Wildpilze: Pilz des Jahres 2004

Wildpilze Special

23.09.2010

Weder essbar, noch appetitlich: Der Echte Hausschwamm ist der Pilz des Jahres 2004. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat ihn gewählt, damit er nicht vergessen wird. Der Hausschwamm befällt Fachwerkhäuser, Berghütten, aber auch Wohnungen mitten in der Stadt. Er ist in allen Bundesländern zu Haus. Wenn der Mensch nicht aktiv wird, sind die Gebäude dem Tode geweiht.

Wildpilze

Killer im Haus

Der Echte Hausschwamm entfaltet seine zerstörerische Wirkung oft im Verborgenen. Lange bevor seine auffallenden Fruchtkörper erscheinen. Der Pilz greift Holz an: Er scheidet ein Enzym aus und entzieht ihm damit die faserige Cellulose. Zurück bleibt Lignin, eine bröckelige, braune Substanz. Das Holz hält nicht mehr: Dielenbretter brechen, tragende Balken knicken ein. Wenn die Fruchtkörper des Hausschwamms erscheinen, ist meist nichts mehr zu retten. Brauner Sporenstaub belegt Böden und Wände. Am Ende zerfällt auch das abgebaute Holz zu braunem Staub.

Auch im Neubau

Der Echte Hausschwamm ist in Deutschland weit verbreitet. Früher vor allem in Fachwerkhäusern, heute in Wald- und Berghütten, aber auch mitten in der Stadt. Selbst Neubauten sind betroffen: wenn sich Kondenswasser an Wärmebrücken bildet oder Wasser eintritt. Nicht selten geht die Infektion von im Keller verbautem Nadelholz aus. Auch vor Buche, Eiche und anderem Laubholz macht der Pilz nicht halt. Er wächst durch kleinste Ritzen und überwindet sogar Mauern. Mit Hilfe seiner wurzelartigen Organe transportiert er Feuchtigkeit über viele Meter. So kann der Pilz selbst trockenes Holz befallen.

Sanierung teuer

Der Echte Hausschwamm ist in allen Bundesländern zu Haus. Wird er rechtzeitig entdeckt, lassen sich die Gebäude sanieren. Eine Reihe von Spezialfirmen bieten die Hausschwammbekämpfung an. Sanierungskosten von 10 000 bis 30 000 Euro sind dabei nicht ungewöhnlich. In schlimmen Fällen müssen die Häuser geräumt oder abgerissen werden. Der Hausschwamm kann dem Menschen also buchstäblich das Dach über dem Kopf rauben. Wer vorbeugen will, muss sein Bauholz kontrollieren. Schließen Sie Wassereinbrüche und Staustellen aus. Auch Keller und Dachböden sollten gut belüftet werden. Mehr Tipps zum Thema Feuchteschutz und Dämmung gibts in den Infodokumenten der Stiftung Warentest.

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