28.09.2005

Studien - Begriffsdefinitionen

Cochrane Review: Übersichtsarbeit, die durch ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern erarbeitet wird. Solche Arbeiten zeichnen sich durch große Unabhängigkeit und hochwertige Methodik aus. Durch die kooperative Erstellung werden systematische Fehler weitmöglichst vermieden.

Doppelblindstudie: Während des Studienverlaufs wissen weder die behandelnden Ärzte noch die Patienten, ob es sich um die zu prüfende oder die Scheinbehandlung oder eine mitgeprüfte Standardtherapie handelt. Alles andere jedoch, was zur Behandlung dazugehört, ist bei allen Gruppen gleich: zum Beispiel die Art der Betreuung durch die Ärzte, die Zeit, die die Behandelnden aufwenden. Erst wenn die Effekte der Therapie ermittelt und dokumentiert sind, wird aufgedeckt, wer die echte und wer die Scheinbehandlung oder die Standardtherapie bekam. Auf diese Weise soll geklärt werden, welcher Anteil der beschriebenen Effekte wirklich dem zu prüfenden Verfahren zuzuschreiben ist und welcher auf dem gesamten Prozess des Behandelns beruht. Doppelblindstudien bieten eine besonders sichere Basis zur Bewertung. Eine Doppelblindstudie ist ein Sonderfall der kontrollierten Studie.

Klinische Studie: Hierbei werden Menschen, die an der gleichen Erkrankung oder Störung leiden, gezielt behandelt. Nach Abschluss der Studie wird der Erfolg der Behandlung dokumentiert.

Im Gegensatz dazu stehen beispielsweise Studien an Tieren oder isolierten Zellen (präklinisch) und epidemiologische Studien, bei denen gezählt wird, wie häufig ein definiertes Ereignis in der Bevölkerung auftritt. „Klinisch“ bedeutet also nicht notwendigerweise, dass sich die Patienten zur Behandlung in einer Klinik befinden müssen.

Kontrollierte Studie: In einer solchen Untersuchung erhält eine Patientengruppe die zu prüfende Behandlung beziehungsweise das zu prüfende Mittel (Verum), andere Patientengruppen bekommen eine bereits lange in ihrem Nutzen bestätigte, gleichartig wirkende Behandlung (Standardtherapie), eine Scheinbehandlung (Placebo) oder gar keine Therapie.

Metaanalyse: Dieses ist ein statistisches Verfahren, bei dem verschiedene Studien, die zur gleichen Fragestellung durchgeführt wurden, zusammengefasst und neu ausgewertet werden. So erhält man Aussagen über eine erheblich größere Anzahl von Studienteilnehmern als eine einzelne Studie sie liefern kann. Die Metaanalyse ist ein Sonderfall des systematischen Reviews.

Multizenterstudie: So wird eine medizinische Studie bezeichnet, die an mehreren – mitunter weit entfernten – Orten durchgeführt wird. Diese Art der Durchführung hilft Fehler durch lokale Einflüsse zu vermeiden.

Randomisierung: Die Studienteilnehmer dürfen ihre Gruppenzugehörigkeit nicht selbst wählen, sondern werden nach dem Zufallsprinzip entweder der Behandlungsgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt.

Systematischer Review: Eine solche Übersichtsarbeit sichtet alle verfügbaren Studien zu einer klar definierten Frage und vergleicht deren Ergebnisse kritisch. Dadurch werden zum Beispiel Zufälligkeiten, die sich in einzelnen Studien einschleichen können, erkannt und vermieden.

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