Energiesparen: Wie Firmen schwindeln
Trotz neuer Gesetze sparen viele neue Wohngebäude nicht so viel Energie, wie sie sollten. Bauherren haben das Nachsehen.
Standards. Die Energieeinsparverordnung schreibt Standards für die energetische Qualität von Neubauten vor. Doch viele Bauunternehmen scheren sich offenbar nicht um die neuen Vorgaben. Sie bauen Häuser, die viel weniger Energie einsparen, als sie sollten. Das hat der Verband privater Bauherren (VPB) herausgefunden.
Untersuchung. Über 5 000 Bauvorhaben haben sich die Sachverständigen des VPB im Jahr 2010 angesehen und festgestellt, dass private Bauherren meist nicht das bekommen, wofür sie bezahlt haben. Fast ein Drittel aller untersuchten Neubauten würden überhaupt nicht den Anforderungen der Energieeinsparverordnung entsprechen, meint VPB-Vorstand Klaus Kellhammer. Bei etwa der Hälfte der Gebäude sei die Ausführung zumindest so mangelhaft, dass die Energieausweise der Bauten nicht korrekt seien.
Tricks. So werden häufig schlechtere Dämmstoffe verwendet als versprochen oder es fließen Maßnahmen in die Berechnung des Energieausweises ein, die die Baufirma gar nicht durchgeführt hat. Als Beispiel nennt VPB-Vorstand Kellhammer den „Blower-Door-Test“, mit dem die Dichtigkeit eines Gebäudes geprüft wird.
Bauprüfung. Bauherren, die Wert auf eine korrekte Bauausführung legen, sollten Ihren Bau von Fachleuten begleiten lassen. Angebote machen zahlreiche Verbraucherzentralen, Organisationen wie Tüv und Dekra sowie die Verbände VPB, Wohnen im Eigenheim und der Bauherren-Schutzbund. Dafür fallen je nach Angebot etwa 1 000 bis 3 000 Euro an. Finanztest hat diese Angebote in Heft 5/2010 umfassend dargestellt. Die Meldung finden Sie unter „Bauvertrag - Fallen vermeiden“.
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