Olivenöl: Augewählt, geprüft, bewertet

test 10/2005

Olivenöl

Im Test: 23 Olivenöle der deklarierten Güteklasse „nativ extra“ und 3 Olivenöle mit Basilikum. Das test-Qualitätsurteil bezieht sich auf Proben mit dem jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD).

Einkauf der Prüfmuster: März, April 2005.

Preise: Anbieterbefragung im Juli 2005.

Abwertungen

War ein Öl sensorisch stark fehlerhaft, lauteten sensorische Qualität und test-Qualitätsurteil „mangelhaft“. Ansonsten konnte das Qualitätsurteil maximal eine halbe Note besser sein als die sensorische Qualität und maximal eine Note besser als die chemische Qualität. War letztere „mangelhaft“, lautete so auch das Qualitätsurteil . Bei „mangelhafter“ Schadstofffreiheit lautete auch das test-Qualitätsurteil „mangelhaft“. Bei „mangelhafter“ Deklaration wurde das test-Qualitätsurteil eine halbe Note abgewertet.

Sensorische Qualität: 65 %

Alle Öle wurden nach Durchführung einer Orientierungsprüfung gemäß gültiger Änderungsverordnung zur „Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 über die Merkmale von Olivenölen und Oliventresterölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung“ geprüft. Außerdem wurde der sensorische Gesamteindruck (Aus­gewogenheit der positiven Ausprägungen, Nachhaltigkeit im Geschmack) beurteilt. Das vom Internationalen Olivenölrat (IOOC) in Madrid anerkannte Prüferpanel, dem mindestens acht, maximal zwölf Prüfer angehören, bewertete jedes Öl anonym. Kritische Öle wurden von einem zweiten, ggf. von einem dritten vom IOOC anerkannten Panel geprüft.

Chemische Qualität: 10 %

Gemäß geltender Olivenölverordnung wurden geprüft: UV-Absorption (Extinktionskoeffizienten bei 232 und 270 nm), Fettsäuren in 2-Stellung der Triglyceride. Gemäß Deutscher Gesellschaft für Fettwissenschaft prüften wir: Fettsäurezusammensetzung, Säurezahl, freie Fettsäuren, Peroxidzahl, Anisidin- und Totoxzahl, Triglyceridspektrum, Steradiene. Zum Nachweis oxidativer Veränderungen wurden untersucht: isomere Diglyceride in Anlehnung an Methode von Serani, Pyrophäophytine und Cold-Index in Anlehnung an Methoden von Serani und Aitzetmüller (Workshop Detection of thermally treated olive oil, Hagen, 27. Mai 05). Basilikumöle: Bestimmung des Aromaspektrums nach Aufarbeitung per GC/MS.

Schadstofffreiheit: 10 %

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe einschließlich Benzo(a)pyren wurden gemäß DGF-Methoden und Pestizidrückstände gemäß ASU nach § 35 LMBG bestimmt. Auf Phthalate und Aliphate prüften wir die mit GPC gereinigten Öle per GC/MS.

Verpackung: 5 %

Beurteilt: Lichtschutz, Originalitätssicherung, Öffnen, Dosieren, Wiederverschließen. Sind Verschlüsse u. Ausgießhilfen halogen- oder weichmacherhaltig?

Deklaration: 10 %

Überprüfung mit den lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften. Lagerungs-, Verwendungsempfehlungen, Nährwertangaben, Wer­­beaus­sagen, Lesbarkeit, Übersichtlichkeit. Herkunftsangaben anhand chemisch-analytischer Parameter überprüft.

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (0)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice