Interview: Kritischer Fund
Weichmacher begegnen uns vom Spielzeug bis zum Duschvorhang. Nun auch im Olivenöl.
Wie können Weichmacher in Lebensmittel kommen?
Phthalate und andere Weichmacher gelangen zum Beispiel durch Schraubdeckelverschlüsse in die Nahrung. Möglicherweise kommen sie aber auch bei Herstellung und Verarbeitung über den Kontakt mit Fließbändern oder Schläuchen hinein.
Warum kann Olivenöl belastet sein?
Fetthaltige Lebensmittel lösen Weichmacher leicht aus der Verpackung. Deshalb müssen Öle weichmacherfrei verpackt sein. Die Quelle für die Phthalat-Funde im Olivenöl ist uns bisher unbekannt. Infrage kommen zum Beispiel Materialien bei der Herstellung. Dänische Wissenschaftler haben allerdings entdeckt, dass auch unverpackte pflanzliche Lebensmittel belastet sein können: durch Wasser, Luft oder Boden.
Wie kritisch sind Phthalate im Öl?
Toxikologisch besonders kritisch ist DEHP. Es wirkt sich im Tierversuch negativ auf die Nachkommen aus. Da es sehr preiswert ist, wurde es in der Industrie häufig verwendet. Das soll sich künftig ändern. Zwei weitere Substanzen können die Leber schädigen, sind aber weniger giftig. Weil Phthalate überall vorkommen und sich summieren, sollte man so wenig wie möglich aufnehmen.
Was tut die Forschung zum Thema?
Es gibt bereits wissenschaftliche Daten, doch es muss weiter geforscht werden: Phthalate bleiben ein Thema. Das Bundesinstitut für Risikobewertung baut deshalb die Analytik weiter aus. Wir kooperieren auch international: so auch mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA.
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