Honig: Ausgewählt, geprüft, bewertet

test 04/2004

Honig

Im Test: 34 Honige, davon 19 Mischblütenhonige und 15 mit Sortenbezeichnung (7 Akazien-, 4 Raps- und 4 Tannenhonige). Darunter 6 Bio-und 1 Transfair-Honig sowie 5 Honige im Einheitsglas des Deutschen Imkerbundes (DIB).

Einkauf der Prüfmuster: Oktober bis November 2003.

Preise: Anbieterbefragung beziehungsweise Ermittlung im Handel im Januar 2004.

Alle Prüfergebnisse und Bewertungen beziehen sich auf Proben mit der jeweils angegebenen Losnummer. Zur Untersuchung gelangten mindestens fünf Prüfmuster. Die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) war für den eingekauften Honig noch keine Pflicht.

Abwertung

War das Fruktose-Glukose-Verhältnis „mangelhaft“, konnte das Urteil für die Grundanalyse maximal eine halbe Note besser sein. Waren die Rückstände oder der mikroskopische Befund „mangelhaft“, konnte das test-Qualitätsurteil nicht besser sein. Bei „mangelhafter“ sensorischer Expertenbewertung wurde das test-Qualitätsurteil maximal um eine Stufe abgewertet, aber nicht auf eine schlechtere Note als das Gruppenurteil selbst.

Sensorische Expertenbewertung: 40%

Zunächst prüften vier Honigexperten im Labor alle Honige auf sensorische Fehler. Bei Fremdgeruch und -geschmack wurden entsprechende Rückstandsanalysen veranlasst. Darüber hinaus prüften fünf Honigsensoriker Farbe, Klarheit, Sauberkeit, Konsistenz, Geruch und Geschmack, bei den Sortenhonigen zusätzlich den Sortencharakter. Die anonymisierten Honige wurden bei Raumtemperatur, gruppiert nach Sorten verkostet.

Die Auswertung erfolgte mithilfe statistischer Methoden. Fehlerhaft eingestufte Honige und solche, die die Prüfer als nicht typisch für die Sorte erkannten, wurden mehrmals geprüft. In die sensorische Expertenbewertung flossen die Ergebnisse aus beiden sensorischen Untersuchungen ein.

Mikroskopischer Befund: 15%

Bei allen Honigen wurden jeweils 500 Pollen gemäß DIN-Methode ausgezählt und botanisch sowie geographisch zugeordnet. Die Hefegehalte wurden abgeschätzt und fremde Sedimentbestandteile analysiert.

Grundanalyse: 15%

Gemäß DIN-Methoden wurden untersucht: pH-Wert, Wasser, Hydroxymethylfurfural (HMF), Diastasezahl, Invertasezahl (nach Siegenthaler), Prolin, elektrische Leitfähigkeit, freie Säuren, Glycerin und das Zuckerspektrum (unter anderem Saccharose, Fruktose, Glukose, Maltose). Auf einen möglichen Zusatz von Zucker aus Mais oder Zuckerrohr wurde per Isotopenanalyse, auf höhermolekulare, honigfremde Dextrine nach Fiehe geprüft. Bei allen Rapshonigen prüften wir auf die Anwesenheit gentechnisch veränderten Rapses per PCR-Analyse.

Rückstände: 10%

Mittels GC/MS wurde nach entsprechender Extraktion geprüft auf: Phenol und Dichlorphenol, Amitraz, Flumethrin, Chlordimeform, Brompropylat, Dibrombenzophenon, Coumaphos, Fluvanilate, Chloramphenicol, Thymol, Benzaldehyd, Benzacetaldehyd (= Phenylacetaldehyd).

Auf Streptomycin und Tetracyclin wurde zunächst per Charm-Test untersucht – bei Verdacht mittels HPLC überprüft. Per HPLC prüften wir auch auf Sulfonamide, auf Oxalsäure und Ameisensäure enzymatisch. Eisen wurde per AAS bestimmt.

Bei allen Honigen mit Metalldeckeln, die eine geschäumte Dichtung hatten, untersuchten wir die Deckel auf Semicarbazid und alle Honige über die Metaboliten auf Nitrofurane per LC-MS/MS. Alle Rapshonige wurden auf im Rapsanbau eingesetzte Pestizide gemäß DFG-Methoden untersucht.

Verpackung: 5%

Beurteilung von Handhabung und Schadstoffbelastung im Deckel (siehe Rückstände).

Deklaration: 15%

Hierbei wurde die Übereinstimmung mit allen lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften geprüft. Außerdem bewerteten wir auch Lagerungsempfehlungen, Haltbarkeitsaussagen, Lesbarkeit und Übersichtlichkeit der Kennzeichnung sowie Werbeaussagen.

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