Modernisierung: KfW-Kredite bleiben erste Wahl

Modernisierung Test

finanztest 11/2010

Die KfW-Bank hat Bedingungen für Förder­kre­dite verschärft und Konditionen verschlechtert. Trotz­dem: Sie bleibt erste Wahl für Haus­eigen­tümer, die ener­gie­sparend modernisieren oder bauen. Bei Komplett­sanierungen sparen sie mit KfW-Kredit noch immer viele tausend Euro Zinsen. Finanztest nennt Pro­gramme, Bedingungen und Zinssätze.

Modernisierung

Kürzungen fast im Monatstakt

Manchem Hauseigentümer ist die Lust aufs Modernisieren vielleicht schon vergangen. Die Meldungen über schlechtere Förderbedingungen reißen nicht ab. Bereits seit Juni müssen Eigentümer den Energieverbrauch ihres Gebäudes stärker als zuvor begrenzen, wenn sie mit Fördermitteln der staatlichen KfW bauen oder modernisieren wollen. Zudem hat die Bank die Zinsen erhöht und die Zuschüsse gesenkt.

Modernisierung Test
Das aufwendig restaurierte Foyer der Berliner KfW-Niederlassung bekommt kaum ein Kunde der Staatsbank zu sehen. Sie vergibt ihre Förderkredite nicht selbst, sondern lässt sie gegen Provision von Banken und Sparkassen vermitteln. Diese legen fest, welche Sicherheiten der Kunde stellen muss, und schließen den Kreditvertrag ab.

Am 1. September kam die nächste Kürzung. Geld aus dem Sanierungsprogramm gibt es seitdem nur noch für einen aufwendigen Umbau zum „KfW-Effizienzhaus“. Für den Einbau einer neuen Heizung oder andere Einzelarbeiten bekommen Hauseigentümer nur noch Kredite aus dem Programm „Wohnraum modernisieren“. Weil der Bund dafür keine Mittel bereitstellt, sind die Zinssätze in diesem Programm nur wenig günstiger als die für einen normalen Bankkredit.

Im kommenden Jahr will die Bundesregierung die Mittel für die Programme „Energieeffizient sanieren“ und „Energieeffizient bauen“ von 1,35 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 0,94 Milliarden Euro im Jahr 2011 verringern. Ihre ursprünglichen Pläne, die Zuschüsse auf nur noch 0,44 Milliarden Euro zu stutzen, sind damit zwar vom Tisch. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt aber immer noch ein deutlicher Rückgang der Förderung um rund 30 Prozent.

Topzinsen für Komplettsanierung

Trotz der Kürzungen: Wer seine Immobilie klimafreundlich baut oder umrüstet, kann durch die KfW-Förderung immer noch einige tausend Euro sparen.

Die höchste Förderung gibt es für die Sanierung eines Hauses aus der Zeit vor 1995 zum KfW-Effizienzhaus. Der Eigentümer muss den Energiebedarf so weit senken, dass er den Höchstwert für einen Neubau um nicht mehr als 15 Prozent übersteigt. Um das zu erreichen, muss der Sanierer an mehreren Stellen ansetzen, etwa Dach und Außenwände dämmen, Fenster austauschen und die Heizung erneuern.

Der Lohn für den Aufwand sind niedrigere Heizkosten, mehr Wohnkomfort und ein besonders günstiger Kredit der KfW-Bank. Die Bank finanziert bis zu 75 000 Euro zu einem Zins von 2,30 bis 2,85 Prozent bei zehn Jahren Zinsbindung (Stand: 7. Oktober). Und sie erlässt dem Hauseigentümer 2,5 bis 12,5 Prozent der Kreditsumme. Je kleiner der Energiebedarf des Gebäudes nach der Sanierung, desto höher ist der Tilgungszuschuss.

Beispiel: Der Eigentümer will sein 1980 gebautes Haus auf Neubauniveau bringen. Er nimmt einen Förderkredit in Höhe von 50 000 Euro für die Sanierung auf. Tilgt er den Kredit innerhalb der zehnjährigen Zinsbindung, muss er dafür nur 2,30 Prozent Zinsen im Jahr zahlen. Sobald die Hausbank und der beauftragte Architekt den Abschluss der Sanierung bestätigen, zieht die KfW 2 500 Euro von den Schulden ab. Der Effektivzins für das Darlehen sinkt dadurch auf 1,33 Prozent. Im Vergleich zu einem normalen Bankkredit (Zinssatz 3,5 Prozent) spart der Hauseigentümer rund 7 200 Euro.

Statt des Darlehens könnte der Eigentümer auch 5 000 Euro Zuschuss direkt bei der KfW beantragen. Die Sanierung müsste er dann aber aus eigenen Mitteln oder über einen Bankkredit finanzieren.

Altersgerecht umbauen

Ähnlich günstig sind die KfW-Kredite im Programm „Altersgerecht umbauen“. Darin unterstützt die KfW viele Ein- und Umbauten, die das Wohnen im Alter erleichtern. Einen Kredit oder einen Zuschuss gibt es beispielsweise, wenn Bad und WC umgebaut werden sollen oder der Wohnungsgrundriss verändert werden muss, um mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen. Auch Verbesserungen im Wohnumfeld finanziert die KfW. Der Eigentümer kann mit dem Geld zum Beispiel Zugangswege verbreitern, Schwellen beseitigen oder durch Rampen überbrücken.

Instandhaltung und Modernisierung

Am längsten ist die Liste der von der KfW finanzierten Umbauten im Programm „Wohnraum modernisieren“. Bis zu 100 000 Euro Kredit vergibt die Bank für alle gängigen Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten vom Verputzen bis zum neuen Bad oder zum Austausch der Heizung. Für diese Darlehen gibt es aber weder eine staatliche Zinsverbilligung noch einen Zuschuss. Die KfW besorgt sich das Geld für die Kredite wie andere Banken auch ausschließlich am Kapitalmarkt. Allerdings kann sich die KfW als Staatsbank am Kapitalmarkt besonders günstig Geld leihen. Und sie verzichtet auf die üblichen Kleinsummenaufschläge für Immobilienkredite unter 50 000 Euro. Vor allem deshalb sind auch diese Darlehen meist etwas günstiger als die anderer Banken.

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