Fasten: Reine Glaubenssache
25.02.2009
Am Aschermittwoch ist Schluss mit lustig. Dann beginnt die Fastenzeit. 40 Tage vor Ostern heißt es: Nichts essen, nur trinken. Doch viele, die heute tage- oder wochenweise auf feste Nahrung verzichten, haben keine christliche Tradition im Sinn. Sie glauben an Entschlackung, Gewichtsverlust und einen klaren Kopf. test.de klärt auf.
Neue Gifte statt Entschlackung
Nichts essen, aber viel trinken – das soll den Organismus von Schlacken befreien. Schulmediziner bestreiten das. Stoffwechselprodukte und Umweltgifte fallen immer an. Sie werden ständig über die Haut, die Verdauungs- und Atmungsorgane ausgeschieden. Auch ohne Fasten. Im Übrigen bilden sich neue Rückstände, wenn durch den Nahrungsentzug Muskeln abgebaut werden. Das ist riskant bei Nierenleiden und Diabetes.
Jo-Jo statt Abnehmen
Um abzunehmen ist Fasten der denkbar schlechteste Weg. Bekommt der Körper kaum noch Kalorien, greift er auf eigene Energiereserven zurück. Das sind aber weniger die leidigen Fettdepots. Stattdessen scheidet er den zuckerähnlichen Stoff Glykogen und eine ganze Menge Wasser aus. Das erklärt auch den hohen Gewichtsverlust in den ersten Fastentagen. Während des Fastens schaltet der Körper auf Sparflamme und drosselt den Grundumsatz. Er verbraucht viel weniger Kalorien – und das auch noch nach der Fastenkur. Mit den alten Essgewohnheiten kehren auch die Pfunde zurück, oft sogar mehr als vorher. Das ist der berüchtigte Jo-Jo-Effekt.
Stress für den Körper statt klar im Kopf
Dass Fastende besser denken können, ist nicht belegt. Für das viel beschworene Glücksempfinden gibt es eine einfache Erklärung: Bei Nahrungsentzug schlägt der Körper Alarm und schüttet Stresshormone aus. Das erscheint oft als Hochgefühl.
Fazit
Fasten entschlackt nicht und führt auch nicht nachhaltig zum Idealgewicht. Bestenfalls lohnt es sich als symbolischer und radikaler Bruch mit bisherigen Essgewohnheiten. Wer es geschafft hat, ist stolz auf das eigene Durchhaltevermögen und wird meist mit mehr Genussfähigkeit und einem feinerem Geschmacksempfinden belohnt.
Tipps: Was Sie beim Fasten beachten müssen
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