten ein „mangelhaftes“ test-Qualitätsurteil: Wurde die Mindestpunktzahl im sensorischen Paneltest nicht erreicht, waren die sensorische Qualität und das test-Qualitätsurteil „mangelhaft“. Wurde einer der Grenzwerte für die Extinktionskoeffizienten überschritten, waren die chemische Qualität und das test-Qualitätsurteil „mangelhaft“. Bei „mangelhafter“ Deklaration wurde das test-Qualitätsurteil um eine halbe Note abgewertet.

Sensorische Qualität 65%

Die sensorische Prüfung wurde gemäß gültiger Änderungsverordnung zur „Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 über die Merkmale von Olivenölen und Oliventresterölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung“ durchgeführt. Das vom International Olive Oil Council (IOOC) in Madrid anerkannte Prüferpanel, dem mindestens acht Prüfer angehörten, bewertete jedes Öl anonym. Olivenöle der Güteklasse „nativ extra“ benötigen mindestens 6,5 Punkte, 9 Punkte sind maximal möglich. Kritische Öle wurden von einem zweiten vom IOOC anerkannten Panel geprüft. Dar­ü­ber hinaus wurden weitere Vor- und Nachprüfungen durchgeführt.

Chemische Qualität 15%

Folgende Analysen wurden gemäß Verfahren der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft (DGF) durchgeführt: Säurezahl, freie Fettsäuren, Peroxidzahl, Anisidinzahl, berechnete Totoxzahl, Triglyzeride, di- und oligomere Triglyzeride und Fettsäureverteilung (einschließlich transisomerer Fettsäuren). Die Bestimmung der Fettsäuren in 2-Stellung der Triglyzeride und der UV-Absorption (Extinktionskoeffizienten bei 232 und 270 nm) erfolgte gemäß geltender Olivenölverordnung. In die Bewertung einbezogen wurden nur die Qualitätsparameter; diese lassen Rückschlüsse auf eine chemische Veränderung (Oxidation) des Öles zu. Identitätsprobleme gab es nicht.

Schadstoffgehalt 5%

Leichte und schwere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) und Organophosphorpestizide wurden gemäß DGF-Verfahren untersucht. In keinem Öl wurden Organophosphorpestizide nachgewiesen.

Zweckmäßigkeit der Verpackung 5%

Die Beurteilung erfolgte für die abgebildete Verpackungsart. Eine Olivenölverpackung ist zweckmäßig, wenn sie ausreichenden Lichtschutz bietet, eine Originalitätssicherung die Unversehrtheit der Packung erkennen lässt, es beim Öffnen keine Verletzungsgefahr gibt, das Öl sauber dosiert werden kann und das angebrochene Behältnis wieder verschließbar ist.

Deklaration 10%

Hierbei wurde die Übereinstimmung der Kennzeichnung auf der Ölflasche bzw. -dose mit den lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften geprüft. Wir bewerteten darüber hinaus Lagerungs- und Verwendungsempfehlungen, Werbeaussagen, Lesbarkeit sowie Nährwert- und Herkunftsangaben.

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